24.07.2020 - 09:45 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Fehlender Nachwuchs: Vohenstrauß sucht "Fußballfüchse"

Die Fußballer der Spielvereinigung Vohenstrauß brauchen dringend Nachwuchs für ihre Jugendmannschaften. Der Verein holt sich nun tierische Unterstützung: Der "Fußballfuchs" streift künftig durch die Großgemeinde.

Der "Fußballfuchs" im Kreis der D-Junioren wird künftig durch die Großgemeinde Vohenstrauß streifen und für die Jugendmannschaften der Spielvereinigung Vohenstrauß werben. Ronny Tölzer (vorne rechts) und Xaver Mittelmeier (vorne links) hoffen auf viele neue Nachwuchsfußballer.
von Christine Walbert Kontakt Profil

Stellvertretender Jugendleiter Ronny Tölzer und Xaver Mittelmeier, der ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Spielvereinigung Vohenstrauß absolviert, sprechen mit Oberpfalz-Medien über die vergangenen Wochen, in denen die SpVgg wie viele andere Vereine der Region nach der monatelangen Coronapause im Hauruck-Verfahren die neue Saison für die Jugendmannschaften planen musste. Wann und wie geht es weiter? Werden alle Spieler mit dem Fußball weitermachen? Können sich die Trainer neu motivieren? Diese Fragen mussten die Verantwortlichen rasch klären.

Der Schnitt sollte nicht zu hart sein: "Wir wollten die alten Teams noch verabschieden, bevor wir die Mannschaften mit Spielern und Trainern neu besetzen", erklärt Tölzer. Nach und nach habe man mit zunehmenden Lockerungen durch den Bayerischen Fußballverband (BFV) die Teams auf den Platz zum Training zurückgeholt. "Wir haben mit den älteren Spielern angefangen, weil sich die Großen eher an das Hygienekonzept halten", sagt der 37-Jährige Jugendleiter. Am vergangenen Freitag waren dann erstmals auch die G-Junioren (unter 7 Jahre) wieder auf dem Rasen.

B-Jugend abgemeldet

Nun steht die Planung der SpVgg, die 2016 mit dem SV Altenstadt bei Vohenstrauß eine Spielgemeinschaft (SG) gegründet hat. "Insgesamt gesehen, haben wir wenig Verluste an Spielern. Bis auf die B-Junioren haben wir wieder alle Mannschaften besetzen können. Eine B-Mannschaft gibt es leider nicht mehr, dafür haben wir einfach zu wenig Spieler", informiert der Trainer. Mit diesem Problem kämpfen mittlerweile fast alle Vereine. Der Fußball ist kein Selbstläufer mehr.

Tölzer bringt es auf den Punkt: "Es gibt immer weniger Kinder, und damit noch weniger, die Fußballspielen wollen." Mittelmeier, der sich in seinem Freiwilligen Sozialen Jahr einen guten Einblick in die Nachwuchsarbeit verschaffen konnte, ergänzt: "Viele wollen einfach nicht mehr in einen Verein." Die wöchentlichen Pflichttermine seien dem Großteil der Mädchen und Buben schlicht zu anstrengend. Der Volkssport steckt auch in der ehemaligen Kreisstadt sichtlich in Schwierigkeiten. Tölzer hat zwar auf seinen Mannschaftslisten die Namen von insgesamt 120 Spielern notiert. Längst nicht alle seien jedoch tatsächlich aktiv.

Die Sportplätze werden künftig mit Brauchwasser bewässert

Vohenstrauß

Nur mehr Spielgemeinschaften

Auf der Suche nach einer Lösung für die B-Junioren, ging die Spielvereinigung auf Nachbarvereine zu: "Wir haben bereits vor Corona versucht, zusammen mit der JFG Grenzland eine B-Mannschaft zu stellen", erklärt der stellvertretende Jugendleiter. Der Versuch scheiterte, weil nicht einmal sämtliche B-Jugendlichen der fünf Vereine Vohenstrauß, Altenstadt bei Vohenstrauß, Moosbach, Eslarn und Waidhaus eine wettbewerbsfähige Mannschaft ergeben hätten.

Zahlreiche Fußballvereine versuchen, den fehlenden Nachwuchs durch die Bildung von Spielgemeinschaften mittelfristig abzufedern, was nicht immer reibungslos über die Bühne geht. Neben der JFG Grenzland gibt es im Altlandkreis Vohenstrauß noch die SG Fahrenberg, in der die Nachwuchskicker von TSV Pleystein, FSV Waldthurn und DJK Neukirch zu St. Christoph gemeinsam trainieren und auflaufen. "Der SV Waldau kommt für uns als Partner leider derzeit nicht infrage, weil sich die Waldauer in der Spielgemeinschaft mit der DJK Irchenrieth, der DJK Letzau und der SpVgg Schirmitz sehr wohlfühlen", weiß Tölzer. Sind alle Fusionsmöglichkeiten durchgespielt und abgehakt, bleibt den Vereine nur mehr die Abmeldung von Mannschaften. Der erfahrene Trainer will aber nicht schwarzsehen: "Wir sind stolz und froh, dass wir die neue Saison in so kurzer Zeit planen und vorbereiten konnten. Wir haben 24 feste Trainer und fünf Springer. Drei davon sind unter 18 Jahre alt. Die Trainer sind bei uns nicht das Problem", berichtet der Sprecher.

Aktionen geplant

Um bei den sportlichen Mädchen und Buben Interesse zu wecken, müssen die Vereine neue, kreative Wege beschreiten. Deshalb haben sich die Verantwortlichen der Spielvereinigung mit dem "Fußballfuchs" tierische Unterstützung geholt. Das Maskottchen, das sich auf eines der Vohenstraußer Wappentiere bezieht, soll künftig als Symbol für eine verschworene Fußballergemeinschaft stehen. "Sei ein Fußballfuchs", lautet das Motto auf einem Flyer, der bei öffentlichkeitswirksamen Aktionen in Kindergärten, Schulen und bei Trainingseinheiten vom Maskottchen verteilt. Die Vorstellung des "Fußballfuchses" habe man wegen der Pandemie leider verschieben müssen. Alle Kinder werden aber demnächst zur offiziellen Präsentation eingeladen. Der stellvertretende Jugendleiter freut sich über jedes Kind: "Wir brauchen vor allem für die Bambinis noch Mädchen und Buben", wirbt der Trainer. Aber auch in allen anderen Mannschaften sind Neueinsteiger jederzeit willkommen.

Das Logo des "Fußballfuchses" wird nun häufiger im Zusammenhang mit den Jugendmannschaften der SpVgg Vohenstrauß auftauchen.
Personal:

Neue Jugendtrainer

Der Verantwortlichen der Spielvereinigung Vohenstrauß freuen sich über die neuen Jugendtrainer, die bereits ihre Arbeit aufgenommen haben: Marcel Wurda, Martin Winderl, Peter Hoffmann (alle F-Jugend), Sebastian Bauer, Bernd Munzert (D-Jugend), Felix Frank (C-Jugend) und die "Nachwuchstrainer" Lilly und Marie Würschinger und Niklas Woldrich. (ck)

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