11.12.2018 - 11:18 Uhr
VohenstraußOberpfalz

"Deppenmagnet" Günter Grünwald sprengt Stadthalle Vohenstrauß

Kruzitürken, ist das mal ein genüsslicher Abend. Vom chinesischen Fabriksemmerl bis zum panierten Affenhirn - nur ein „Deppenmagnet“ wie der Kabarettist Günter Grünwald ist imstande von Dingen zu erzählen, die man gar nicht hören will.

Der Komiker Günter Grünwald gastiert mit seinem Programm "Deppenmagnet" in der Vohenstraußer Stadthalle und amüsiert damit 450 Gäste.
von Christine Walbert Kontakt Profil

Die Stadthalle in "Vogelstrauß" war im Nu ausverkauft, als sich der 62-jährige Ingolstädter mit seinem Programm angekündigt hatte. Für eingefleischte Grünwald-Fans und andere "Deppen", die der Komiker wie ein Magnet anzieht, kommt der schnöde Montagabend mitten im Advent gerade recht, um sich vom seichten Weihnachtsgesäusel köstlich derb ablenken zu lassen. Geht man zum Grünwald, ist man auf grobe Verbalattacken jenseits der Gürtellinie vorbereitet. Die Zuhörer (in Vohenstrauß sind es 450) kommen nämlich nicht trotz, sondern gerade wegen Grünwalds Ausnahmetalent in Sachen Derbheit auf hohem Niveau. Seit mehr als 25 Jahren füllt er Säle und Hallen - von seiner Show "Freitagscomedy" im Bayerischen Fernsehen ganz abgesehen.

Das Programm "Deppenmagnet", mit dem der Komödiant seit 2015 seine Anhänger bespaßt, hält einige Kracher bereit. Als Zuhörer sieht man die gesalzenen Pointen regelrecht auf sich zuschießen. Doch ehe man den Kopf einziehen kann, sitzt das Ding bereits zielsicher und schüttelt das gesamte Publikum gut durch. So verbucht der 62-Jährige zwei Stunden lang Treffer für Treffer. Grünwald plaudert zum Beispiel über seine China-Reise, während der er in einem Dorf von Chinesen "angetatscht" worden sei. Er sei sich vorgekommen "wie im katholischen Internat im Zimmer vom Präfekten". Die Essgewohnheiten der Chinesen beschreibt er detailliert: Da wird das Huhn am liebsten verspeist, "wenn es schon a bisserl länger frisch ist".

Tätowierte Menschen liegen dem Ingolstädter besonders am Herzen. Er selbst sei nicht bemalt. Würde er sich aber im Suff dazu entschließen, müsste es ein maritimes Motiv wie ein Anker auf dem Unterarm sein. So wie Heidi Kabel. Leider sei ihr Unterarm zu dünn gewesen, "da hams dann halt eine Spanplatte an den Arm hingelötet". Im Vorbeigehen zerpflückt der Kunstkenner Grünwald (neben Germanistik und Medizin hat er auch Kunstgeschichte studiert) noch schnell das Werk von Salvador Dalí, dessen Bilder heutzutage bestimmt 300 Euro kosten. Der wäre auf so verrückte Tattoos gekommen wie ein Ruderboot im Apfelstrudel.

Ein Klassiker wird wohl Grünwalds Geschichte von der Forellengräte, die er mittels eines Druckluftgeräts aus dem Schlund seines Freundes pressen will. Auch wenn die Rettung nur fast gelingt, der Rohrreiniger habe gezeigt, was er bei 15 bar zu leisten vermag. "Du möchtest nicht glauben, was in so einem Menschen alles drin ist", staunt Grünwald

Den Fernsehkoch Tim Mälzer würde der Kabarettist vor allem wegen dessen Pfannen-Rüttel-Manie am liebsten braten. Das Essen vergeht ihm, wenn der Koch mit seinen "Ebola-Bratzn" die Vinaigrette in den Salat mantscht. Der Komiker führt sein Publikum im Geiste durch den Swingerclub "Kreisverkehr", in dem sich fette, sächsische Pärchen mit Stinktier-Frisur und ausgeprägter Orangenhaut im String-Tanga tummeln.

Er selbst habe sich mit 30 Jahren dazu durchgerungen, einen Schönheitschirurgen aufzusuchen. Für den Beruf des Komikers habe er einfach zu gut ausgesehen. Er sei so unfassbar schön gewesen, dass die Leute ihre Kinder von ihm segnen lassen wollten. Ein Londoner Filmproduzent habe ihm prophezeit: "Ihr Aussehen wird Ihnen in Ihrer Karriere immer im Weg stehen." Also auf zum Schönheitschirurgen mit der Anweisung: "Heut amal in die andere Richtung." Muskelabsaugung, Penis-Verkleinerung und Knackhintern-Beseitigung hätten sich ohne Frage ausgezahlt. Mit der Komiker-Karriere ging es fortan steil bergauf.

Grünwald überlässt nichts dem Zufall. Haarklein erklärt er dem Publikum, wie es sich am Ende der Vorstellung zu verhalten habe, wenn es um die Zugabe geht. Diese fällt dann doch etwas länger aus, weil der 62-Jährige noch kurz erzählen muss, weshalb er so lustig ist. Es liege wohl am Humor seiner Eltern. Sein Vater hatte unglaublich amüsante Sprüche parat wie zum Beispiel: "Jetzt geh' ma ins Bett, weil morgen Früh' is' d'Nacht rum."

Das aktuelle Programm "Deppenmagnet" von Günter Grünwald kommt bei den 450 Gästen in der Vohenstraußer Stadthalle sehr gut an.
Deftige Wortspiele sind das Markenzeichen von Komiker Günter Grünwald.
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