01.06.2020 - 15:12 Uhr
VilseckOberpfalz

Vilsecker Burgfestspiele ins Jahr 2022 verlegt

Die Burgfestspiele wie geplant im nächsten Jahr abhalten oder auf den Sommer 2022 verschieben? Darüber hatte der Vilsecker Stadtrat in seiner Sitzung zu entschieden. Für beide Positionen gab es Argumente.

Der Hof von Burg Dagestein: Für die Burgfestspiele in Vilseck verwandelt er sich in eine Theaterbühne - jedoch nicht schon im nächsten Jahr, sondern erst 2022.
von Externer BeitragProfil

Das Gasthaus Hammer hatte die Verschiebung der Burgfestspiele beantragt. Durch die Coronakrise seien heuer bereits etliche Hochzeiten und Veranstaltungen in der Burg ausgefallen, weitere werden noch folgen. Um die wirtschaftlichen Einbußen des Pächters etwas ausgleichen zu können, wäre es für das Gasthaus sehr hilfreich, an den vier für die Burgfestspiele angedachten Wochenenden Hochzeiten ausrichten zu können.

Adolfine Nitschke, städtische Kulturbeauftragte und Organisatorin der Burgfestspiele, sowie Dominik Gruber als Vorsitzender des Theatervereins "Lolamannen" gaben dazu Stellungnahmen ab. Beide teilten mit, man sei bereits intensiv in die Planungen und Vorbereitungen der Burgfestspiele eingestiegen. Jedoch gebe es noch keine Verträge und Zusagen. Beide baten, bei der Entscheidung zu berücksichtigen, dass auch der Verein, der Autor, der Regisseur und andere Beteiligte bei einer Verschiebung finanzielle Einbußen hätten.

Die ursprüngliche Planung

Vilseck

Bürgermeister Hans-Martin Schertl sah einen weiteren Grund für eine Verschiebung: Gerade 2021 dürfte es im Sommer, in denen auch die Burgfestspiele stattfinden würden, zu Terminüberschneidungen kommen. Viele heuer geplanten Feste seien bereits ins nächste Jahr verschoben worden, so auch die Knorr-von-Rosenroth-Festspiele in Sulzbach-Rosenberg und das Hirschauer Festspiel. Zudem finde 2021 die Europameisterschaft statt. Deshalb erachtete Schertl eine Verlegung ins Jahr 2022 für sinnvoll.

Die Gastronomie unterstützen

Die meisten Stadträte teilten diese Auffassung und argumentierten, man wolle die heimische Gastronomie unterstützen und ein positives Signal an den Wirt senden. Mit 17 zu 4 Stimmen beschloss der Stadtrat eine Verlegung der Vilsecker Burgfestspiele ins Jahr 2022.

Der Obst- und Gartenbauverein Sigl und der Imkerverein Vilseck beantragten, dass ein "Leitfaden zur Biodiversität in der Stadt Vilseck" erstellt und dieser in einen entsprechenden Maßnahmenkatalog eingearbeitet wird. Die Stadt hat nach eigenen Angaben diesbezüglich bereits einiges angestoßen. Zum Beispiel die Renaturierung der Vilsaue oder aber die Aussaat von Blühmischungen. Darauf könne man weiter aufbauen, hieß es bei der Stadtratssitzung.

Für Bürgermeister Hans-Martin Schertl verschönern bereits jetzt viele blühende Wiesen das Stadtbild. Er würde es sehr unterstützen, "wenn hier noch mehr angelegt wird und Flächen in Magerwiesen umgewandelt werden". Stadtrat Wilhelm Ertl (Einheitsblock Freie Wählerschaft) meinte, auch die zeitlichen Ziele für die Umsetzung sollten in diesen Katalog eingearbeitet werden. Die Ernennung eines ehrenamtlichen Umwelt- beziehungsweise Klimaschutzbeauftragten für Vilseck erachtete er außerdem als sinnvoll für die Zukunft. Dem schloss sich auch Markus Graf (CSU) an, merkte aber ergänzend an, dass Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung hilfreich wäre, auch in Form von Bürgerveranstaltungen.

Steingärten und Kiesbeete

"Es muss nicht immer ordentlich ausschauen", meint er mit Blick auf akkurat gemähte Rasenflächen und Wege. Maria Honig (Arbeitnehmer-Eigenheimer) schlug vor, die Häuslebauer anzusprechen. Auf vielen Grundstücken würden Steingärten und Kiesbeete angelegt, bedauerte sie. Dort fänden Bienen keine Nahrung. In der nächsten Sitzung soll sich eine Arbeitsgruppe bilden.

Einige Blühwiesen sind bereits im Stadtgebiet angelegt worden. Viele weitere sollen jetzt folgen.
Info:

Fachkreis für Biodiversität

Ein neu gegründeter Fachkreis mit interessierten Bürgern, Mitarbeitern des Bauhofes, der Abteilung Grünpflege und Landwirten könne die künftige Vorgehensweise festlegen. Auch Armin Heuberger (Obst- und Gartenbauverein) und Marianne Metzner (Imkerverein) stünden beratend und unterstützend zur Seite.

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