Vohenstrauß
17.10.2018 - 11:04 Uhr

Ehepartner der wahre Reichtum

54 Paare feiern im Laufe dieses Jahres ein rundes oder halbrundes Jubiläum. Regionaldekan Holger Kruschina und Dekan Alexander Hösl würdigen diese Treue.

In 40 Jahren und mehr haben diese Ehepaare so manch Schönes aber auch Trauriges miteinander erlebt. Vor allem den verstorbenen Angehörigen wurde im Gottesdienst gedacht. Bild: dob
In 40 Jahren und mehr haben diese Ehepaare so manch Schönes aber auch Trauriges miteinander erlebt. Vor allem den verstorbenen Angehörigen wurde im Gottesdienst gedacht.

Es ist eine persönliche Haltung und Einstellung wenn es um den Sonntag geht, versicherte Regionaldekan Holger Kruschina aus Roding als er am Sonntagabend den Ehejubiläumsgottesdienst mit Dekan Alexander Hösl in der katholischen Stadtpfarrkirche zelebrierte und der Kirchenchor unter Leitung von Claudia Gruber die Feier mit dem Lied „Dass es für alle Sonntag wird“ einleitete. 54 Ehepaare konnten im Laufe dieses Jahres ein rundes oder halbrundes Jubiläum feiern und haben sich zu einem „Dankfest ganz anderer Art“ getroffen, wie es Stadtpfarrer Hösl zu Beginn formulierte. Nachdem ausgerechnet an diesem Abend die politische Zukunft Bayerns entschieden wurde, meinte Pfarrer Kruschina nur beschwichtigend: „Trösten sie sich, auch in einer oder in drei Stunden werden die Ergebnisse der Landtagswahl noch die gleichen sein, als wenn sie zuhause geblieben wären vor dem Fernseher.“ Carmen Bäumler, Renate und Johann Kellner, Elisabeth und Reinhard Kick brachten sich als Lektoren ein.

Mit dem Reichtum ist es so eine Sache, meinte Pfarrer Kruschina in Bezug auf das vorher gehörte Evangelium. Die meisten würden vermutlich auf die vielen Millionäre verweisen die es in der Bundesrepublik gibt und die dafür sorgen, dass die Armutsschere immer weiter auseinandergeht. Allerdings lenkte der Prediger den Blick der Gläubigen auf den Erntedankaltar. „Das Allermeiste war wir hier sehen, kann sich jeder von uns leisten. Das ist eigentlich Reichtum.“ Im Gegensatz zu Obdachlosen oder Alleinerziehenden, die sich anstrengen müssen, um aus der Hartz-IV-Falle herauszukommen. „Da sind doch wir relativ reich.“ In den vergangenen Monaten ist viel mit dem Begriff Armut und Reichtum gespielt worden, mit den Ängsten der Bürger vor dem Verlust des Reichtums und der Suggestion, was es bedeutet, wirklich arm zu sein. Jesus setzt ein großes Ausrufezeichen hinter dem, was Reichtum für unser Leben bedeutet. Dieses Wort Jesu ist ein scharfes wie es im Hebräerbrief an diesem Tag zu vernehmen war.

„Das Wort Gottes ist schärfer, als jedes zweischneidige Schwert.“ Nun könnte man die Geschichte vom Reichtum schön weich polieren und matt machen, damit sie uns nicht mehr so viel Angst macht und ein guter Theologe schafft das auch locker, war der Prediger überzeugt. Aber das sei nicht seine und nicht unsere Aufgabe. „Wir sollen uns an dieser Schärfe durchaus schneiden, im guten Sinne des Wortes.“ Die Gesellschaft bemesse Reichtum vor allem in den vielen Nullen vor dem Komma die einer auf dem Bankkonto hat oder im steigenden Wert der Bitcoins. Wir trauen uns einfach auf ein Smartphone zurückzugreifen und hemmungslos unsere Daten preiszugeben.

Von Haus aus sollen die Daten der Nutzer abgegriffen werden, um den Firmen den Reichtum der Daten zu verschaffen. Damit diese möglichst viel über die Menschen erfahren. Wo sie stehen, gehen und vor allen Dingen, was sie gerne einkaufen und wofür sie Geld ausgeben. Jesus erinnert damals wie heute an etwas ganz Wesentliches: „Der Reichtum so wie wir ihn verstehen, ist ein reines Ding dieser Welt.“ Nichts was wir uns erarbeiten, keine Dollar Millionen auf unseren Konten können wir in den nackten Taschen unseres Leibes deponieren, damit es uns in der Ewigkeit weiter hilft. „Alles lassen wir zurück.“ Wer sich nur an irdischem Reichtum klammert, der versteht sein Leben in einem Atemzug vom ersten bis zum letzten nur als ein Irdisches.“ Das tut Jesus Leid, denn er erkennt, dass unser Leben eigentlich noch viel größer und viel mehr wäre. Die Heilige Schrift bringe das wunderbare Bild: Der Mensch sei ein Ebenbild Gottes. „Darin steckt Perspektive, Kreativität und das Mehr als nur das bloße rattern um die irdischen Dinge im Leben zu haben.“ Um dieses Mehr geht es Jesus und das will er uns allen gönnen und dann wird auch der irdische Reichtum der von Haus aus nichts Schlechtes ist und auch zum Guten verwendet werden kann, auch für Gerechtigkeit sorgen. Wer dieses Mehr im Blick hat, wer im anderen Menschen das Ebenbild Gottes sieht, der wird daran erinnert, wie reich er tatsächlich ist und wie reich er im anderen beschenkt ist. „Gold und Silber sind wie Sand, wie Lehm. Ja, nicht einmal Schönheit oder Gesundheit möchte ich gegen die Weisheit eintauschen“, heißt es.

Das wissen wir alle: „Gesundheit können wir eine Zeit lang aufrechterhalten, irgendwann grätscht sie uns alle in die Ewigkeit hinüber.“ Wenn die Ehejubilare allein auf die Gesundheit und die Schönheit, wenn sie nur auf die guten Tage und auf das vermeintliche Gelingen gesetzt hätten, dann hätten sie es sich nicht bis zu dieser Stunde und diesem Abend geschafft. "Weil sie aber die Weisheit und die Größe des Anderen für sich im Leben entdeckt haben, deswegen sind sie miteinander unterwegs." Im Segensgebet für Brautleute heißt es: „Den Bund hast du in Jesus Christus erneuert. Schenke ihnen Gesundheit und Lebensfreude bis ins hohe Alter. Schenke ihnen Kraft und Zuversicht in Not und in Krankheit. Am Ende ihres Lebens führe sie in die Gemeinschaft der Heiligen, zu dem Fest ohne Ende, dass du denen bereitest, die dich lieben.“ In diesen Worten stecke Weisheit für alle und Reichtum, der nicht vergeht. Alle Ehefrauen erhielten Rosen, bevor sich im katholischen Pfarrheim St. Marien der gesellschaftliche Teil mit einem gemeinsamen Essen und viel Unterhaltung anschlossen.

Die Ehejubilare:

Seit nunmehr 60 Jahren gehen Hilde und Adolf Busch, Anna Maria und Wilhelm Meckl, Ursula und Ludwig Treitz, Rita und Gerhard Hantschel, Maria Anna und Max Stubenrauch aus Vohenstrauß gemeinsam durchs Leben und feierten heuer diamantene Hochzeit.

Das goldene Jubiläum mit 50 Jahren stand bei Irmgard und Horst Eberhardt, Hildegard und Johann Baierl, Eva und Walter Müssig, Maria und Willibald Völkl, Christa und Gerhard Reimer aus Vohenstrauß sowie bei Margareta und Günter Lugert und Anna und Otto Rupprecht aus Altenstadt an.

40-jähriges Jubiläum und ihre Rubinhochzeit feierten: Christa und Gerhard Süß (Braunetsrieth); Christine und Franz Tischler, Dagmar und Erwin Schmidt, Anneliese und Werner Bierler, Anneliese und Robert Wenzl, Regina und Willibald Wenzl (Vohenstrauß). Christa und Franz Ring, Margareta und Josef Winklmann, Maria und Rainer Kaldun (Böhmischbruck). Juliane und Josef Reichenberger sowie Karin und Felix Krämer (Altenstadt). Elisabeth und Johann Ertl, Hildegard und Johann Bächer sowie Brigitte und Heribert Kick (Waldau). Ebenfalls 40 Jahre sind Elfriede und Franz Wittmann, Gisela und Alfons Ertl sowie Regina und Johann Bayerl verheiratet.

Ihre Perlenhochzeit mit 30 Ehejahren durften folgende Paare feiern: Elfriede und Otto Pinter, Elisabeth und Rainer Gebert aus Vohenstrauß. Monika und Herbert Mages, Waltraud und Christian Albrecht, Christine und Hubert Burger, Birgit und Martin Baier, Maria und Georg Ertl aus Altenstadt.

Ihre Silberhochzeit konnten in diesem Jahr begehen Eveline und Günter Bodensteiner, Margareta und Peter Treitz, Christine und Harald Walbert, Silvia und Hubert Schleicher aus Vohenstrauß. Silvia und Alexander Koller aus Waldau. Gerlinde und Hermann Reil, Christa und Josef Bäumler, Bettina und Martin Volkmer sowie Renate und Johann Kellner aus Oberlind.

Porzellanhochzeit (20 Jahre) feierten Carmen und Martin Bäumler, Diana und Paul Beimler aus Vohenstrauß. Claudia und Thomas Striegl aus Altenstadt. Sonja und Mario Reindl sowie Michaela und Willibald Wiesent aus Waldau. 10 Jahre sind diese Paare verheiratet und stoßen auf ihre Rosenhochzeit an: Manuela und Günther Schmidt sowie Evelyn und Markus Schmid aus Vohenstrauß. Elisabeth und Reinhard Kick aber auch Christina und Harald Putzer.

Diese Ehepaare sind 10, 20, 25 oder 30 Jahre verheiratet. Bild: dob
Diese Ehepaare sind 10, 20, 25 oder 30 Jahre verheiratet.
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