25.06.2021 - 14:21 Uhr
VilseckOberpfalz

Stadtrat Vilseck beschließt ökologischen Ausbau der Vils bei Gressenwöhr

Nach dem Abschluss der Vils-Renaturierung in den Vilsauen rund um Vilseck steht nun im Bereich Gressenwöhr ein größerer ökologischer Ausbau dieses Gewässers an. Die Maßnahme soll bis zum Frühjahr 2023 vollendet sein.

In Gressenwöhr steht ein größerer ökologischer Ausbau der Vils an mit dem Ziel, einen größeren Renaturierungsraum zu schaffen. Das Projekt wird mit dem Wasserwirtschaftsamt Weiden realisiert.
von Klaus HöglProfil

Wie bei der Sitzung des Vilsecker Stadtrats bekannt gegeben wurde, wird die Vils-Renaturierung bei Gressenwöhr zusammen mit dem Wasserwirtschaftsamt Weiden umgesetzt. Diplom-Ingenieur Christian Götz, Fachbereichsleiter beim Wasserwirtschaftsamt Weiden, und Projektleiter Matthias Haselbauer vom Planungsbüro München informierten das Gremium in einem detaillierten Vortrag, an den sich eine Aussprache anschloss. Letztendlich war den Planungen eine große Mehrheit beschieden, sprach sich das Plenum sowohl für die aktive Unterstützung des anstehenden Wasserrechtsverfahrens als auch die anschließende Umsetzung aus. Ein einziger Stadtrat votierte gegen die Maßnahme.

Der Vilsecker Ortsteil Gressenwöhr liegt an der Vils, einem Gewässer zweiter Ordnung, das nördlich der Ortschaft von Ost nach West ihn Richtung Vilseck fließt. Der Fluss ist in diesem Bereich stark ausgebaut und begradigt. Sein ökologische Zustand gilt im Oberlauf deshalb als schlecht, „vor allem aufgrund der Einstufung der Fischfauna“, wie Fachbereichsleiter Christian Götz erläuterte. Das Wasserwirtschaftsamt will nach seinen Angaben durch strukturverbessernde Maßnahmen den ökologischen Zustand in diesem Fließgewässerabschnitt verbessern, soll heißen: Ein neuer Gewässerlauf soll hergestellt werden.

Das betroffene Flurstück in der Gemarkung Gressenwöhr befindet sich im Eigentum der Stadt Vilseck. Die beabsichtigt, so war der Diskussion zu entnehmen, auf dem Grundstück durch Geländeabtrag Retentionsraum _ darunter versteht man eine Fläche, die bei Hochwasser eines Flusses überflutet wird und so ein zu starkes Ansteigen des Wassers verhindert – zu schaffen. "Das Ziel ist es, für die Bürger der Stadt einen Ausgleich bei Einzelbauvorhaben im Überschwemmungsgebiet der Vils bereitstellen zu können“, ließ Bürgermeister Hans-Martin Schertl verlauten. Das Wasserwirtschaftsamt Weiden als zuständige Behörde hat bereits 2019 ein Münchner Planungsbüro mit dem ökologischen Ausbau und der Schaffung von Retentionsraum beauftragt.

Die nun im Stadtrat vorgestellte Entwurfsplanung sieht eine Renaturierung der Vils mit drei neuen Flussschleifen und einer umströmten Insel vor. Ein mäandrierend ausgebildetes Niedrigwasserniveau gewährleistet die ökologische Durchgängigkeit selbst bei einer geringen Wasserhöhe. Anfallendes Erdmaterial soll auf dem Grundstück im Nordbereich zu einer Geländeanhebung umgelagert werden. So werden zwei größere, bis zu vier Meter hohe Erdwälle geschaffen. Da das Erdreich geogen, also auf natürliche chemische, physikalische und biologische Prozesse zurückzuführende Art und Weise, belastet ist, muss es nach Aussagen der Planer auf dem Grundstück bleiben. Eine Entsorgung in einer Sonderdeponie wäre unverhältnismäßig teuer.

Der alte Lauf der Vils bleibt in Form von zwei Altarmen weitestgehend erhalten. Diese beiden Gewässer übernehmen laut Planung dann zusammen mit dem abgesenkten Vorland die Funktion einer Flutmulde und sollen sicherstellen, dass es zu keiner Verschlechterung bei Hochwasser oberhalb dieses Bereichs kommt. Der gewonnene Retentionsraum kann dann im Überschwemmungsgebiet als Ausgleich angesetzt werden. Das ist ja auch die Absicht der Stadt.

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Vilseck
Hintergrund:

Ökologischer Ausbau der Vils bei Gressenwöhr

  • Betroffenes Areal: 13 500 Quadratmeter großes Ufergrundstück.
  • Ziel: Größerer Renaturierungsraum für Einzelbauvorhaben im Überschwemmungsgebiet. Bei einem 100-jährigen Hochwasser zusätzliches Retensionsvolumen von 2483 Kubikmetern.
  • Kosten: Rund 250 000 Euro, 30 Prozent trägt die Stadt, 70 Prozent der Freistaat.
  • Zeitlicher Verlauf: Genehmigungsplanung bis Oktober 2021, Ausführungsplanung bis August 2022, Baubeginn Oktober 2022, voraussichtliche Fertigstellung Februar 2023.

 

 

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