10.06.2018 - 17:49 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Dr. Heinrich Gref sagt "Adieu"

Stadtrat Martin Gleixner (FW) erwirkt bei der Sitzung am Donnerstagabend die Herausnahme der Veränderungen an der Aussegnungshalle aus dem nichtöffentlichen Teil.

Die bislang eher abweisende Front der städtischen Aussegnungshalle soll im Rahmen eines Umbaus durch neue Farben und durchsichtige Glasscheiben auch eine neue Optik erhalten.
von Josef ForsterProfil

(fjo) 100 000 Euro stellten die Stadträte im Frühjahr beim Beschluss des Haushalts für eine Lösung des städtischen Gebäudes am Rande des Friedhofs zur Verfügung. Im nicht öffentlichen Teil hätte das Gremium Infos zur beabsichtigten Lösung erhalten. Gleixner sah jedoch keine Grundlage, der Öffentlichkeit das entwickelte Konzept vorzuhalten, was die Stadträte einstimmig guthießen. Umbau und Renovierung heißt demnach die Devise - einem Neubau werden derzeit keine Chancen mehr eingeräumt.

Außendienstleiter Karl Frey legte dazu ein gewichtiges Argument auf den Tisch: „Den Budgetbetrag hätten alleine die Planungskosten wohl zu einem großen Teil bereits verschlungen.“ Nun stehen die Zeichen auf „Runderneuerung“ und „Zwecksanierung“, vor allem bei der Optik, wobei ein gewisses Maß an Komfort durch Umbauten nicht fehlen werde. In Eigenregie durch den städtischen Bauhof soll die Maßnahme bald verwirklicht sein. Die Hauptfront kann nach dem einstimmig gefassten Beschluss durch einen neuen Eingangsbereich und neue Fenster in Klarglas eine „als angenehm empfundene“ Aufwertung erfahren.

Details der Planungen, wie die Erweiterung des Aussegungsraums um rund 20 Quadratmeter, durch die Entfernung einer Mauer, gab im Vorfeld der Leiter des Baureferats, Hans Balk, bekannt. Darüber hinaus sei eine Änderung der Raumeinteilung nicht vorgesehen, insbesondere aufgrund verschiedener Fußbodenhöhen und weil andere Räume auch nicht zur Verfügung stünden. Was in die Maßnahme jedoch unbedingt einfließen werde, sei eine Erneuerung der Elektro- und Sanitärinstallation, sowie des Fliesen-Fußbodens. Für „etwas Neues“ sprach sich Balk bei den Außen- und Innentüren deshalb aus, weil die Elemente „nicht mehr voll funktionsfähig sind und auch optisch zu wünschen übrig lassen“. Er riet zu „Aluminium für die stark beanspruchten Türen mit bruchsicherem Klarglas als aufwertendes Element mit dunklen Rahmen in Anthrazit“. Gleiches gelte für die beiden kleineren Fenster, welche von außen sichtbar sind. Malerarbeiten würden die Umbauarbeiten dann letztlich abrunden. Tiefer in die im Vorfeld getroffenen Abstimmungsergebnisse stieg Bürgermeister Andreas Wutzlhofer ein. Andere Möglichkeiten für eine notwendige Abschirmung des Innenbereichs kamen dabei zur Sprache. Die notwendigen Vergaben für nicht durch den Bauhof leistbaren Gewerke verblieben im nichtöffentlichen Teil.

Feierliche Züge trug die Verabschiedung von Dr. Heinrich Gref, bei der ein Eintrag ins „Goldene Buch“ nicht fehlen durfte. „Irgendwie habe ich das Gefühl, dass heuer das große Jahr der Verabschiedungen angesagt ist“, sagte Wutzlhofer und begründete: „Erst am 1. Februar hat Wolfgang Töppel dem Stadtrat ‚Adieu‘ gesagt.“ Mit Blick auf die Liste der Stadtratsmitglieder, die seit dem Jahre 1948 geführt wird, rage Dr. Gref mit 28 Jahren schon heraus: „Deine dreimalige Wiederwahl als Stadtrat hat gezeigt, dass dir die immer wieder ihr Vertrauen entgegengebracht haben. Du wurdest stets mit einem sehr guten Stimmenergebnis in das höchste Gremium unserer Stadt und Großgemeinde gewählt.“ Wenn es galt, das Beste für die Stadt zu erreichen, sei Gref „keiner Diskussion und Auseinandersetzung aus dem Weg gegangen. Deine Art, Dingen auf den Grund zu gehen, war schon bemerkenswert und für Bürgermeister und Verwaltung sicherlich auch öfters mit zusätzlicher Arbeit verbunden. Auch für mich persönlich nicht.“ Wutzlhofer bescheinigt jedoch: „Bei allen Diskussionen und Auseinandersetzungen hast du nie den Boden der Sachlichkeit verlassen oder Dich im Ton vergriffen" und schloss mit den Worten: „Danke für alles.“

Dr. Gref offenbarte daraufhin: „Ich hatte mir das anders vorgestellt. Ich wollte lieber in Rente gehen, um mich dann politisch verstärkt zu engagieren. Jetzt mache ich es genau umgekehrt.“ Der ganzen Stadt bescheinigte er darüber hinaus: „In den letzten Jahren hat sich Vohenstrauß zu einem blühenden schönen Wohngebiet entwickelt mit hoher Wohnqualität für seine Bürger.“ Als Grundlage hierfür erwähnte er die „politische Situation dieser Kommune“. Denn ein oft übliches „Herunterrechnen von Planungskosten für Großprojekte, um diese durchzusetzen und dann in der Kostensxplosion zu ertrinken ist bei uns nicht möglich und nicht aufgetreten“. Dr. Gref hob hervor, was ihm an seiner politischen Arbeit wichtig war und wo es in der großen Politik hakt. Bevor er mit Dankesworten an die Bürgermeister, besonders Uli Münchmeier, die Verwaltung und de Bauhof schloss, ließ Dr. Gref noch wissen: „Bei meiner Kandidatur für Kreis- und Stadtrat 1990 hatte ich große Bedenken – neben meiner enorm beruflichen Anspannung – diesen Ehrenämtern zeitlich gerecht zu werden. Ich bat deshalb darum, für beide Gremien auf die letztmöglichen Plätze gesetzt zu werden. Zu meinem Erstauen wurde ich jedoch wieder in beide Gremien gewählt.“ Zur Dankurkunde überreichte Wutzlhofer als Präsent einen „Abschieds-Löwen“ mit dem Stadtwappen.

Mit einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt verabschiedete Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (stehend) den nach 28 Jahren ausgeschiedenen Stadtrat Dr. Heinrich Gref .

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