17.06.2019 - 13:10 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Blasmusik mit Herz

Halb Roggenstein war bei der dritten Serenade im Vohenstraußer Generationenpark versammelt. Wo Josef Wolfrath mit seinen Musikanten auftaucht, ist Stimmung und Musik vom Feinsten angesagt.

30 junge Musikanten geben einen wunderbaren Klangkörper ab, der die Zuhörer bei der Serenade im Generationenpark begeisterte.
von Elisabeth DobmayerProfil

Es war Blasmusik mit Herz, die am Sonntagabend im Stadtpark erklang und eine Verbeugung vor dem ungekrönten Kaiser der böhmischen Blasmusik Ernst Mosch. Wenn die Roggensteiner Jugendkapelle im Stadtpark bei der Serenade angekündigt ist, dann sind die Blasmusikfans nicht mehr zu halten. Die Sitzplätze im Rund des Stadtparks reichten bei weitem nicht aus. Schnell schleppten die Helfer der Feuerwehr noch Reservebänke heran. Viele Besucher nahmen bei der dritten Serenade auch einen Stehplatz in Kauf, denn träumen kann man bekanntlich auch im Stehen.

Ein Feuerwerk der Blasmusik entzündeten die 30 Musikanten der Gruppe mit Kapellmeister Josef Wolfrath, die alle im zinnoberrotem Gilet, weißen Hemden und Blusen sowie schwarzen Hosen ein beeindruckendes Bild abgaben. Der Auftakt mit dem Erzherzog-Albrecht-Marsch war mehr als gelungen gewählt und Ferdinand K. Münch übernahm die Ehre, das Publikum durch das musikalische Programm zu geleiten.

Etwas ruhiger ging es mit der Kuschelpolka weiter, bevor Münch ersten Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, dritten Bürgermeister Johann Gollwitzer und Stadtrat Josef Maier unter den vielen Gästen ausmachte. Wer diese Polka hört, erinnert sich unweigerlich an den Gründervater Ernst Mosch. „Keine Effekthascherei, keine harmonieschwangeren Melodienorgien, einfach eine schnörkellose wunderschöne Polka im Egerländer Sound“, versicherte Münch und versprach nicht zu viel. „Bei bewölktem Himmel aber doch sehr angenehmen Temperaturen“, hieß Wutzlhofer die vielen Besucher willkommen. Noch am Morgen bestand keine rechte Hoffnung die Serenade durchziehen zu können. Besorgte Pleysteiner riefen sogar bei ihm an und fragten nach, ob es sich rentiere zu kommen, erzählte das Stadtoberhaupt.

„Sie sehen, wunderbares Serenadenwetter. Zeit und Muse für die Blaskapelle Roggenstein.“ Wenn er seinen Blick im Publikum schweifen lasse, sehe er die Bewohner von halb Roggenstein und da habe er im Onetz bereits gelesen: „An einem der schönsten Plätze hoch über dem Luhetal.“ Dies könne er nur bestätigen.

Eine Sensationspolka, geschrieben von Mathias Rauch, eroberte in aller Kürze die Herzen in der Blasmusikwelt, versicherte Münch. Kathrin Bayer und Wolfgang Zitzmann besangen die „Böhmische Liebe“. Es werde sogar schon darüber spekuliert, ob dieses Lied dem „Böhmischen Traum“ den Rang ablaufen könnte. Günther Fullisch widmete dem Kaiserwald, der zwischen den tschechischen Städten Karlsbad, Marienbad und Franzensbad liegt, einen Walzer, den Josef Wolfrath mit seinem Ensemble ebenso im Repertoire hat. In den großen Westen der USA wurden die Zuhörer mit dem Montana-Marsch entführt. Ein wahrer Glücksgriff war auch der Titel „Von Freund zu Freund“. Eine Polka mit wunderschön schlichter Einleitung, rhythmischen Passagen und einer lyrische Triomelodie, die unter die Haut gehen und in den Ohren bleiben. Solisten waren in diesem Stück die Brüder Bastian und Michael Fenzl aus Schammesrieth. „Du bist das Land dem ich die Treue halte“, sangen die Musikanten dann im nächsten Stück voller Inbrunst. Dabei wird die Abtrennung Südtirols von Tirol besungen, die heute noch schmerzt. Die „Lottchen“-Polka und die Südböhmische Polka, deren Noten jeder Musikant in seinem Schrank haben dürfte, folgten im weiteren Verlauf des Abends. Ein Dauerbrenner ist ebenso „Ein halbes Jahrhundert“ oder „Hu-a-Hu“, in dem es heißt: „Herrlich ist die Liebe und nur der alte Mond schaut zu.“

Nach dem „Military Escort“ schenkten sich die Musikanten eine kurze Pause, bevor sie mit „Morning Sunshine“ das „Zimmer“ wechselten und einige neuere Titel spielten, die Katharina Wolfrath und Bastian Fenzl aber auch der Kapellmeister selbst gesanglich untermalten. Ungebremst spielte das Ensemble mit „Fröhlicher Auftakt“ weiter, in dem ein vierstimmiger Trompetensatz und diverse Rhythmuswechsel im Rumba-Stil eingebaut waren. Verena und Nadine Kreuzer, Laura Bayer und Elena Schönberger glänzten dabei als Solisten. Nicht fehlen durfte natürlich das Lied „I bin a Dorfkind“ mit dem die Roggensteiner Jugendkapelle vor vier Jahren große Erfolge beim Wettbewerb mit den „Dorfrockern“ erzielten. In Rainhard Fendrichs Erfolgstitel „Weilst a Herz hast wie a Bergwerk“, klang die Sehnsucht nach Verlässlichkeit beim Partner und nach alles überstehender Liebe durch. „It’s so easy“ und Bert Kaempferts Popsong „Danke Schön“ waren eine nette Art für diesen wundervollen Abend musikalisch „Dankeschön“ an die Zuhörer zu sagen. Der musikalische Genuss war damit aber längst nicht beendet, denn der tosende Beifall forderte das Lieblingslied des Bürgermeisters „Böhmischer Traum“ und das Egerländer Heimatlied heraus. Erst dann durften sich die Musikanten nach knapp zwei Stunden endgültig nach einem traumhaften Abend von einem restlos begeisterten Publikum verabschieden.

Schnell werden noch Sitzgelegenheiten aus den benachbarten Gärten herangetragen. Stadtrat Josef Maier (Zweiter von rechts) wusste sich mit seinen Freunden zu helfen.
Kathrin Bayer und Wolfgang Zitzmann gaben ihr Debüt beim wunderbaren Titel "Böhmische Liebe", der den "Böhmischen Traum" den Rang ablaufen könnte.
Die Solisten der verschiedenen Stücke präsentierten sich bei den Liedern dem Publikum.
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