29.11.2018 - 16:27 Uhr
VilseckOberpfalz

Zwischen Krise und Schaffen

Mit Kunst können manche Menschen ihr Innerstes nach außen kehren - für den einen ist das heilsam, für den anderen schmerzlich, oder beides. Mit der Ausstellung "Gratwanderung" stellen Künstler dieses Dilemma dar.

Bürgermeister Hans-Martin Schertl (Mitte hinten) eröffnet die Ausstellung zusammen mit den auswärtigen Gästen (von rechts) Martin Preuß, Elke Steinberger und Richard Gaßner, Ursula Wohlfeld (Mitte), Irenen Hug (4.v.links) vom Landratsamt und Georg Pielhofer (3.v.links) vom sozialpsychatrischen Zentrum Amberg.
von Redaktion ONETZProfil

Die Ausstellung "Gratwanderung" im Rathausfoyer der Stadt Vilseck entstand aus einem Kreativwettbewerb, der sich gezielt an Menschen mit seelischen Krisenerfahrungen richtete. Das gemeinsame Projekt der Katholischen Jugendfürsorge für die Diözese Regensburg, des Bezirks Oberpfalz und des Vereins Irren ist menschlich wurde anlässlich des 20-jährigen Gründungsjubiläums des Vereins im vergangenen Jahr ins Leben gerufen.

Zwischen den Welten

Die Wanderausstellung ist seit einem Jahr durch die ganze Oberpfalz unterwegs. Mit Vilseck macht sie das erste Mal im Landkreis Amberg-Sulzbach Station, bevor sie in zwei Monaten nach Amberg ins Kongresszentrum wandert. Menschliche Krisen und künstlerisches Schaffen stehen oft im Zusammenhang. Die mit den psychischen Ausnahmesituationen verbundenen Erlebnisse brauchen einen Ausdruck, der in Kreativität umgesetzt werden kann. Manchmal können dadurch sogar Krisen gemeistert werden, manchmal entstehen sie aber auch erst durch diesen Prozess, sagen Experten. Das führe zu einer regelrechten Gratwanderung zwischen den Welten.

Der Bezirk Oberpfalz beteiligt sich als Partner an diesem Projekt, da die Bereiche Kunst-Kultur und Inklusion stärker miteinander verbunden werden soll, wie Bezirksrat Martin Preuß unter anderem betonte.

Zeichen setzen

Die Ausstellung wolle zeigen, dass jeder Mensch wertvoll für die Gesellschaft sei. Sie setze ein Zeichen gegen die Ausgrenzung psychisch Kranker. Preuß lobte den Verein Irren ist menschlich für den Mut, dieses Thema in die Öffentlichkeit zu tragen. Der Verein setze sich seit 20 Jahren für die Belange dieser Menschen ein und sei ein wichtiger Partner für den Bezirk. Elke Steinberger und Ursula Wohlfeld von der Katholischen Jugendfürsorge erzählten den Besuchern Geschichten zu den ausstellenden Künstlern und der Entstehung ihrer Bilder. Es gab 80 Bewerber, 38 Exponate und fünf Texte wurden für die Präsentation in "Gratwanderung" ausgewählt. Die Ausstellung kann bis Mittwoch, 16. Januar, zu den üblichen Rathausöffnungszeiten besichtigt werden.

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