Vohenstrauß
12.12.2018 - 09:44 Uhr

Adventlicher Hutza-Abend im Pfarrheim

Seelentröster kann man in der Adventszeit nie genug haben. Ein Hutza-Abend kann ein Geschenk sein. Mundart-Moderator Max Frischholz stellt zwischen den musikalischen Beiträgen bekannte Figuren des Advents vor.

Die Miesbrunner Sitzweil und Mundart-Moderator Max Frischholz (Mitte) ergänzen sich harmonisch. Bild: dob
Die Miesbrunner Sitzweil und Mundart-Moderator Max Frischholz (Mitte) ergänzen sich harmonisch.

Zu einem adventlichen Abend zum Zuhören waren die Angehörigen der katholischen Pfarrgemeinde heuer nach dem Patrozinium ins Pfarrheim, ähnlich eines aus früherer Zeit bekannten „Hutza-Abends“ eingeladen, der vom Kirchenchor, der Miesbrunner Sitzweil und einer Mischung aus Gospel- und Fidelis-Chorgemeinschaft gestaltet wurde. Dekan Alexander Hösl begrüßte bei Plätzchen und Glühwein viele Zuhörer, die den Weg nach dem Gottesdienst ins Pfarrheim fanden. Für den angekündigten Moderator Josef Forster, den eine Verletzung außer Gefecht setzte, sprang auf Bitte des Stadtpfarrers kurzerhand der pensionierte Pleysteiner Lehrer Max Frischholz ein. Den Auftakt zum musikalischen Ereignis übernahm der Kirchenchor unter Leitung von Claudia Gruber mit „Es naht die wunderbare Zeit“ und „Maria durch ein‘ Dornwald ging“, nachdem die Sitzweilgruppe Miesbrunn mit Ludwig Putzer, Norbert Puff, Tanja und Markus Schulz sowie Karl Putzer bereits mit einem dezent klingenden Advents-Landler die Gäste adventlich einstimmten.

Da zum Patrozinium die zweite Adventskerze am Kranz angezündet wurde, beleuchtete Frischholz diesen Brauch, der von der Geburtsstätte, dem sogenannten „Rauhen Haus“ in Hamburg mit dem evangelischen Theologen und Sozialpädagogen und Begründer der Inneren Mission, Johann Hinrich Wichern, ausging. 1838 erwähnt dieser bereits in einem Tagebucheintrag, dass er mit seinen Jugendlichen jeden Tag in der Adventszeit eine Kerze auf einem großen Kronleuchter mit einem Durchmesser von zwei Metern entzündete. Später ließ er diesen auch mit grünen Zweigen umwinden. „Der erste Adventskranz heutiger Machart war entstanden.“

Von Norddeutschland aus breitete sich ab 1930 der Brauch auf ganz Deutschland aus. Die Kerzen wurden auf vier reduziert und der Kranz war konfessionsübergreifend zum religiösen Brauchtum geworden, wusste Frischholz. Der Adventkranz sei reich an Symbolen. Er gilt als verkleinertes Abbild des Sonnenrads und ist wegen seiner kreisrunden Form Sinnbild für Ewigkeit, Hoffnung, Glück und Vollendung. Das Grün der Tannenzweige soll Segen bringen dem Unheil und Tod wehren, so Frischholz. „Advent ist eine Zeit des Nachdenkens der Besinnung und der Umkehr.“ Frischholz hatte auch Gedanken eines oberbayerischen Landwirts dabei: „Souch an Herrgott und glab fest dra‘, und zündt die zwoate Kerzen a. Missgunst, Hass und Neid treibt ganze Völker so vül Leit bis hin zum Kreich, wals am End Frieden, Freiheit homs verkennt. Desweg’n fang zum Guat sa an und zint die dritte Kerzen a.“

Darauf meinte der Chor Fidelis mit Leiterin Lena Rötzer „Sein Licht geht auf und leuchtet ins Dunkel hinein.“ Mit der heiligen Barbara und dem heiligen Nikolaus rief Frischholz zwei der bekanntesten Figuren der Adventszeit in Erinnerung. Barbara zählt seit dem Mittelalter zu den 14 Nothelfern und im bäuerlichen Alltag gibt es an ihrem Gedenktag zahlreiche Wetterregeln. Der Kirchenchor versicherte anschließend: „Es ist für uns eine Zeit angekommen, sie bringt uns eine große Freud‘“. Dankbar ob der gebotenen Musik und Lieder, belohnte das Publikum die Mitwirkenden nach jedem Stück mit dankbarem und langanhaltendem Beifall.

Der Kirchenchor unter Leitung von Claudia Gruber stimmte ebenfalls adventlich Lieder an. Bild: dob
Der Kirchenchor unter Leitung von Claudia Gruber stimmte ebenfalls adventlich Lieder an.
Der Kirchenchor unter Leitung von Claudia Gruber stimmte ebenfalls adventliche Lieder an. Bild: dob
Der Kirchenchor unter Leitung von Claudia Gruber stimmte ebenfalls adventliche Lieder an.
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