Blumengießen, Fußballplätze bewässern oder gar Autowaschen sollte man sich angesichts der anhaltenden Trockenheit der vergangenen Wochen gut überlegen. Eine Umfrage bei den Wasserwarten im Altlandkreis Vohenstrauß zeigt aber, dass die meisten Gemeinden - vor allem die Selbstversorger - in Sachen Wasserversorgung ihre Hausaufgaben erledigt haben und noch nicht in Panik verfallen. Die Großgemeinde Vohenstraußbezieht rund die Hälfte ihres Trinkwassers (insgesamt 380 000 Kubikmeter) von der Steinwaldgruppe. Die andere Hälfte wird aus drei Tiefbrunnen und elf Quellen geschöpft. Bauamtsleiter Johann Balk sieht das Hauptproblem nicht im Jahresverbrauch: "Der stagniert oder geht sogar zurück." Die Krux liegt im schlagartig hohen Verbrauch bei langen Trockenphasen. "Dann werden schon mal zwischen 50 und 60 Prozent mehr verbraucht." Machen das dann alle anderen Mitglieder der Steinwaldgruppe ebenso, können die Leitungen überfordert sein. Die Stadt selbst bewässert die Grün- und Blumenanlagen mit Brauchwasser. Allerdings werden die drei Fußballplätze der Spielvereinigung mit Trinkwasser besprengt. Balk: "Natürlich haben wir das auf ein Mindestmaß reduziert. Aber die drei Plätze kann man auch nicht kaputtgehen lassen." Es sei eine Initiative in Planung, nach der die Stadt künftig auch hier auf Brauchwasser zurückgreifen kann.
Serie warmer Sommer
Selbst wenn die Wasserversorgung bislang noch sicher sei, warnt der Bauamtschef davor, die Situation zu verharmlosen. "Wenn solche Sommer wie im vergangenen Jahr und heuer Serie werden, wird es künftig schwieriger werden." Bei den drei eigenen Tiefbrunnen der Großgemeinde verzeichnet Balk einen Rückgang der Schüttung. Ein wettertechnisch "normales" Jahr mit ausreichendem Niederschlag könne die Lage nicht entscheidend verbessern. Das Angebot der drei Brauchwasser-Zapfstellen in der Großgemeinde werde von den Bürgern sehr gut genutzt. Hubert Rewitzer kann sich als Wasserwart der StadtPleysteinauf drei Tiefbrunnen verlassen. Die Kommune habe in diesem Fach ihre Hausaufgaben gemacht. Die Brunnen liefern bis zu 20 Kubikmeter Wasser pro Stunde. Dementsprechend sehe er derzeit keine Veranlassung, die Bürger zum Wassersparen anzuweisen. Allerdings sei das Niveau der Quellschüttung "so weit unten wie schon Jahre nicht mehr". Der Grundwasserspiegel habe sich um rund einen Meter gesenkt. Wasserwart Thomas Schaller kann für die Gemeinde Georgenbergvermelden, dass die beiden Quellen auch angesichts der anhaltenden Trockenheit unverändert gut sprudeln. Als Grund für den guten Zustand der Quellen nennt er den vielen Schnee im Winter. Keinerlei Probleme oder gar Engpässe gibt es in der Gemeinde Moosbach, die sich mit einem Tiefbrunnen und mehreren Oberflächenquellen selbst mit Wasser versorgt. Wasserwart Johann Schnupfhagn berichtet, dass auch die Qualität des Trinkwassers einwandfrei ist. In der Nachbargemeinde Eslarnerklärt Wasserwart Anton Hochwart, dass man bereits vor Jahren einen zweiten Brunnen gebohrt habe, um die Versorgung sicherzustellen. Allerdings registriere er einen starken Rückgang der Quellschüttungen. Glücklich könne sich die Gemeinde schätzen, dass sich der Atzmannsee als verlässliche Quelle zur Bewässerung der Sportanlagen erweist. "Parkanlagen bewässern wir nicht, nur die Blumen werden gegossen", informiert Hochwart.
Starkregen in Waidhaus
Kerstin Wilka-Dierl, Geschäftsleiterin der Gemeinde Waidhaus, sagt, dass die Grenzgemeinde durch sechs Tiefbrunnen und 10 Oberflächenquellen sehr gut aufgestellt sei. Über den Starkregen vor wenigen Tagen, als 46 Liter pro Quadratmeter niedergingen, ist sie trotzdem sehr froh. Ebenso entspannt klingt der Waldthurner Bürgermeister Josef Beimler: "Unser Tiefbrunnen läuft und läuft und läuft." Seine Gemeinde sei in der glücklichen Lage, sogar Sport- und Tennisplätze bewässern zu können. In weiser Voraussicht habe man für diesen Zweck eine stillgelegte Wasserleitung vom Fahrenberg erhalten. Trotzdem sei seine Gemeinde auch auf die Lieferungen der Steinwaldgruppe angewiesen. Die Hälfte des Gesamtverbrauchs von 120 000 Kubikmetern müsse man über diesen Weg bestreiten. Franz Brandl hat als Wasserwart der Gemeinde Tännesbergdie Brunnenschüttung genau im Blick: "Wir haben heuer 0,3 Kubikmeter pro Stunde weniger als im vergangenen Jahr." Der Wasserspiegel des Tiefbrunnens habe sich um einen halben Meter auf 2,50 Meter gesenkt. Brandl will nicht von einer Krise sprechen. Die beiden Friedhöfe in Kleinschwand und Tännesberg würden immer noch über die Trinkwasserleitung versorgt. Sein Kollege in Leuchtenberg, Josef Pausch, erklärt, dass seine Gemeinde über die Steinwaldgruppe und die Söllitzer Gruppe mit Wasser versorgt werde. Insgesamt gehe der Wasserverbrauch in Leuchtenberg zurück, was seiner Meinung nach wohl auch am Wasserpreis liege. Eine Brauchwasser-Zapfstelle gebe es in Döllnitz. Diese werde aber auch als Feuerlöschreserve genutzt.
Nicht nur Bauamtsleiter Johann Balk macht sich so seine Gedanken über den Regen im Allgemeinen und den fehlenden Regen in Vohenstrauß im Speziellen. Rings um die ehemalige Kreisstadt hat es in den vergangenen Tagen teils stark geregnet. In Vohenstrauß dagegen fielen nur wenige Tropfen. "Man hat tatsächlich den Eindruck, dass es bei uns hier einfach nicht regnen will", schmunzelt Balk. Auf der Suche nach möglichen Gründen berichtet er von einigen Theorien, die wohl eher der Kategorie Verschwörung zuzuordnen sind: Die einen sagen, der Hochspeicher Rabenleite bei Reisach halte den Regen auf, die anderen machen die Stromtrasse im Osten der Stadt verantwortlich. Auch die Thermik, die vom nahen Fahrenberg beeinflusst wird, würde Wolkenbrüche über der ehemaligen Kreisstadt verhindern. Ganz verwegen klingt die Theorie, dass der vermehrte Flugverkehr seit der Grenzöffnung 1989 den Vohenstraußer Himmel und damit den Niederschlag beeinträchtige. Balk meint dagegen, dass es keinen technischen Grund dafür gibt, dass zur Zeit in Vohenstrauß weniger Regen fällt als in anderen Orten. "Ich meine, wir hatten einfach Pech."














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