Vohenstrauß
17.05.2026 - 13:16 Uhr

Das „Fracanapa New Tango Quintet“ wurde im Rathaussaal euphorisch gefeiert

Im gut besetzten Rathaussaal Vohenstrauß wurde das Abschlusskonzert der Tango-Festival-Reihe zu einem eindrucksvollen musikalischen Erlebnis zwischen Melancholie, Leidenschaft und Lebensfreude.

Das renommierte „Fracanapa New Tango Quintet“ begeisterte beim Abschlusskonzert der Tango-Festival-Reihe gemeinsam mit der aus Vohenstrauß stammenden Künstlerin Susanne Hofmann das Publikum mit einem Abend voller Intensität und Virtuosität. Mitwirkende waren Santiago Cimadevilla (Argentinien/Niederlande) am Bandoneón, Susanne Hofmann (Deutschland) an der Violine, Gabriel Núñez (Chile/Frankreich) am Klavier, Oli Bott (Deutschland) am Vibrafon sowie Winfried Holzenkamp (Deutschland) am Kontrabass. In dieser besonderen Besetzung entstand ein faszinierender Klang zwischen klassischem Tango, Jazz und moderner Kammermusik.

Charakteristisch für „Fracanapa“ ist dabei der Einsatz des Vibrafons anstelle der E-Gitarre aus Astor Piazzollas ursprünglichem „Quinteto Tango Nuevo“, wodurch neue Klangfarben und Raum für Improvisationen entstehen. Im Mittelpunkt standen Werke des großen Tango-Revolutionärs Astor Piazzolla. Mit „La Camorra I“ sowie der Trilogie „Silfo y Ondina“ mit „Soledad“, „Fugata“ und „Tangata“ zeigte das Ensemble eindrucksvoll die Vielschichtigkeit des Tango Nuevo. Besonders „Adiós Nonino“ und „Romance del diablo“ berührten durch ihre emotionale Tiefe und sorgten für gespannte Stille im Saal.

Daneben schlug das Quintett mit eigenen Kompositionen eine Brücke zum „Tango von morgen“. Santiago Cimadevillas „Ecos“ verband europäische Traditionen mit argentinischer Folklore. Den emotionalen Höhepunkt bildete jedoch Gabriel Núñez’ dreiteiliges Werk „La Nueva Tanda Nr. 1 – Epopeya de la liberación de una mujer“. Die Komposition erzählt die Geschichte einer Tänzerin auf ihrem Weg von der anfänglichen Faszination für den Tango über innere Zerrissenheit bis hin zur Befreiung aus einem einengenden „Abrazo“. In den drei Teilen „Ilusión“, „Desvelo“ und „El Abrazo roto“ entwickelte sich die Musik von leidenschaftlicher Euphorie über dunkle, schmerzvolle Klangwelten bis zu einem kraftvollen Finale voller Freiheit und Selbstbestimmung.

Das Publikum dankte den Künstlern mit langanhaltendem Applaus und stehenden Ovationen. „Fracanapa“ überzeugte einmal mehr mit außergewöhnlicher Sensibilität, technischer Perfektion und jenem „Gänsehauttango“, der den Konzertabend zu einem besonderen Erlebnis machte.

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