05.09.2018 - 11:30 Uhr
VilseckOberpfalz

Vilsecker Bergfest: Alles begann mit einem hölzernen Kreuz

Seit Generationen ist das schmucke Bergkirchl Wallfahrtsziel vieler Gläubiger: Am Samstag, 8. September, beginnt die Bergfestwoche in Axtheid-Berg. Eine lange Geschichte, die einst ganz klein begonnen hat.

Ein Blick zurück, auf längst vergangene Vilsecker Bergfest-Zeiten: Bei der sogenannten Baracke und am Bratwurststand herrscht nach den Gottesdiensten auch damals schon Hochbetrieb.
von Rosi HasenstabProfil

(rha) Die Historie besagt, dass der Förster Martin Schneider 1730 ein hölzernes Kreuz anfertigen und an der Triebwegbrücke aufstellen ließ. Als der Zahn der Zeit daran nagte, zimmerte Schreinermeister Matthias Frey eine schützende Holzverkleidung um das ausgebesserte Kreuz und brachte dies an einer Föhre auf dem Weg nach Neuhammer an.

1763 ließ Stadtpfarrer Georg Michael Gärtner das Christusbild auffrischen, an einem neuen Kreuz befestigen und in die kleine Kapelle des Traubenwirts Heinrich Meyer auf den Triebwegberg (jetzt Axtheid-Berg), zur Verehrung bringen. 1804 musste die Kapelle, die inzwischen auch baufällig war, auf Erlass der bayerischen Regierung abgerissen werden: Man war der Meinung, dass sämtliche nicht ordentlich geweihte Kapellen Diebesgesindel als Schlupfwinkel dienen würden und damit eine Gefahr für die Sicherheit wären. Die Vilsecker Pfarrfamilie aber konnte ihre einstige Wallfahrtskapelle nicht vergessen. Sie wagte sich mit Unterstützung des Handelsmanns Bartholomäus Kopf 1823 an den Bau einer neuen Kapelle, die am 17. April 1827 eingeweiht wurde.

Da die Kreuzverehrung von Jahr zu Jahr zunahm, erwies sich das Kirchlein bald als zu klein. Der Buchbinder und Handelsmann Joseph Meixner fasste daraufhin 1843 den Plan, es zu vergrößern und sammelte dafür sechs Jahre lang Spenden. 1849 konnte mit dem Erweiterungsbau begonnen werden, der 1862 fertiggestellt wurde. Tischler Franz Ringer schuf die Altäre, die Kanzel, Kirchen- und Beichtstühle sowie das Orgelgehäuse. Der Amberger Maler Ernstberger fasste die Altäre und malte die Bilder der Seitenaltäre. Von seiner Rom-Reise brachte der bischöfliche Administrator Johann Galler von Regensburg, ein Vilsecker Schuhmachersohn, ein Kreuzpartikel mit, das er fassen ließ und der Bergkirche verehrte. 1872 wurde das Kirchlein wieder restauriert. 1912 stifteten Johann und Margareta Specht, Hausname Hammerspecht, den jetzigen barocken Hochaltar.

Die Vilsecker waren stets bestrebt, ihr Heiligtum nicht verkommen zu lassen. So wurden auch 1938 und 1980 das Bergkirchl und sein Umfeld auf Vordermann gebracht. Die letzte große Innen- und Außenrenovierung fand 2009 statt. Im Vilsecker Bergfestbüchlein, erschienen 1935, wird unter anderem von einem von Rom erwirkten Ablass berichtet, von einer Oktav, von Hochämtern, gesungenen Litaneien, Buß- und Sühne-Andachten, Kreuzpartikel-Verehrungen, Wald- und Kreuzwegandachten sowie Lichterprozessionen. Aus Haag, Freihung, Großschönbrunn und Kaltenbrunn kamen Wallfahrer.

Viele Gläubige lauschten im Freien in den 1950er-Jahren den Worten des Bergfestpredigers.

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