29.04.2019 - 11:03 Uhr
VilseckOberpfalz

In Vilsecker Burg Dagestein Ausstellung "Limits"

Regine Herzog kratzt gerne an allzu glatten Oberflächlichkeiten, bürstet gegen den Strich und stellt Unbequemes in den Mittelpunkt ihrer bildenden Kunst. 23 Skulpturen, Objekte, Gemälde und Zeichnungen hat sie auf Burg Dagestein inszeniert.

Künstlerin Regine Herzog im Gespräch mit Zweitem Bürgermeister Thorsten Grädler und Laudatorin Barbara Leicht (von links).
von Anke SchäferProfil
In der Kapelle regt das Bild mit dem Titel Hasensprung-Underground zum Nachdenken an.
Regine Herzogs "Looming Windsäbler" ist in der Torhalle zu sehen.
Die göttliche Figur "Divine Shape" begrüßt die Besucher im Eingang des Bergfrieds.

Das Motto der Ausstellung im Bergfried, die noch bis Sonntag, 30. Juni, läuft, ist Programm: "Limits". Bei der Vernissage übernahm Barbara Leicht, die Kulturamtsleiterin der Stadt Neumarkt, die einführende Einordnung des Herzog'schen Œuvres. Es sei ein inhaltlich tiefgehendes, überlegtes Werk, das die Besucher hier vor Augen haben: „Regine Herzog urteilt über sich und das Verhalten ihrer Zeitgenossen sehr kritisch. Sie denkt viel nach und regt zu eigenen Assoziationen an.“

Die aus der Oberpfalz stammende Künstlerin setzt sich in der Schau Limits mit Tieren, Landschaften und Frauen auseinander, allerdings klar abseits eingängiger Gefälligkeitsdarstellungen. Mit abgezogenem Fell rückt beispielsweise das Werk Hasensprung-Underground das unermessliche Leid der Tiere in den Vordergrund, während die auf den ersten Blick possierlichen Bärinnen in Catsuit oder Unterwäsche die Vermenschlichung der Tiere anprangern.

Auch die energetische Landschafts-Verschandelung entgeht dem scharfen Blick der Künstlerin nicht: Der „dräuende Windsäbler“ bringt dank innovativer fluoreszierender Farbe in Schwarzlicht-Installation zusätzlich die Sehgewohnheiten ins Wanken. Wenig verwunderlich, dass auch das Thema Frau hier aus extremem Blickwinkel beleuchtet ist. Die an Artemis von Ephesos angelehnte, bizarr busenlastige „Divine Shape“, die erschreckend verkrüppelten „Lotusfüße“ oder die provozierende „Skullpussy“ demonstrieren Herzogs pointierte Auseinandersetzung mit dem tradierten Bild der Frau und fordern den Betrachter heraus.

Barbara Leicht attestierte der Künstlerin denn auch eine „radikale Art in Farbe und Form“ sowie eine „irritierende Formsprache“: „Sie eckt ganz bewusst auf hohem Niveau an.“ Ein bisschen Humor sei aber immer dabei, ergänzte Regine Herzog mit einem Lächeln.

Die Freude der Stadt Vilseck über das neueste beeindruckende Kunst-Gastspiel brachte Zweiter Bürgermeister Thorsten Grädler zum Ausdruck. Vom Motto der Ausstellung spannte er den Bogen über die Stadt- und Burghistorie bis zum Kunstpfad in der Vilsaue. Sein besonderer Dank galt Kulturamtsleiterin Adolfine Nitschke, die auch diesmal gleichsam als „Herz und Seele“ die organisatorischen Fäden in der Hand hält.

Info:

Service

Regine Herzogs Ausstellung "Limits" im Bergfried der Burg Dagestein ist noch bis Sonntag, 30. Juni, an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Termine auf Anfrage. Der Eintritt kostet zwei Euro. (aks)

www.regineherzog.de

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