Vohenstrauß
25.10.2018 - 10:42 Uhr

Freilaufende Hunde großes Thema

"Mir ist nicht jeder Hund bester Freund", sagt Carola Forster. Sie fragt in der Bürgerversammlung nach, ob in der Stadt Anleinpflicht für Vierbeiner besteht und löst eine kontroverse Diskussion aus.

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer habe keine Grundlage eine Anleinpflicht für alle Vierbeiner zu erlassen. Bild: Daniel Naupold/dpa
Bürgermeister Andreas Wutzlhofer habe keine Grundlage eine Anleinpflicht für alle Vierbeiner zu erlassen.

Carola Forster hoffte, dass ihr Anliegen nicht zu privat sei und sie auch Hundebesitzern nicht zu nahe trete. Sie sei ein Mensch der gerne spazieren gehe. Manche Menschen hätten ein Problem mit Spinnen und Mäusen, ihr sei nicht jeder Hund bester Freund. Forster berichtete von zwei Begegnungen aus diesem Jahr, als ihr einmal eine Horde von freilaufenden Hunden entgegenkam. Die Halterin habe ihr geraten, nachdem drei Hunde auf sie zu rannten: „Zeigen Sie bloß nicht, dass Sie Angst haben.“

Forster verstand nicht, denn „die Halterin gab mir Anweisungen, anstatt ihre Hunde zurückzupfeifen.“ Sie wollte nun wissen, ob es in der Stadt eine Anleinpflicht für Hunde gebe. In einem weiteren Fall sei sie von einem Vierbeiner von ihrem Wohnhaus An der Lerau bis hinauf zum Krankenhaus verfolgt worden. Sie wolle heute die Bürgerversammlung nutzen, öffentlich an alle Hundehalter zu appellieren, ihre Tiere an die Leine zu nehmen.

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer berichtete von zwei Hundeattacken in diesem Jahr. Nachfolgend habe er nach vernünftigen Gesprächen mit dem Besitzer einen Leinenzwang ausgesprochen, an die sich der Besitzer bisher hält. Ansonsten habe er keine Grundlage eine Anleinpflicht für alle Vierbeiner zu erlassen. „Wenn der Hund auffällig ist, attackiert hat und durch sein Herrchen nicht mehr beherrscht wird“, dann könne die Stadt einen Leinenzwang oder Maulkorberlass aussprechen, informierte Wutzlhofer. „Zu einem Hund gehört immer ein Hundehalter und wenn ein Hund frei herumläuft, ohne dass sein Herrchen in der Nähe ist, dann kann die Stadt aus diesen Gründen schon handeln“, mischte sich Anton Bäuml ein. Auch wenn es sich um einen gutmütigen Hund handle. „Da kommt einmal ein Kind und stolpert…!“

Ein Hund kann nicht einfach im Stadtgebiet frei herumlaufen dürfen, da sei schon die Stadt gefordert. Ganz so einfach sei das nicht, wandte Amtsleiter Alfons Sier ein. Zwar habe die Stadt die Möglichkeit in konkreten Fällen Bußgelder oder Leinenzwang auszusprechen, doch dann müsste der Hundebesitzer der Stadt auch gemeldet werden. Wenn man dann nachfrage, heißt es immer: „Da will ich keinen Wurm reinbringen und keinen Streit.“ Wie soll dann eine Stadt eine mögliche Satzung umsetzen, wenn niemand bereit ist, klipp und klar Namen zu nennen.

Das Gleiche gelte doch für die parkenden Autos, so der Amtsleiter. Man könne viele Hinweistafeln aufstellen, doch wer überwache diese? „Die Polizei kann nicht immer vor Ort sein“, gab Sier zu bedenken. Wutzlhofer will von der Rechtsaufsicht am Landratsamt prüfen lassen, inwieweit eine Anleinpflicht innerorts beziehungsweise auch in Außenbereichen erlassen werden kann. „In den geschilderten Fällen geht es um die öffentliche Sicherheit und Ordnung, nicht darum, ob ein Hund angeleint ist oder nicht“, meldete sich wieder Anton Bäuml zu Wort. „Es geht darum, dass ein Hund ohne Aufsicht im Stadtgebiet rumläuft, das kann nicht sein.“ Wie soll das eine Stadt unterbinden, wenn der Hundehalter nicht bekannt ist?, hinterfragte Wutzlhofer. „Letztlich müsste jeder städtische Mitarbeiter den freilaufenden Hunden hinterherjagen, sie am Krawattl packen und schauen welche Hundemarke sie am Hals tragen“, spann der Bürgermeister dieses Ansinnen weiter.

Martin Gleixner war wie Bäuml der Meinung, die Stadt müsse hier eine Grundlage schaffen. Wutzlhofer werde das mit der Rechtsaufsicht klären und sollte es nur ein Satzungsbeschluss sein, dann könne man den gerne festlegen. Der Rathauschef äußerte jedoch weiter seine Bedenken: „Wenn jemand das Gartentürl offen lässt, dann müssten meine Leute hinter dem Hund herspurten. Ihr kennts ja die Mannler, wenn die Hündin läufig ist, dann kennen die kein Halten mehr und dann sind die unterwegs.“ Das könne doch niemand ernsthaft überwachen! Trotzdem versprach er: „Ich werde die rechtliche Seite klären und Forster das Ergebnis mitteilen.“ Weiter führte der Rathauschef aus: „Wenn in konkreten Fällen bei freilaufenden Hunden genauso wie beim Hundekot auf öffentlichen Straßen und Plätzen Ross und Reiter genannt werden, dann kann das Ordnungsamt durchaus tätig werden. Da scheue ich mich nicht als böser Bube aufzutreten, denn ich unterschreibe dann diesen Bußgeldbescheid. Da ziehe ich mich nicht aus der Verantwortung.“

Von den Zuhörern verlangte der Bürgermeister in solchen Fällen Zivilcourage zu zeigen und Namen zu nennen. Ähnlich äußerte sich Alfons Sier, wenn es um die Störung der Mittagsruhe beim Rasenmähen gehe. Eigentlich dürfte bei einer geltenden Satzung von 12 bis 14 Uhr nicht Rasen gemäht werden. Wenn aber dann jemand zur Stadt käme und sich beschweren würde, aber keinen Namen nennen will, dann müssten die städtischen Angestellten auf die Suche gehen, wer der Ruhestörer wäre. „Das ist das selbe Dilemma.“

Egon Strigl sprach die wilde Grüngutentsorgung an, die er immer wieder beobachte. Ob die verlängerten Öffnungszeiten im städtischen Bauhof etwas ändern würden? „Das bindet zusätzlich Personal bei uns.“ Unbeaufsichtigt könne man die Grüngutanlieferung mit der strikten Trennung von Astwerk und Grüngut nicht genehmigen. „Das funktioniert nicht und das ist nicht zielführend.“ Strigl hakte nach: „Wenn ich jemand dabei beobachte, wie derjenige seinen Abfall in die Prärie raushaut oder wenn ein Hundebesitzer den Kot liegen lässt, den müsste ich dann bei der Stadt melden, dann könntet ihr tätig werden?“

Strigl weiter: „Ich müsste ihn aber fotografieren, weil ich die Leute nicht kenne.“ Wutzlhofer berichtete explizit von einem Fall, den er am vergangenen Samstag mitgeteilt bekam. Er habe auch schon vom Tatort Bilder gemacht. „Die Mitteilerin nennt auch Namen und da werde ich aktiv werden. Nur mal schnell mit dem Schubkarren hinfahren und aus Bequemlichkeit das Grüngut im Graben auskippen, das funktioniert nicht.“ Er verstehe dieses Vorgehen sowieso nicht, merkte der Rathauschef an. „Wir haben einen Bauhof und die braune Tonne“. Bei der Rama-Dama-Aktion erlebe er es immer wieder: „Da werden in Plastiksäcken klein geschnittene Zweigerl, sogar gebündelt gesammelt und dann mitsamt der Plastiktasche ins Holz hinausgeschmissen.

„Warum fahren die Leute nicht zum Bauhof, das kostet nix und der Feselmeier Martin hilft sogar noch die Anlieferung aus dem Kofferraum zu heben“, nannte Wutzlhofer weitere Vorteile dieser mustergültigen Entsorgungspraxis. Strigl brachte weiter vor, dass er nicht immer Dienstag und Samstag Zeit habe zum Bauhof zu fahren. „Das muss man einfach organisieren“, ließ Wutzlhofer keinen Zweifel an den bestehenden Öffnungszeiten festhalten zu wollen. „Flexiblere Öffnungszeiten ohne Überwachungspersonal wird es hier nicht geben, sonst läuft die Anlieferung aus dem Ruder.“

Zwischen der Radlerrast am Bahnhof und dem Baugebiet In der Leiten auf dem Bocklweg verlangte Strigl das Buschwerk zurückzuschneiden, damit die Strecke dort auch für Fußgänger etwas heller wird. Laut Frey werde der gesamte Bocklradwegabschnitt auf dem Großgemeindegebiet in Maßen auch regelmäßig freigeschnitten.

Freibad:

In den Umkleidekabinen im städtischen Freibad fehlt Licht. Felix Forster würde es begrüßen, wenn dort Lampen angebracht würden. Um überhaupt etwas sehen zu können, bleibe nichts anderes übrig, als die Tür beim Umkleiden offen stehen zu lassen, schilderte der junge Mann die keineswegs zufriedenstellende Situation. Außerdem regte er zumindest tageweise verlängerte Öffnungszeiten an. Als Berufstätiger sei es nicht möglich, vor 18 Uhr zu kommen und um 19 Uhr schließt das Bad. Sicherlich sei das eine Anregung die man einmal überlegen müsse, sagte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer zu.

Angesichts des heißen Sommers wäre das abends sicherlich angenommen worden. Allerdings sehe er das Problem mit dem Personal. „Der Bademeister darf nur seine entsprechende Arbeitszeit ableisten und wenn die ausgeschöpft ist, dann müssen wir eine andere Lösung suchen.“ Wochenenden werden mit Studenten oder mit Wasserwachtkräften abgedeckt. Vielleicht sei das auch eine Ansatzlösung an Abenden während der Woche. „Warum nicht auch einmal Abendschwimmstunden bis zur Dämmerung überdenken“, war Wutzlhofer nicht abgeneigt. Allerdings sei kein Nachtschwimmen möglich, da zu wenig Ausleuchtung vorhanden ist.

Anna Wutzlhofer regte an, in den heißen Sommermonaten die Öffnungszeiten an manchen Tagen zu verschieben und zum Beispiel erst mittags aufzuschließen und dafür den Schwimmern am Abend längere Nutzungszeiten zu ermöglichen. Dann bräuchte auch der Bademeister erst später kommen und könnte dann am Abend länger bleiben. Das dürfte kein Problem sein, meinte auch Außendienstleiter Karl Frey.

Martin Feselmeier wacht über die ordentliche Anlieferung von Grüngut auf dem städtischen Bauhof. Dank ihm gibt es keine Probleme mit der geforderten Grünguttrennung. Bild: dob
Martin Feselmeier wacht über die ordentliche Anlieferung von Grüngut auf dem städtischen Bauhof. Dank ihm gibt es keine Probleme mit der geforderten Grünguttrennung.
Die städtische Freibadanlage kommt nach dem Umbau bei den Badegästen bestens an. Gegenüber dem Vorjahr wurden die Besucherzahlen heuer verdoppelt. Bild: dob
Die städtische Freibadanlage kommt nach dem Umbau bei den Badegästen bestens an. Gegenüber dem Vorjahr wurden die Besucherzahlen heuer verdoppelt.
Die Wasserwachtler haben eine neue Unterkunft im städtischen Freibad errichtet. Wasserwachtmitglieder übernehmen an den Wochenenden abwechselnd mit Studenten die Aufsicht im Freibad. Bild: dob
Die Wasserwachtler haben eine neue Unterkunft im städtischen Freibad errichtet. Wasserwachtmitglieder übernehmen an den Wochenenden abwechselnd mit Studenten die Aufsicht im Freibad.
 
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