Der CSU-Landtagsabgeordnete Harald Schwartz war zu Gast bei Carbon Cycle in Vilshofen, um sich über die Herstellung von Pflanzenkohle aus Hackschnitzeln zu informieren. Schwartz sagte, innovative Unternehmen wie Carbon Cycle seien wichtig für die künftige Ausrichtung der Wirtschaft unter Beachtung der CO2-Situation. Der Abgeordnete zeigte sich davon angetan, wie vielseitig Pflanzenkohle in der landwirtschaftlichen Praxis eingesetzt werden kann und welchen Nutzen sie dabei für den Klimaschutz hat.
„Kohle aus Biomasse macht nicht nur eine Klima-positive Landwirtschaft möglich“, davon sind der Geschäftsführer von Carbon Cycle, Gerhard Büttner, und dessen Prokurist Michael Wiederer überzeugt. Sie bezeichneten Pflanzenkohle als das zukünftige schwarze Gold der modernen Landwirtschaft, plädierten aber auch für den Einsatz in Unternehmen, die klimaneutral werden wollen.
Erst zwei Anlagen in Deutschland
Laut Wiederer wird durch die Herstellung von Pflanzenkohle der Atmosphäre CO2 entzogen und für lange Zeit gespeichert. Es gebe derzeit zwei Anlangen dieses Typs in Deutschland. „Aber es wird nicht mehr lange dauern, bis mit derartigen Anlagen nachgezogen wird“, sagte Wiederer.
Wie Pflanzenkohle eingesetzt werden kann, um Hofdünger zu gutem Kompost und Boden-Verbesserer aufzubereiten, erfuhr Schwartz von Geschäftsführer Gerhard Büttner. Dieser erläuterte, die Pflanzenkohle aus Vilshofen werde in ganz Europa verkauft. Das gemahlene Produkt werde sogar unter Tierfutter gemischt. Gärtnereien verarbeiteten Pflanzenkohle aber ebenso.
Derzeit denken die Betreiber der Anlage laut Prokurist Wiederer über eine Erweiterung nach. „Das würde bedeuten, dass wir die Produktion unserer Pflanzenkohle von derzeit etwa 450 Tonnen auf 1400 bis 1500 Tonnen pro Jahr hochfahren können. Aber auch diese Menge wird nicht reichen, um die Nachfrage nach Pflanzenkohle zu erfüllen.“
Der Riedener Bürgermeister Erwin Geitner bezeichnete die anstehende Erweiterung der Anlage als idealen Einstieg, um über den Aufbau eines Nahwärmenetzes zur sinnvollen Nutzung der entstehenden Abwärme nachzudenken. Für den Markt Rieden sei die Betriebsansiedlung von Carbon Cycle vor einigen Jahren ein Faktor für einen innovativen Standort und die Schaffung von damit einhergehenden Arbeitsplätzen gewesen.
Hackschnitzel kommen aus der Region
Für die Herstellung der Pflanzenkohle in Vilshofen werden nach Firmenangaben ausschließlich Hackschnitzel aus heimischen Wäldern im Umkreis von etwa 80 Kilometern verwendet. „Nadelhölzer werden dabei bevorzugt, weil dadurch ein höherer Wirkungsgrad erreicht werden kann“, sagte Wiederer. Aber prinzipiell könne Pflanzenkohle aus allem gewonnen werden, was organisch gewachsen ist. Das würde jedoch gegebenenfalls zu einem schlechteren Ergebnis führen.
Wichtig sei ferner zu wissen, dass bei der Herstellung einer Tonne qualitativ hochwertiger Pflanzenkohle etwa 3,6 Tonnen schädliches Kohlendioxid über Jahrhunderte fest gebunden würden. Somit leiste der verantwortungsvolle Landwirt einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Abschließend erfuhr Schwartz, dass Pflanzenkohle als Bodenzusatzstoff zugelassen sei und in die neue EU-Düngemittelverordnung vom Jahr 2019 mit aufgenommen worden sei.
Verwendungsmöglichkeiten von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft
- Zufütterung
- Stalleinstreu
- Dünger (mit Gülle aufgeladen)
- Substrat in Biogasanlagen
Quelle: www.carbon-cycle.de















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