Die Wieskirche zum gegeißelten Heiland, wie sie offiziell heißt, war im Zuge der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts in das Eigentum von Vilshofen und durch die Gebietsreform in das des Marktes Rieden gelangt. Die Renovierung des Gotteshauses hatte im Oktober 2015 begonnen, am Ostermontag wurde feierlich der Abschluss gefeiert, das Gotteshaus von Weihbischof Reinhard Pappenberger gesegnet. Der Geistliche zelebrierte mit Pfarrer Gottfried Schubach und Pfarrer Pradyut Bahla aus Neu-Delhi die Messe.
Begleitet von einer kleinen Besetzung der Jura-Blaskapelle Pilsheim stimmten die Gläubigen zu Beginn das Lied "Halleluja, lasst uns singen, denn die Freudenzeit ist da" an. In seiner Predigt ging Weihbischof Reinhard Pappenberger auf das Ostersonntags-Evangelium, die Emmausgeschichte als Erfahrung zweier Jünger mit dem auferstandenen Jesus, ein. Er riet den Gläubigen, in den innersten Kreis bei Emmaus einzutreten, "dann gehen bei der Kommunion die Herzen auf".
Pappenberger erwähnte die Kriege und Seuchen, die das Land damals überzogen hätten, als viele Kirchen "Zum gegeißelten Heiland" erbaut worden waren. Auch heute noch tobe Krieg in vielen Ländern. Zur Verteilung der Kommunion ging der Weihbischof auch vor das Kirchentor. Dort saßen viele auf den aufgestellten Bänken, weil sie im Gotteshaus keinen Platz mehr hatten.
Zur berühmten Wies
Pfarrer Gottfried Schubach ging auf die Geschichte der Wieskirche in Vilshofen ein. Gegen 1740 waren viele Vilshofener nach Steingaden im Schongau gepilgert, um die dortige Prozessionsfigur, einen gegeißelten Heiland, zu verehren. 1748 brachten sie eine Kopie dieses Bildnisses aus der berühmten Wieskirche mit. Im gleichen Jahr entstand die kleine Kapelle „Christi flafellati auf der Wiß“ am Deglhof, die dem religiösen Bedürfnis bald nicht mehr entsprach. So sammelte man Geld und bekam 1750 die bischöfliche Erlaubnis, im Bruderschaftswald bei Deglhof eine neue Kirche zu errichten. Die Vilshofener ließen nicht locker und bekamen die Erlaubnis, eine Kapelle in den Friedhof hineinzubauen. 1751 weihte Abt Meiler die Kapelle, das Bildnis wurde „prozessionaliter unter Trompeten- und Paukenschall aus der Pfarrkirche durch vier Priester in die neue Kapelle getragen“.
















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