07.08.2019 - 10:14 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Borkenkäfer-Alarm in den Wäldern

Es gilt viel zu beachten, wer dem Holz-Feind Nummer eins zu Leibe rücken will. Buchdrucker und Kupferstecher sind aktiv.

Die Waldbesitzer fürchten um ihre Bäume. WBV-Förster Andreas Eiser (links) erörtert mit den Männern und Frauen, was im Ernstfall beachtet werden muss. Die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung wird nun vom Bayerischen Staat gefördert.
von Elisabeth DobmayerProfil

Die Bäume in der Region werden durch das lang anhaltende, trockene Wetter massenhaft von Borkenkäfern befallen. Der Schädling ist für Förster und Waldbesitzer kein Novum. Immer wieder sind sie mit Phasen konfrontiert, in denen sich die Zahlen richtiggehend hochschaukeln. Der Käfer mag es warm und ihm muss genügend Brutmaterial zur Verfügung stehen, das er befallen kann. Er geht primär auf liegende Bäume, die frisch umgefallen sind. Doch er befällt auch vollkommen gesunde Bäume. Deswegen müssen Waldbesitzer ihre Wälder wöchentlich kontrollieren.

Die Waldbesitzervereinigung Eslarn-Vohenstrauß hatte deshalb zu einem Informationsvormittag mit Waldbegehung eingeladen. WBV-Förster Andreas Eiser teilte dabei auch die erfreuliche Nachricht von Forstministerin Michaela Kaniber mit, dass die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung nun mit bis zu zwölf Euro pro Festmeter gefördert wird. Die Forstleute erörterten darüber hinaus auch, unter welchen Voraussetzungen der Fördersatz beantragt werden kann. Um Probleme oder Missverständnisse bei der Antragstellung und Abwicklung der Förderung zu vermeiden, sei es grundsätzlich notwendig, die zuständigen staatlichen Revierleiterin so früh wie möglich über die bevorstehende Antragstellung zu informieren. Sollte wegen aktuellem Borkenkäferbefall ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn vor der Antragstellung notwendig sein, weil Gefahr in Verzug ist, muss der Antrag während der noch laufenden Maßnahme unverzüglich nachgeholt werden. Es gelte jedenfalls zu beachten, dass eine Antragstellung nach dem Abschluss der Maßnahmen nicht mehr möglich ist.

Gefördert werden insektizidfreie Bekämpfungsmaßnahmen, das heißt entweder Entrindung, Häckseln beziehungsweise Mulchen oder die Zwischenlagerung von Schadholz auf einem geeigneten Lagerplatz, der mindestens 500 Meter vom nächstgelegenen Fichtenbestand entfernt liegen muss. Kaniber fürchtet sogar ein Absterben der Wälder, da diese vielerorts durch Trockenheit und Stürme sowieso schon geschwächt sind. „Die Bekämpfung des Borkenkäfers und der Erhalt unserer Wälder liegt im Interesse der gesamten Gesellschaft“, versicherten die WBV-Geschäftsführer Josef Maier und Albert Gollwitzer.

Sturmschäden und der sehr warme und trockene Sommer im Vorjahr hatten den regionalen Wäldern schon Rekordmengen an Schadholz entstehen lassen. Mit 4,5 Millionen Festmetern bilanzierte die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) für das vergangene Jahr so viel von Borkenkäfern befallenes Holz wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg.

Das Borkenkäfer-Monitoring informiert die Waldbesitzer mit dem Schwärmdiagramm tagesaktuell über die Bedrohungslage in der Region. Vor allem die Nähe zu Tschechien, die strukturell schwach aufgestellt ist und in deren Region sich der Borkenkäfer massenhaft vermehrt hat, sehen die Experten kritisch. Es gehe längst nicht nur um die eigenen Flächen. Trotzdem können die Waldbesitzer nicht mit dem Schädling Schritt halten. Es müssten alle verfügbaren Kräfte zusammenarbeiten, um mit einem blauen Auge davon zu kommen. Alle Waldbesitzer müssen jetzt den Ernst der Lage erkennen, betonten die Sprecher.

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