15.11.2018 - 17:59 Uhr
VilseckOberpfalz

Vilseck holt Pfarrgemeinderatswahl nach

Ihre Kirchenverwaltungen wählen am Wochenende alle katholischen Pfarreien in Bayern. Pfarrgemeinderatswahlen gibt es dagegen nur in Vilseck. Das sind Nachwehen der Auseinandersetzung um den inzwischen verstorbenen Pfarrer Johannes Kiefmann.

Mit neun Monaten Verspätung dürfen an diesem Wochenende auch Vilsecker, Schlichter und Sorghofer in Sachen Pfarrgemeinderat an die Wahlurne.
von Markus Müller Kontakt Profil

Denn die für den 25. Februar angesetzten Pfarrgemeinderatswahlen waren in Vilseck und Schlicht verschoben worden, nachdem sich in dieser Pfarreiengemeinschaft ein Konflikt um Pfarrer Johannes Kiefmann entsponnen hatte. Er war unter anderem durch dessen Auseinandersetzung mit seiner ehemaligen Haushälterin entstanden.

Die Pressestelle der Diözese sprach von einem "persönlichen, nicht seelsorglichen Konflikt in der Pfarreiengemeinschaft", dessen Folgen "auch durch das Verhalten des Pfarrers zunehmend zur Belastung in der seelsorglichen Zusammenarbeit und Akzeptanz" geworden seien. Generalvikar Michael Fuchs hatte daraufhin am 2. Februar Kiefmann als Pfarrer von Vilseck und Schlicht beurlaubt. Zudem verschob er - laut Pressestelle auf Bitten der "Vertreter der pfarrlichen Gremien" und des neu ernannten Pfarradministrators Walter Hellauer - die dortigen Pfarrgemeinderatswahlen auf unbestimmte Zeit. Im Juli hatte das Bistum bekanntgegeben, sie sollten zeitgleich mit der Wahl der Kirchenverwaltung stattfinden. Kurz darauf, am 1. August, war Pfarrer Kiefmann im Alter von nur 37 Jahren in Gießen verstorben.

Die Verschiebung der PGR-Wahl hatte nicht nur eine Verkürzung der neuen Wahlperiode auf dreieinhalb Jahre zur Folge, sondern auch einen Neustart des gesamten Verfahrens. Das heißt, es stehen jetzt nicht mehr die Kandidaten zur Wahl, die im Februar angetreten wären, sondern eine andere Auswahl. Etliche der früheren Bewerber wollten in der Neuauflage nicht mehr. Dadurch sind es jetzt in jeder der Pfarreien nur noch sechs Kandidaten. Im Februar hatte es noch 21 für insgesamt 16 zu vergebende Plätze gegeben. Aus der Expositur Sorghof etwa, die zuletzt noch vier Mitglieder im Vilsecker PGR stellte, fand sich jetzt kein einziger Bewerber mehr.

Die parallele Wahl von Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat führt ferner dazu, dass man bei den Wahlberechtigten ganz genau aufpassen muss. Denn für die Kirchenverwaltung darf man erst ab 18 Jahren seine Stimme abgeben, beim Pfarrgemeinderat schon ab 14. Auch bei den erlaubten Stimmen ist Konzentration gefragt: In Vilseck sind es bei beiden Wahlen jeweils sechs, in Schlicht gilt das nur für den Pfarrgemeinderat; bei der Kirchenverwaltung sind vier Kreuzchen die Obergrenze.

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