12.07.2020 - 12:19 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen

Im Wald an der Penzachhütte gibt es für die rund 120 Kindergartenkinder in der Wald-Projektwoche viel zu entdecken. "Natur hautnah erleben" war das Ziel von Projektleiterin Julia Dobmayer, die mit den Kindern ins Freie zieht.

Eifrig waren die Kinder beim Holzstöcke sammeln. Doch auch Naturbingo, ein Kletter-Parcours oder ein Waldmemory schärften die Sinne der Teilnehmer.
von Elisabeth DobmayerProfil

Mehr als 120 Mädchen und Buben aus der Kindertagesstätte Don Bosco haben in dieser Woche in einem spannenden Abenteuer den Wald an der Penzachhütte erkundet und wunderbare Erlebnisse in der freien Natur gesammelt. „In unserer künstlichen Alltagswelt wächst die Sehnsucht nach der Natur. Großartige Bücher und Filme zeigen uns ihre Wunder, aber aus eigener Anschauung erleben wir sie immer seltener. Sie ist immer weiter entfernt – räumlich und emotional“, beschreibt Kinderpflegerin und Projektleiterin Julia Dobmayer die Situation. „Natur hautnah erleben“, sei das Ziel des Projekts.

Jeden Tag durfte eine andere Gruppe in den Penzachwald stapfen. Vom Treffpunkt Autohaus Mitlmeier aus wanderten die Kinder mit ihrem Erzieherteam am frühen Morgen in den nahegelegenen Wald. Ausgerüstet mit einer Stempelkarte, hieß es dort ähnlich einer Schnitzeljagd, viele Neuigkeiten zu entdecken. Bereits auf dem Weg zur Penzachhütte versteckte Julia Dobmayer Hinweise und Briefe oder hängte Wegweiser auf, damit die Buben und Mädchen von sich aus auf die richtige Fährte gelangen konnten.

Schon das Zählen der Waldtiere, die die Kinder auf dem Weg begleiteten, machte den Kindern mächtig Spaß und versprach wandernde Kurzweil. Die Waldwoche baute auf das „ÖkoKids“-Thema „Eine Reise durch die Welt“ auf, bei denen Julia Dobmayer bereits dreimal eine Auszeichnung an die katholische Kindertagesstätte holte. Wildschwein, Reh, Fledermaus, Eule, Eichhörnchen, Fuchs und Specht waren den meisten Kindern schon bekannt.

Unterstützt wurden die „Waldkinder“ bei ihrem Tun natürlich von den jeweiligen Erziehern. „Auf diese Art lernen die Kinder schnell verantwortungsbewussten Umgang mit Pflanzen und Tieren“, versicherte Julia Dobmayer, die zudem wöchentlich die Nachmittagsgruppen in den „Natur und Umwelt“-Stunden anleitet. Fuchs, Amsel, Kaninchen und Rehkitze führten die Mädchen und Buben bei den Waldtierkindern auf. Und sie lernten auch, dass Ameisen, Mistkäfer, Igel, Hirschkäfer und Tausendfüßler auf dem Waldboden leben und dort das große Krabbeln stattfindet.

Wer Eichhörnchen, Baummarder und Specht entdecken will, musste seinen Kopf zu den Baumwipfeln heben. Wegen seines prächtigen Geweihs wird der Hirsch auch als König des Waldes bezeichnet. Frischling, Bache und Keiler ergeben die Wildschweinfamilie und in der Hirschgruppe werden mit Kuh und Kalb Mama und Kind bezeichnet. Natürlich erfuhren die Teilnehmer viel über den Kreislauf des Lebens.

Die Beschäftigung mit Waldmaterialien war für die Kinder eine spannende Angelegenheit. Selbst der Regen am Montag konnte den Kindern nichts anhaben und sie im Eifer bremsen. Richtig angezogen war das überhaupt kein Problem. Später schaute auch noch die Sonne vorbei und die Regentropfen waren schnell vergessen. „Das Rehkitz liegt im Gras versteckt, damit der Fuchs es nicht entdeckt. Das Wildschwein läuft im Wald herum, es grunzt und gräbt die Erde um“, lieferte das Waldtier-Mitmachgedicht außerdem eine ganze Menge an Spaß und Informationen.

Beim Baumtheater erlangten die Kinder anhand einer Bewegungsgeschichte viel Wissen über Baumwurzeln. In einer Fühl- und Tastkiste versteckte die Kindergärtnerin ein Stück Rinde, Zapfen, Eicheln, eine Feder, Moos oder ein Schneckenhaus, das die Kinder erfühlen durften.

Tierischen Bewegungsspaß versprach ein Kletter-Parcours, ein Barfußpfad, das Naturbingo oder das Rinden-Rubbel-Bild. Geschickt ordneten die Mädchen und Buben auch Blätter den jeweiligen Bäumen zu. Damit kamen ihnen besonders die „Natur- und Umweltstunden zugute, in denen sie schon vielfältiges Wissen über die Natur erlangten. Wie im Nu verflogen die Stunden für die Kinder im Wald. Nach der Kindergartenzeit holten die Eltern ihre Schützlinge am Neuwirtshaus ab.

Neustart im Kindergarten Don Bosco nach der Coronapause

Vohenstrauß
In bunten Schachteln, die als Fühl- und Tastkisten umfunktioniert wurden, versteckte Projektleiterin Julia Dobmayer ein Stück Rinde, Zapfen, Eicheln, eine Feder, Moos oder ein Schneckenhaus, das die Kinder erfühlen durften.
Beim Eichhörnchen-Wurfspiel war Zielgenauigkeit gefragt.
Naturmandala legen gefiel den Kindern ebenfalls.
Ihre helle Freude hatten die Kinder beim Rinden--Rubbel-Bild.
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