06.10.2020 - 19:41 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Erstmals Erstkommunion am "Tag der Deutschen Einheit"

Das hat es in der Geschichte der katholischen Pfarrgemeinde bisher noch nie gegeben: eine Erstkommunionfeier am Tag der Deutschen Einheit. Eigentlich wird seit Jahrzehnten im Mai der Tag der heiligen Kommunion begangen.

Im Zeichen der Corona-Pandemie Erstkommunion zu feiern, verlangt allen Beteiligten eine gewisse Verantwortung gegenüber der Mitmenschen ab. Trotzdem ein ganz großer Tag für die 18 Erstkommunikanten, die den Reigen am Tag der Deutschen Einheit eröffnen und mit viel Sonne und blauem Himmel belohnt wurden.
von Elisabeth DobmayerProfil

Erstmals wurde am „Tag der Deutschen Einheit“ in der katholischen Stadtpfarrkirche heilige Erstkommunion gefeiert. Wegen der Corona-Pandemie wurde der festliche Tag um fünf Monate nach hinten verschoben und deshalb im Oktober anberaumt. Aus diesen Gründen waren auch nur die 18 Erstkommunikanten mit ihren Eltern, Geschwistern und Paten im Gotteshaus zugelassen.

Dekan Alexander Hösl zog einen Vergleich: bis zum Beginn des 4. Jahrhunderts feierten Christen oftmals im Untergrund verborgen Gottesdienst. „Wir feiern zwar heute nicht im Verborgenen oder im Untergrund, aber den Tag eurer Erstkommunion unter den staatlichen Vorschriften durch die Pandemie als kleine Gemeinde, als Gemeinschaft mit euren engsten Angehörigen hier in der Kirche.“ Den festlichen Gottesdienst, der mit musikalischer Gestaltung der Böhmischbrucker Schola unter Leitung von Daniela Bock und Hans-Josef Völkl an der Orgel musikalisch begleitet wurde, stellte der Geistliche unter das Motto: „Wir sind Kinder in Gottes Garten.“

Bei diesem Thema sei ihm zuerst in Erinnerung gekommen, dass unzählige Kinder auf dieser Welt gar nicht wissen, was ein Garten ist. Sie leben in riesigen Wohnsilos in großen Städten und wenn sie den Fuß vor die Tür setzen, dann befinden sie sich bereits auf der Straße. Tagtäglich erleben wir aber auch am Fernseher: Kinder leben in irgendeinem Flüchtlingslager oder Elendsviertel dieser Erde. Sie wohnen bestenfalls in Blechhütten. Ihr Spielplatz – eine Regenpfütze auf der sonst staubigen Straße.

Alle diese Bilder und Eindrücke sollten uns immer wieder nachdenklich und dankbar stimmen, unterstrich der Stadtpfarrer. „Wir dürfen hier in Vohenstrauß wie in einem großen schönen Garten leben, in dem es viel sauberes Wasser, gesunde Luft, Bäume und Blumen, jede Menge Früchte und genug zu essen gibt. Wir dürfen auch dankbar sein, dass wir in diesem Garten umgeben sind von Menschen, die uns gern haben wie Papa und Mama, Geschwister, Freunde, Lehrer, Priester, Menschen, mit denen wir gerne zusammenleben.“ Im Zuge von Corona merkten wir, leicht Leben bedroht ist.

Erstmals an den Tisch des Herrn gingen an diesem Tag: Selina Fuchs, Fynn Grosser, Annika Jungkunz, Sina Klotz, Luis Meindl, Maximilian Melzner, Clara Mittelmeier, Felix Runkel und Anna Scherer aus Vohenstrauß; Benjamin Grüner und Michael Sulzer aus Waldau; Amalia Kellner aus Oberlind; Jonas Riedl aus Eslarn; Marie Schober aus Pleystein; Lena Seidl, Philipp Seidl und Wiktoria Wiacek aus Altenstadt sowie Anton Zehent aus Böhmischbruck.

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