09.08.2019 - 09:52 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Erste Containerstadt zur Betreuung der Kinder

Bis Herbst sollen die ersten Buben und Mädchen in der Unterkunft am Haus für Kinder Gottfried Sperl einziehen können. Die Mobilheime können sich sehen lassen.

Auf dem Gelände des Evangelischen Hilfsvereins wird fleißig für die Containerstadt gebaut. Bis im Herbst sollen die vorübergehenden Unterbringungsmöglichkeiten stehen. Die städtischen Bauhofarbeiter bereiten das Gelände bereits detailliert darauf vor.
von Elisabeth DobmayerProfil

Auf dem Grundstück des Evangelischen Hilfsvereins wird in der Ferienzeit heftig gewerkelt. Grund ist die Errichtung einer Containeranlage für die Betreuung von Kindergarten- und Hortkindern auf diesem Gelände. Zu Beginn dieses Jahres war die Stadt aufgrund der zu erwartenden Neuanmeldungen von Kindern in den Vohenstraußer Kindertageseinrichtungen aufgefordert, eine Entscheidung zu treffen, das derzeitige Betreuungsangebot an Kinderbetreuungsplätzen zu erweitern, da entgegen der Prognosen und Bedarfsermittlungen zusätzlicher Betreuungsbedarf entstand.

Deshalb machten sich die Verantwortlichen der Stadt um Bürgermeister Andreas Wutzlhofer in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Hilfsverein Vohenstrauß, der die Trägerschaft des Evangelischen Hauses für Kinder Gottfried Sperl inne hat, Gedanken, um ein Konzept zu erarbeiten. Schnell einigte man sich auf eine Containerlösung. Der Träger stellte das Grundstück zur Verfügung. Die ehemalige und nicht mehr bewohnbare „Villa“ wurde daraufhin abgebrochen, um der geplanten Containeranlage Platz zu schaffen.

Die Trägerschaft für die neuen Gruppen übernimmt ebenfalls der Evangelische Hilfsverein. Eine entsprechende Vereinbarung darüber hatte der Stadtrat in der Sitzung am 4. April genehmigt. Vorteil dieser ins Auge gefassten Lösung ist eine relativ schnelle Realisierung der Bereitstellung dieser zusätzlichen Plätze ohne auf den gewohnten Komfort bei der Unterbringung und Betreuung der Kinder zu verzichten. So ist vorgesehen, auf einer Fläche von 495 Quadratmetern mit einer Gesamtlänge von rund 45 Metern und einer Breite von rund 11 Metern insgesamt 27 Container zu errichten. Diese dienen als Sanitär-, Garderoben- und Gruppenräume, die den geplanten zwei Hortgruppen und einer altersgeöffnete Kindergartengruppe sowie als Flurräume dienen. Die Lieferung der Container ist Mitte Oktober vorgesehen.

Der reine Aufbau der Container dauert nach Angabe der Lieferfirma lediglich drei Tage. Die Erschließung mit Wasser, Gas, Elektrik und Kommunikationsinfrastruktur sowie die Errichtung der Fundamente werden derzeit vom städtischen Bauhof durchgeführt. Die Kosten für die Container belaufen sich auf rund 324 000 Euro. Zu diesen Kosten kommen noch die Summen für die Einrichtung der Gruppenräume sowie für die Schaffung der Infrastruktur und Erschließung.

Bis die Containerstadt fertiggestellt ist, können die bereits angemeldeten Kinder, deren Eltern auf eine Betreuung angewiesen sind, im bestehenden Turnraum in einer Art Notgruppe unterkommen, versicherte Uli Münchmeier als Mitglied des Hilfsvereins. Nachdem die Container in Betrieb gehen, werden im Haus für Kinder 60 Hortplätze zur Verfügung stehen und in der altersgeöffneten Gruppe können zusätzlich bis zu 18 Kinder betreut werden. 17 davon sind bereits belegt, informierte Münchmeier. Auch das Fachpersonal sei bereits für die Betreuung gesichert. Die Ausstattung der Container ist sehr hochwertig und hat im herkömmlichen Sinn, wahrlich nichts mit einem Container zu tun, denn sie erfüllen alle Voraussetzungen wie ein festes Gebäude und der Betrieb hat keine Nachteile für die Benutzer.

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