13.12.2018 - 17:46 Uhr
VilseckOberpfalz

Vilsecker Bahnhof in Berlin versteigert

39.000 Euro für das leerstehende Bahnhofsgebäude in Vilseck, gleich danach 29.500 Euro für eine daneben liegende Ladestraße: Bei einer öffentlichen Versteigerung am Donnerstag in Berlin erfreuten sich beide Grundstücke größten Interesses.

Der Vilsecker Bahnhof (Gebäude im Hintergrund) ist am Donnerstag in Berlin versteigert worden. Wer neuer Besitzer ist, wurde nicht bekanntgegeben.
von Externer BeitragProfil

Wer jeweils den Zuschlag erhielt und neuer Eigentümer wird, wurde aber nicht bekannt, weil die Käufer nicht im Versteigerungssaal waren. Dabei entfernte sich der geforderte Preis schnell von den Startgeboten. Diese hatten für das nicht mehr genutzte Bahnhofsgebäude bei 9000, für die rund 2200 Quadratmeter große Ladestraße bei 5000 Euro gelegen.

Schon im Vorfeld hatte es zahlreiche schriftliche Gebote gegeben. Auch während der Versteigerung ließ das Interesse nicht nach. Für das Bahnhofsgebäude ließen sich sechs Kaufwillige am Telefon zuschalten oder hatten vorher den maximalen Preis angegeben, den sie bezahlen wollten. Repräsentiert wurden die Bieter von Mitarbeitern des Veranstalters, der Deutschen Grundstückauktionen AG.

Sekundenschnell teuerer

In 500-Euro-Schritten wurde der Bahnhof dann in Sekundenschnelle teurer. 13.500, 21.000, 35.000 Euro: Offenbar gab es viel Fantasie, was man mit dem 1875 erbauten Gebäude machen könnte, auch wenn offen blieb, was rechtlich eigentlich erlaubt wäre. Nach einigen Minuten aber stieg der letzte Mitbieter aus. "39.000 Euro zum Dritten" - und Auktionatorin Katja Heringshausen ließ den Hammer aufs Pult knallen. Wer das Rennen machte, verriet das Auktionshaus nicht. Somit bleibt abzuwarten, was sich dort in Zukunft tut. Frühestens zum 1. Februar 2019 kann der neue Eigentümer einziehen

Bei den etwa 60 Gästen im Saal des Berliner "abba-Hotels" stieß der weit von der Hauptstadt entfernt liegende Bahnhof auf kein Interesse. "Das Publikum darf sich gern beteiligen", hatte Heringshausen mit einem Lächeln geworben. Aber was beim Bahnhof ins Leere lief, funktionierte wenig später beim Ladehof.

Im Boden Überraschungen

Ein Mann im Saal trieb den Preis mit in die Höhe und stieg erst aus, als mehr als 29.500 Euro gefordert waren. Wie er später im Gespräch verriet, hätte er auf den rund 2200 Quadratmetern Parkmöglichkeiten schaffen wollen. Er komme aus der Gegend, wolle seinen Namen aber nicht verraten. Wer auch immer den Ladehof gekauft hat - auf ihn warten im Boden einige Herausforderungen. Wie sich aus dem ausliegenden Exposé ergibt, befand sich dort früher eine Tankstelle für Dieselloks. Wurde dort 1998 nur ein geringes Gefährdungspotential gesehen, so steht es um den ehemaligen Traktoren-Waschplatz der Baywa weniger gut. Hier war bereits vor 20 Jahren gutachterlich empfohlen worden, eine mögliche Grundwassergefährdung weiter zu erkunden: Die Fläche sei früher nur unzureichend versiegelt oder entwässert worden.

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