04.06.2020 - 11:42 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Frauen können mehr als Minijobs

Die erste Runde des beruflichen Qualifizierungsprojekts speziell für Frauen ist abgeschlossen. Jetzt gibt es eine Neuauflage. Ab Mitte Juni sollen nun besonders Teilnehmerinnen aus dem östlichen Landkreis Neustadt/WN angesprochen werden.

Videokonferenz über das Projekt "Frauen können mehr" unter anderem mit (im Uhrzeigersinn) Projektleiterin Barbara Nickl, zrb-Pädagogische Leiterin Tanja Fichtner, Landrat Andreas Meier, Bürgermeister Vohenstrauß Andreas Wutzlhofer und vhs-Geschäftsführerin Vohenstrauß Erika Grötsch.
von Siegfried BühnerProfil

Das Motto der Maßnahme: "Frauen können mehr" „Es ist doch sehr schade, wenn das Potenzial von Frauen für das Berufsleben nicht ausreichend genutzt werden kann“, stellte Erika Grötsch, Geschäftsführerin der VHS Vohenstrauß bei der Online-Vorstellung der Neuauflage des beruflichen Qualifizierungsprojekts „Frauen können mehr“ grundsätzlich fest. Frauen in Elternzeit, in Minijobs, in kurzfristigen Beschäftigungen, Arbeitslose oder auch Alleinerziehende und andere sind in diesem Projekt ganz besonders aufgerufen, sich beruflich weiterzubilden und somit eine bessere Chance auf eine sozialversicherungspflichtige Dauerbeschäftigung zu erreichen. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Diesmal wollen die Projektverantwortlichen des VHS-Zentrums für regionale Bildung (zrb Weiden gGmbH) neben dem Raum Weiden zusätzlich ganz besonders potenzielle Teilnehmerinnen aus der Stadt Vohenstrauß und dem gesamten östlichen Bereich des Landkreises Neustadt/WN ansprechen. Das mit Fördermitteln des Bayerischen Arbeitsmarktfonds unterstützte Projekt will vorrangig auf die Bedürfnisse von Frauen eingehen, damit es ihnen leicht fällt an einer solchen Maßnahme teilzunehmen.

So gibt es regelmäßige Einzelberatung zum Beispiel zur Klärung der eigenen persönlichen Situation. „Wir wollen in die Projektarbeit die gesamte individuelle gesellschaftliche Situation und das familiäre Umfeld mit einbeziehen“ sagt Projektleiterin Barbara Nickl. Auch wird dabei ein persönliches Kompetenz- und Bewerbungsprofil erstellt um nach der Projektteilnehme geeignete Arbeitsstellen oder weitere Fortbildungsmaßnahmen zu finden. Damit kann zum Beispiel ein Schulungsbedarf im EDV-Bereich festgestellt oder ein Bewerbungstraining vereinbart werden. Falls Kinderbetreuung erforderlich ist wird diese durch eine Fachkraft geleistet. Im Gruppenangebot gibt es unter anderem Vorträge zu Fragen der Rentenversicherung oder auch Übungen, um Belastungssituationen gut zu bewältigen. Partner und Familie können einbezogen werden, bei der ersten Maßnahme wurde sogar gemeinsam gekocht. Geholfen werden kann bei einer erforderlichen Anreise zum Projektort oder wenn EDV-Ausrüstung fehlt.

Eine vierwöchige begleitete Praktikumsphase und anschließende Hilfen für einen Berufseintritt gehören ebenfalls zum Angebot. Coronabedingt soll am 15. Juni die neue Gruppe starten, weitgehend online mit einer Kombination aus Videokonferenzen und Selbstlernphasen. Der einzelne Projektdurchgang dauert circa fünf Monate, weitere sind bis Projektende im Oktober 2022 geplant.

Als „kreatives Projekt“ bezeichnete Landrat Andras Meier in der Videokonferenz das Maßnahmeangebot, das ganz besonders auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf abstelle. Der Bürgermeister der Stadt Vohenstrauß Andreas Wutzlhofer erinnerte an Zeiten hoher Frauenarbeitslosigkeit in seiner Region und meinte „Frauen haben heute bessere Chance“.

Auch Arbeitsagenturchef Thomas Würdinger lobte das Projekt, das in Zusammenarbeit mit den Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt von Arbeitsagentur und Jobcenter entwickelt worden sei. Im Projekt werde vieles geleistet, was nach den Förderprogrammen des Sozialgesetzbuches nicht unterstützt werden kann. „Jetzt können die Teilnehmerinnen ganz selbstbewusst Bewerbungen schreiben“ bescheinigte Jobcenter Weiden-Neustadt-Geschäftsführer Peter Witt den Absolventinnen der ersten Projektmaßnahme. Christina Schönberger, Jobcenter-Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt betonte, dass das Projektkonzept vor allem auf Qualifikations- und Mobilitätsverbesserungen abstellt. Moderiert wurde die Videokonferenz durch die Pädagogische Leiterin des zrb Weiden Tanja Fichtner.

Frauen können mehr:

Start am 15. Juni

Interessentinnen können sich auf www.zrb-weiden.de näher informieren oder mit Barbara Nickl unter der Nummer 0961/48178-64 oder per E-Mail an barbara.nickl[at]zrb-weiden[dot]de Kontakt aufnehmen. Kosten für Teilnehmerinnen fallen nicht an.

Erstmals ist das Projekt "Frauen können mehr" im Dezember letzten Jahres durch Projektleiterin Barbara Nickl in Weiden vorgestellt worden.
Projektleiterin Barbara Nickl.

Weitere Informationen zu VHS-Projekten:

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