06.06.2019 - 13:38 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Exzellente Musikanten feiern Premiere im Stadtpark

Die Bayerisch-Böhmischen Musikanten brauchen nicht viel Equipment. Sie kommen in den Stadtpark, packen ihre Instrumente aus und spielen ohne Noten und Verstärker auf.

Es war ein Sommerabendgenuss wie man es sich nicht schöner vorstellen kann. Die Bayerisch-Böhmischen Musikanten gewannen die Herzen der Zuhörer auf ganzer Linie.
von Elisabeth DobmayerProfil

Ihre Leidenschaft zur Musik hat die vier gestandenen Männer zusammengeführt und herausgekommen ist ein höchst musikalisches Quartett das die Zuhörer mit handgemachter Musik ohne technischen Schnickschnack begeistert. Der Auftakt des diesjährigen Serenadensommers 2019 mit der Blaskapelle Waldkirch im Stadtpark wurde im wahrsten Sinne des Worts verregnet, deshalb gab Bürgermeister Andreas Wutzlhofer erst am Mittwochabend den Startschuss. Diesen lauen Abend durften die Bayerisch-Böhmischen Musikanten gestalten, die bei der Serenade Premiere feierten und dem überaus begeisterten Publikum einen traumhaften Sommerabend bescherten. Entspannter kann jedenfalls ein Serenadenabend nicht ablaufen. Ganz ungezwungen und leger legten die vier Musikanten los.

Gerald „Simmi“ Bühring aus Marktredwitz, auch Mitglied der dortigen Blasmusik, Peter Fuhrmann, Mitwirkender in der Bauernkapelle Münchenreuth, Armin Scharnagl, Leiter der Blechbläser aus Waldsassen und bei der Zollkapelle in Hof tätig sowie Michael Bertelshofer als Musiklehrer wählten gleich zum Start den Deutschmeister Regimentsmarsch aus, der nicht besser hätte gewählt sein können. „Diesmal ist es eine ganz andere Richtung an Musik, ohne Noten, Strom und Verstärker“, informierte das Stadtoberhaupt. „Die Leute sind perfekt zusammengespielt. Alles Vollblutmusiker, stammen überwiegend aus dem Nachbarlandkreis, dem Stiftland und aus Mantel, und sie wissen noch nicht, was sie spielen.“ Die Musikanten verlassen sich in der Liedauswahl ganz auf ihr Publikum: „So wie die Zuhörer reagieren, so spielen wir.“ Schon die ersten Takte versprachen einen gefühlvollen Abend. Musikalisch aufgegriffen wurde alles, angefangen von bayerisch-böhmischer Blasmusik, Polkas, Walzer bis hin zu Pop, Beatles- und Abba-Hits, Stevie Wonder oder Dixieland-Jazz. Die Liebe zur hausgemachten Musik und die nahe Grenze ins böhmische Nachbarland inspirierten die Gruppe zu diesem ganz unverfänglichen Namen, der für die Musikwerke aus Bayern und Böhmen steht. Tuba (Gerald „Simmi“ Bühring), Bariton (Peter Fuhrmann), Trompete (Armin Scharnagl) und Akkordeon (Michael Bertelshofer) sind exzellent aufeinander abgestimmt und bescherten den vielen Zuhörern, die sich rund um das Rondell einfanden, einen perfekten lauschigen Sommerabend.

Viele Serenadenbesucher brachten sich Campingstühle oder Decken mit und ließen sich hinter den Bankreihen im Gras nieder, um die traumhafte idyllische Atmosphäre regelrecht aufzusaugen. Für kühle Getränke sorgten erneut einige Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Auch in den Gärten der Anwohner wurde es sich gemütlich gemacht, um ganz entspannt der wunderschönen Musik zu lauschen. Während sich die Kinder auf dem Spielplatz im Stadtpark vergnügten, hörten die Eltern gelassen den stimmungsvollen Klängen der Gruppe zu. Oldies, Schlager, Evergreens und sogar Kinderlieder reihten sich wie Perlen aneinander. Mit ihren Instrumenten marschierten die vier Musikanten auch ganz locker über das Kopfsteinpflaster, um näher beim Publikum zu sein, die ein ums andere Mal begeistert applaudierten und „Bravo“-Rufe ausschickten. Die Zuhörer fanden ihren Platz an der Sonne obwohl der „Böhmische Wind“ über das Areal wehte.

In Erinnerung schwelgend stimmten viele in diese Lieder ein und schunkelten sachte mit. OWV-Vorsitzender Erwin Scholz kennt die Gruppe seit vielen Jahren. Gerne lädt er sie ins Vereinsheim „Alte Apotheke“ ein. Von daher war sie auch dem Bürgermeister bekannt und er wollte den Ohrenschmaus einem größeren Publikum bei der Sommerserenade nicht vorenthalten. Es durfte natürlich getanzt werden, was ein Pärchen sofort in die Tat umsetzte. Musik ist das Lebenselixier des begnadeten Ensembles und das merkt man sofort. „Es ist eine pure Freude den Männern zuzuhören“, schwärmte ein Serenadengast. Vor allem die feine, grazile Fingerfertigkeit des Akkordeonisten begeisterte ihn, aber nicht nur die. Genauso ließen alle anderen Mitwirkenden dieses Abends ihre Spitzenklasse mit ihren Instrumenten aufblitzen und unterstrichen, dass sie hervorragende Repräsentanten der bayerisch-böhmischen Unterhaltungsmusik sind. „Ein Schiff wird kommen“, „Salome“, „Amorada“ der „Fliegermarsch“, die „Fuchsgraben“-Polka oder „Fernando“ sowie „Tulpen aus Amsterdam“ wurden wie viele andere zu einem bunten Reigen für diesen Serenadenabend zusammengefasst.

Ohne Zugaben durften die Musikanten natürlich nicht abtreten. Lautstark forderten Lydia Großmann und viele andere Besucher weitere Lieder ein. Nachdem sich danach das Publikum bereits größtenteils auf dem Heimweg befand, erbettelte sich Barbara Grillmeier eine ganz private Lieblingsliedzugabe mit „Chodounska“, welche die Musikanten erfüllten. Es waren nicht die lauten Töne, die diesen gelungenen Abend bestimmten und zu einem unvergesslichen Erlebnis machten. Beim nächsten Serenadenabend am Sonntag, 16. Juni, um 18 Uhr geben sich die Musikanten der Jugendkapelle Roggenstein mit Kapellmeister Josef Wolfrath ein Stelldichein im Generationenpark.

Gerald "Simmi" Bühring (rechts) ist der insgeheime Chef der Gruppe, auch wenn er es nicht gerne hört. Armin Scharnagl, Peter Fuhrmann und Michael Bertelshofer (von links) sind Musikanten mit viel Herzblut.
Es ist ein Sommerabendgenuss, wie man es sich nicht schöner vorstellen kann. Die Bayerisch-Böhmischen Musikanten gewannen die Herzen der Zuhörer auf ganzer Linie.
Gerald "Simmi" Bühring (rechts) ist der insgeheime Chef der Gruppe, auch wenn er es nicht gerne hört. Armin Scharnagl, Peter Fuhrmann und Michael Bertelshofer (von links) sind Musikanten mit viel Herzblut.
Es war ein Sommerabendgenuss wie man es sich nicht schöner vorstellen kann. Die Bayerisch-Böhmischen Musikanten gewannen die Herzen der Zuhörer auf ganzer Linie.
Da war selbst ein Hund mit seinem Frauchen ganz Ohr bei der wunderbaren Musik, ganz ohne Verstärker. Hermann Bibel, selbst Posaunist im evangelischen Posaunenchor, lehnte sich genüsslich zurück.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.