Vohenstrauß
27.05.2019 - 10:47 Uhr

34 Buben und Mädchen feiern Erstkommunion

Dekan Alexander Hösl feiert den Sonntagsgottesdienst und stellt einen Zusammenhang zum Freibad her. In seiner Predigt vom Schwimmen richtet er einen Appell an Eltern und Erstkommunikanten.

34 Buben und Mädchen feierten am Sonntag Erstkommunion. Der Himmel schickte dazu viele Sonnenstrahlen. Bild: dob
34 Buben und Mädchen feierten am Sonntag Erstkommunion. Der Himmel schickte dazu viele Sonnenstrahlen.

34 Buben und Mädchen haben am Sonntag mit ihren Familien feierlich ihren Erstkommuniontag gefeiert. Viele Sonnenstrahlen begleiteten diesen aufregenden Tag, der mit dem Einzug mit Dekan Alexander Hösl in die Stadtpfarrkirche begann. Die Tragkraft des Wassers und die Stimmung eines heißen Tags im Freibad nahm sich der Geistliche für seine Predigt zu Hilfe und stellte einen Bezug zum Markus-Evangelium her. „Immer wieder gibt es in unserem Leben Zeiten und Situationen, da der gewohnte Trott, das ruhige Dahinleben ein Ende haben. Eine schlimme Krankheit, der Verlust des Arbeitsplatzes, der Tod eines nahen Verwandten, Schwierigkeiten in der Schule oder im Beruf, Streit mit Freunden - die sonst so ruhige See ist aufgewühlt, das Wasser des Lebens wird zur gefährlichen Bedrohung“, sagte der Dekan. Das bisherige Vertrauen in die eigenen Kräfte, in „meine Schwimmkünste" gerate ins Wanken. Angst, ja Panik mache sich in diesen Situationen breit. "Selbst die Dinge, die wir uns im Laufe des Lebens geschaffen haben, um Sicherheit und Glück zu schaffen, funktionieren nicht mehr: die „Schwimmhilfen" reichen nicht mehr aus", meinte Hösl. „In diesen Situationen denken wir dann zurück: damals, als unser Leben und der Lebenssee noch ruhig waren, glaubte ich tatsächlich, alles selbst in Griff zu haben, alles selber machen zu können, mein Leben selber in der Hand zu haben. Und Gott? Den habe ich auf ein weiches Kissen ganz hinten im Boot verbannt, dort kann er ruhig schlafen. Ich brauchte ihn nicht oder nicht mehr; daher sollte er Ruhe geben und mich in meinem Leben nicht stören.“ Wie sieht es aber aus, wenn es im Leben schwierig wird und es einem schlecht geht: „Jetzt aber, da mein Selbstbewusstsein und meine menschlichen Sicherheiten in die Brüche gehen, wo es mir im Leben schlecht geht, jetzt brauche ich ihn dringend.“

Jeder sollte eigentlich wissen, dass Gott nie schläft. Aber er drängt sich auch nicht auf, wenn man glaubt, ohne ihn auszukommen. „Er lässt mir meine Freiheit, wenn ich meine, mit eigener Anstrengung und Kraft durchzukommen, wenn ich krampfhaft Lecks in meinem Lebensboot abdichte oder Wasser aus meinem Boot pumpe.“ Aber irgendwann sei der Punkt erreicht, an dem man erkennt: „Mit eigener Kraft geht gar nichts mehr. Jetzt heißt es, das eingeschläferte Vertrauen in Gott wieder zu wecken.“ Es brauche oft gewaltige „Stürme des Lebens". Genau an dieser Stelle könne man eine verblüffende Erfahrung machen. „In dem Augenblick, in dem ich meine verzweifelten, krampfhaften, sinnlosen Anstrengungen aufgebe, in dem ich mich vertrauensvoll in die Arme Gottes begebe und alles ihm übergebe, tritt schlagartig Stille ein.“ Dekan Hösl meinte nicht eine äußere Stille, es könne durchaus sein, dass das Leben äußerlich noch genauso unruhig ist, die Schicksalswogen noch genauso bedrohlich ins Lebensboot klatschen. Er sprach von einer inneren Ruhe, "die meine Seele ruhig werden lässt sodass ich keine Angst mehr habe". Erstkommunikanten wurden mit in den Gottesdienstablauf einbezogen und durften Gebetsstellen übernehmen. Außerdem appellierte der Geistliche: „Pflegen wir wieder eine Sonntags- und Festkultur, um unseren Sonntag und unseren christlichen Festen, allgemein unserer christlichen Kultur eine Zukunft zu geben. Treten auch wir geschlossen als Gemeinschaft auf, bekennen auch wir unseren Glauben öffentlich, stehen auch wir im Alltag zu unserem Herrgott. Zeugnis geben ist heute mehr denn je gefragt.“

Info:

Erstkommunion feierten:

Marcel Beckmann, Franziska Beer, Tom Busch, Julia Ditz, Tara Fikus, Nico Gürster, Lea Hammerl, Mikayla Hierold, Linda und Luis Hinderlich, Franziska Kiener, Leander Klein, Andy Knipp und Jakob Kreisl. Weiter Franziska Lichtinger, Tilmann Müllner, Marie Munzert, Ferdinand Poschenrieder, Maraike Prüll, Leonie Puff, Julian Reindl, Laura Retzer, Lisa-Marie Rostalski, Leonhard Schönberger, Nina Schriml, Paul Tölzer, Lukas Trinkl, Thomas Uebelacker, Tobias Voit, Leon Wagner, Felix Wehner, Anna Wildenauer, Lara-Marie Wittmann und Justin Ziro.

 
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