13.11.2018 - 09:24 Uhr
Vilshofen bei RiedenOberpfalz

Leonhardi-Segen für Tiere

In Vilshofen gilt der Heilige Leonhard nach was: Immer am Sonntag nach dem Namenstag segnet der Pfarrer die Pferde. Und nicht nur die.

von Hubert SöllnerProfil

Der Leonhard-Altar in der Pfarrkirche und an die unter der Empore angebrachte Figur des Heiligen bezeugen es: Der Schutzpatron des Viehs wird im Vilstal noch immer verehrt. Und so kamen Gläubige mit Pferden vom schweren Kaltblüter bis zum Pony, aber auch Halter von Hunden, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen zur Kirche, um die Tiere segnen zu lassen. Vor Jahren, sagte Pfarrer Gottfried Schubach,, habe man den Vorwurf hören können, dass die Christen die Verantwortlichen für die Zerstörung der Schöpfung seien, denn das Wort im Buch Genesis "Macht euch die Erde untertan" hätte dazu geführt, dass es zu einer Art Überheblichkeit des Menschen gegenüber der Schöpfung gekommen sei. "Einer Überheblichkeit, deren Auswirkungen wir heute allerorts spüren, da uns die Schöpfung derzeit zu entgleiten und zerstört zu werden droht." Dieses "untertan machen" freilich sei anders zu verstehen. Denn, so Pfarrer Schubach, "wir müssen die Welt als Schöpfung Gottes begreifen und mehr von Gott her sehen - dann sind wir doch mehr Hüter und Bewahrer der Schöpfung Gottes. Wir dürfen sie nützen, aber sie ist in erster Linie Geschenk an uns und an die anderen und auch an die, die nach uns kommen". Wer jedoch die Schöpfung missachte, der missachte Gottes guten Willen.

Bei der Segnung, es gab dazu Brot und eine Plakette für die Pferde, wies der Geistliche darauf hin, dass Tiere Lebewesen mit Schmerzempfinden, Gefühlen, Ängsten seien. Tiere seien würdig zu halten, das fordere die christliche Schöpfungsethik. Unsinniges Leid sei zu vermeiden. Für viele Menschen seien Tiere Begleiter und enge Freunde für das Leben. Allen, die Tiere haben, sei viel Freude daran zu wünschen und auch, dass im Umgang mit den Tieren keine Schäden oder Unfälle geschehen. Die Segnung, so Pfarrer Schubach abschließend, solle bewusstmachen, "dass wir letztlich alles Gott verdanken und ihm verantwortlich sind".

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