25.11.2021 - 09:48 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Aliens auf dem Jugendfilmfestival Oberpfalz

Das Jugendfilmfestival Oberpfalz präsentiert alle zwei Jahre junge Filmemacher aus der Region. Die Weidener Gruppe Ainbahnstraße reicht dieses Jahr ihren Film "Das Alien - Bob auf geheimer Mission" ein. Am Samstag ist Online-Premiere.

Vincent Poschenrieder spielt im Film das Alien, das versehentlich auf der Erde gelandet ist. Die Kulisse wurde vom Team selbst gebaut, wobei maßgeblich Poschenrieders kleiner Bruder Ferdi beteiligt war.
von Kira LorenzProfil

Ein Alien steigt aus dem Manteler Weiher. Sein Name ist Bob. Auf seiner Mission, ein Portal zu einer anderen Dimension in einem schwarzen Loch zu finden, ist Bob auf der Erde abgestürzt und erlebt nun in Weiden seine Abenteuer. Die Filmgruppe Ainbahnstraße hat mit ihrem Dreh im August einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als sie kostümiert und mit Kameras bewaffnet durch die Weidener Straßen und das Umland zogen. "Am Manteler Weiher war reger Durchgangsverkehr, einige sind auch stehengeblieben und haben gerufen, 'Fasching ist doch nächstes Jahr erst wieder'", erzählen die Filmemacher. Ein Mal sei sogar der Manteler Bürgermeister auf dem Fahrrad vorbeigefahren und habe sich erkundigt, was da so vor sich geht.

Und wofür das Ganze? Der Film ist entstanden für das Jugendfilmfestival Oberpfalz. Was eigentlich nach Cannes, Venedig oder Berlin klingt, ist auch für die Oberpfälzer Jugend ein Thema. Alle zwei Jahre können Hobby-Regisseure unter 27 Kurzfilme, Musikvideos, Dokumentationen einreichen und von einer hochkarätigen Jury auszeichnen lassen. Die Gewinner nehmen sogar anschließend am Bayerischen Kinder- und Jugendfilmfestival teil.

"Einmal rein - nie wieder raus"

Ainbahnstraße, das sind Michelle Hagn, Katharina Schneider, Jonas Frenzel, Vincent Poschenrieder und Sebastian Rathgeber. Sie kennen sich schon seit ihrer Schulzeit - und drehen seitdem Filme. 2019 nahmen sie schon einmal am Jugendfilmfestival Oberpfalz teil, mit ihrem Kurzfilm "Bratwurst mit Sauerkraut". Der Name Ainbahnstraße kommt von der Einbahnstraße, deshalb auch das Motto "Einmal rein - nie wieder raus". Um im Internet nicht zwischen Videos über Einbahnstraßen unterzugehen, hat man sich für eine kreative Abwandlung der Schreibweise entschieden, was allerdings manchmal Kommunikationsprobleme mit sich bringt. Aber: "Hochseriöse Namen bleiben nicht im Gedächtnis", findet Frenzel.

Filmproduktion in Eigenregie

Mit viel Witz und Augenzwinkern produziert die Gruppe Filme für Schulprojekte, Wettbewerbe und ihren YouTube-Kanal "Ainbahnstraße". Dafür rekrutieren sie sich auch mal ihre Darsteller im Zug oder produzieren einen kompletten Kurzfilm innerhalb von 24 Stunden für das Selbstfilmfest "Durchgedreht 24". "Unser Film hieß Erfolg - wir hatten damit keinen Erfolg", lacht Poschenrieder. Auch Aufträge nimmt die Gruppe an. Mit einem Erklärvideo für den Katholischen Arbeitnehmerbund hätten sie sogar etwas Geld verdient, das sie gleich in ihr unter größten Mühen selbstgebautes Raumschiff gesteckt hätten. Denn bei ihren Produktionen machen sie von vorne bis hinten alles selbst, darauf sind die Filmemacher stolz. Frenzel ist für Musik und Soundeffekte zuständig, Rathgeber für Kamera und Schnitt. Poschenrieders kleiner Bruder übernahm den Kulissenbau, der der Gruppe das meiste Kopfzerbrechen bereitete.

Auf der großen Leinwand

Um ihren Freunden und Familien für die Unterstützung zu danken, mieteten sich die fünf jungen Erwachsenen an einem Sonntag im Herbst das Neue-Welt-Kino Weiden und zeigten dort die "Evolution" ihrer Filme. Gleichzeitig haben sie ihr Werk dann zumindest einmal auf der großen Leinwand gesehen. Denn die geplante Preisverleihung mit Premiere aller Finalfilme im Ringtheater Amberg muss aufgrund der derzeitigen Situation online stattfinden. Was genau laufen wird, wissen die Filmemacher noch nicht. "Es ist aber immer beeindruckend, was gezeigt wird, gerade in der Altersklasse 24 und aufwärts", findet Poschenrieder, "leicht gewinnt man das Festival nicht."

Alien von der Ainbahnstraße

Inzwischen haben sich die Wege der Freunde getrennt, sie studieren Grundschullehramt oder absolvieren den Bundesfreiwilligendienst. Trotzdem haben sie sich nicht aus den Augen verloren, arbeiten weiter an gemeinsamen Projekten. "Im Hinterkopf habe ich schon noch, dass ich vielleicht mal in die Richtung Schauspiel will", so Poschenrieder. Auch Frenzel und Rathgeber können sich eine Zukunft als Künstler vorstellen. Mit der Teilnahme am Jugendfilmfestival sind sie schon einen Schritt in die richtige Richtung gegangen, hat es doch schon einigen Teilnehmern als Sprungbrett in die Medienwelt gedient.

Kultur im Caritas-Haus in Schönsee

Schönsee
Hintergrund:

Mitmachen beim Jugendfilmfestival Oberpfalz

  • Nächstes Jugendfilmfestival: 2023
  • Jugendliche und junge Erwachsene unter 27 aus der Oberpfalz
  • Genre egal, unter 30 Minuten
  • Film darf nicht älter als zwei Jahre sein
  • Jedes Niveau willkommen - außer kommerzielle Produktionen
  • Am Ende winkt Preisgeld und die Teilnahme am Landeswettbewerb
Das Alien Bob fliegt am Anfang des Films friedlich durch die Galaxie. Die Animationen stammen von Sebastian Rathgeber.
Das Ainbahnstraßen-Filmteam hat von der Kulisse über den Dreh bis zur Postproduktion alles selbst in die Hand genommen.

 

 

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