28.11.2019 - 10:19 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Aufenthaltsdauer sinkt weiter

Tourismusleiter Christoph Maier informiert über die Situation im Fremdenverkehrsbereich. Die Übernachtungszahlen sind im vergangenen Jahr mit minus 16 Prozent stark rückläufig waren.

Wohnmobilisten kommen gerne in die Pfalzgrafenstadt. Meist ist der Platz, neben der Stadthalle, sehr gut belegt.
von Elisabeth DobmayerProfil

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von Touristen in der Pfalzgrafenstadt ist weiterhin sinkend. Waren es im Jahr 2018 noch 1,9 Tage Verweildauer in der Stadt, sind es heuer nur mehr 1,7 Tage. Im Zeitraum von Januar bis September bezifferte Tourismusleiter Christoph Maier 7471 Ankünfte (-6,5 Prozent) und 12 898 Übernachtungen. Diese Zahl sank gegenüber dem Vorjahr mit 16 Prozent deutlich, informierte der Tourismuschef in der Sitzung des Jugend-, Tourismus- und Kulturausschusses. Die Auslastung ging von 27,6 Prozent auf 23,1 Prozent zurück. „Die Leute kommen zwar, aber sie bleiben nicht.“ Innerhalb der Großgemeinde sind sieben Beherbergungsbetriebe mit 200 Betten gemeldet. Der Gasthof „Zum Förster“ in Kaimling bietet keine Übernachtungen mehr an. Mit dem „Lindenhof“ der Familie Freudenreich in Braunetsrieth und „Zum Schwarzen Bären“ der Familie Anzer in Oberlind kann die Stadt zwei klassifizierte Häuser mit elf Ferienwohnungen und insgesamt 49 Betten vorweisen. Im Bereich Ferienwohnungen ist das Haus der Familie Pelzl in Kaimling mit drei Sternen klassifiziert.

Der in den letzten Jahren neugestaltete Wohnmobilstellplatz, gleich neben der Stadthalle, wurde auch in diesem Jahr wieder sehr gut von den Wohnmobilisten angenommen. In den Sommermonaten sind meist mehr als acht Wohnmobile – für die eine Bucht ausgewiesen ist - vor Ort. Die Stadt verlange keine Parkgebühr, ergänzte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer auf Nachfrage. Stromzählerkasten würden wieder Personal erfordern und auch Vandalismus sei dann wieder Tür und Tor geöffnet. Übers Jahr gesehen sei es bestimmt günstiger keine Gebühr zu verlangen, als einen Verwaltungsaufwand zu produzieren. Noch dazu profitieren die Geschäftsleute, denn die Camper kommen in die Stadt zum Einkaufen, begründete der Rathauschef. „Die Resonanz ist auch durchwegs positiv“, sagte Maier.

Allerdings sei ein Kritikpunkt die Nutzung des Platzes durch Sperrmüllsammler und als Müllumschlageort während der Sperrmüllabfuhr. „Das war heuer sehr krass. Die haben bei der letzten Sperrmüllsammlung eine richtige Wagenburg errichtet und mit ihren alten Vehikeln und Sprintern die ausgewiesenen Parkbuchten über vier Tage blockiert.“ Nachdem ja diese Buchten als Wohnmobilstellplätze deklariert sind, werde die Polizei dort zukünftig gebührenpflichtige Verwarnungen aussprechen. Darüber habe er bereits mit Polizeichef Martin Zehent gesprochen. Eventuell müsse man sich auch überlegen, die gesamte Anlage während der Zeit des Sperrmülltourismus abzusperren, dann produziere man wenigstens keinen Ärger, stellte der Rathauschef in den Raum.

Die Leute kommen zwar, aber sie bleiben nicht.

Tourismusleiter Christoph Maier

Friedrichsburg gut ausgelastet:

Positives berichtete Christoph Maier auch über die Auslastung der Friedrichsburg. Immerhin wurde das Renaissanceschloss zu 26 Veranstaltungen gebucht. Darunter 2 Ausstellungen, 16 Hochzeiten, 1 Geburtstagsfeier und dazu Oldtimertreffen, Mode im Schloss, eine Veranstaltung mit „Schaltlücke“ oder Yoga im Schlossgarten sowie „Advent im Schloss“ und noch 2 betriebliche Adventsfeiern. Außerdem schlagen sich auch die Theatertermine des Landestheaters Oberpfalz nieder. Heuer verbuchte deshalb die Stadt auch mit knapp 10 000 Euro deutlich höhere Mieteinnahmen. Sehr gut angekommen sind wieder die Sommerserenaden im Stadtpark. Von Mai bis Juli waren acht Auftritte verschiedenster Gruppen geplant. Nur die Veranstaltung der Blaskapelle Waldkirch fiel dem schlechten Wetter zum Opfer. „Wir versuchen es im nächsten Jahr mit dieser Musikgruppe erneut.“

2020 stehen die 15. Sommerserenaden am Start. Die Kulturnacht brachte in diesem Jahr wegen des schlechten Wetters nicht ganz den Erfolg der Vorjahre. Allerdings waren die Veranstaltungen in den Geschäften, wie das klassische Konzert bei Raum & Design Griessl, sehr gut besucht. Die offizielle Musikbühne wurde in die Stadthalle verlegt. „Der Geist der Kulturnacht wehte deshalb nicht ganz so stark wie in den Vorjahren durch die Stadt“, meinte Maier. In der städtischen Bücherei wurden heuer 8559 Ausleihungen verzeichnet. Auch dieser Trend ist steigend. Der Tourismusleiter wies zudem darauf hin, dass unter der Webseite vohenstrauss.de unter dem Menüpunkt Veranstaltungen jetzt ein Jahreskalender zum Download bereit steht. Somit können sich die Vereine über die bereits gemeldeten Termine informieren und ihre eigenen Feste besser planen. Maier bat außerdem, dass Vereine ihre Veranstaltungen rechtzeitig für das nächste Jahr bei der Stadt melden sollen. Für das Jahr 2020 sei das Schloss Friedrichsburg fast wieder vollständig belegt. Derzeit sind schon 13 Hochzeitstermine vereinbart. Zusätzlich auch Geburtstagsfeiern und ebenso ein Harley-Davidson-Treffen. Schließlich präsentierte Maier den neuen reichbebilderten Stadtplan unter dem Motto „Stadtrundgang in Vohenstrauß“.

Die Friedrichsburg wird gerne für Veranstaltungen gebucht, auch private Feiern wie Hochzeiten werden darin liebend gerne gefeiert.
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