28.05.2020 - 13:46 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Neustart mit Regeln: Vorschulkinder zurück in der Kindertagesstätte Don Bosco

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Nach einigen Wochen daheim, dürfen die Vorschulkinder seit Montag wieder den Kindergarten besuchen. Die Erzieherinnen der Katholische Kindertagesstätte Don Bosco in Vohenstrauß sind gut vorbereitet und freuen sich.

Die Vorschulkinder der Kindertagesstätte Don Bosco in Vohenstrauß freuen sich, dass sie wieder ihre Freunde und Erzieherinnen sehen können. Seit Montag sind die "Großen" des Kindergartens wieder täglich in ihren Gruppen.
von Christine Walbert Kontakt Profil

Seit Montag herrscht wieder richtig Betrieb im Katholischen Kindergarten Don Bosco. 38 Vorschulkinder und acht Geschwisterkinder bevölkern die fünf Gruppen der Einrichtung. Kindergartenleiterin Luise Dietl hat sich mit ihrem Team sehr gut auf den Wiederbeginn vorbereitet. Vor allem das Hygienekonzept steht natürlich dabei im Vordergrund.

"In den vergangenen Wochen hatten wir ja nur etwa zehn Kinder in der Notbetreuung. Die waren anfangs schon sehr schüchtern, als sie zu uns kamen. Das hat sich aber schnell gelegt", erzählt die erfahrene Erzieherin. Nun habe man sich aber mit dem Wiedereintritt der Vorschulkinder gut überlegen müssen, wie man Menschenansammlungen vor allem beim Bringen und Abholen der Kleinen möglichst vermeiden könne. "Wir empfangen unsere Kinder deshalb im Garten. Die Eltern bringen sie bis zum Tor und gehen dann wieder." Mit einem schriftlichen Leitfaden seien die Eltern darüber vorher informiert worden.

Kinder sehr gut informiert

Das Hygienekonzept ist ausgeklügelt. Farbige Punkte zeigen den Kindern, an welchem Waschbecken sie ihre Hände waschen dürfen. Auch die Toiletten sind je nach Gruppe markiert. Die Handtücher werden täglich gewechselt. "Es ist schon erstaunlich, wie gut die Kinder über Mund-Nasen-Schutz, Abstandhalten und Händewaschen informiert sind", meint die Kindergartenleiterin. Es komme sogar vor, dass die Kinder nachfragen, ob es denn erlaubt sei mit den Puppen zu spielen, "denn die haben ja schon andere Kinder angefasst".

Erzieherin Monika Zintl meint dazu, dass selbstverständlich darauf geachtet werde, dass die Hygieneregeln eingehalten werden. Zwischendurch wird immer wieder gut durchgelüftet. Die Kinder würden auch verstehen, wenn man sie nun nicht mehr umarmt oder mal kitzelt. "Aber es geht nicht, dass wir das gesamte Spielzeug jeden Tag desinfizieren", gibt sie unumwunden zu.

Im Sitzkreis, der gern auch mal draußen an der frischen Luft abhalten wird, erzählen die Kinder, wie sie die letzten Wochen zu Hause verbracht haben. Grundsätzlich haben die Sechsjährigen die Zeit alle sehr gut überstanden. Nur wenige klagen darüber, dass ihnen langweilig war. Immer wieder hört man den Satz: "Wir waren viel im Garten." Manche nutzten die Zeit, um das Radfahren zu lernen. Simon schnitzte viel mit seinem Vater. Johanna vertrieb sich die Zeit mit ihren Babyhasen. "Außerdem haben wir einen Pool in den Garten gebaut." Jonas packte beim Pflastern seines Pools sogar mit an. Daneben musste er auch noch seinen Hundewelpen "Flocke" erziehen.

Wachsende Wertschätzung

Filme wie "Die Eiskönigin" bei den Mädchen oder auch mal ein paar Spiele mit der Playstation bei den Buben retteten so manchen Nachmittag. Lina gibt zu: "Also bei mir war es schon ein bisschen schwierig. Mein Bruder hat mich oft geärgert, ich hatte niemand zum Spielen." Über die Kita-App versorgten die Erzieherinnen die Eltern mit Beschäftigungsmaterial.

Dietl vermutet, dass etliche Eltern nach dieser Zeit ihre Kinder besser einschätzen können. "Manche verstehen nun vielleicht eher, über was wir uns eigentlich in den Entwicklungsgesprächen unterhalten wollen. Ich glaube auch, dass die Wertschätzung unserer Arbeit gewachsen ist."

In der Kindertagesstätte herrscht derzeit jedenfalls große Freude darüber, dass wieder Leben einkehrt - und zwar ein sehr geregeltes Leben. Alle Kinder waren froh, als sie am Montag wieder in ihre Gruppen durften. Der Garten ist in bestimmte Areale geteilt. Eine Gruppe ist an der Schaukel, die andere im Sand. "Wir müssen die Gruppen auf Abstand halten. Kurz mal zur anderen Gruppe laufen, geht nicht. Ein Teil muss auch mal spazieren gehen", erklärt die Leiterin. Das Fruchtprogramm, bei dem die Buben und Mädchen mit frischem Obst versorgt werden, ist derzeit ausgesetzt. Auch könne man derzeit kein Mittagessen in der Einrichtung anbieten. Mal schnell vom Brot des Freundes abzubeißen, sei natürlich auch nicht erlaubt. "Nach den ersten Tagen kann ich nur sagen, dass bisher alles super funktioniert", schwärmt Dietl.

Keine Angst vor nächster Phase

Fragt man die Kinder, was sie vom Mund-Nasen-Schutz halten, sind sich alle einig: "Ist doch ganz normal." Vereinzelt stören sich die kleinen Masken-Träger nur am "zu engen Gummi an den Ohren". Für die Sechsjährigen, die Begriffe wie "vor Corona" verwenden, sind die Maßnahmen selbstverständlich. Etliche der Vorschulkinder haben die Abstandsregeln scheinbar längst verinnerlicht.

Angst vor der nächsten Phase, in der dann die jüngeren Kindergartenkinder dazustoßen werden, haben die Erzieherinnen nicht - auch nicht vor einer erhöhten Infektionsgefahr. Dietl: "Wir üben jetzt alles mit den Großen ein und ändern Sachen, wenn sie nicht praktikabel sind. Wir müssen flexibel sein, und das haben wir auch mit den Eltern so kommuniziert. Schließlich sitzen wir alle im selben Boot."

Mia-Sofie und Daniel zeigen, wie man sich die Hände wäscht. Das Hygienekonzept im Katholischen Kindergarten Don Bosco ist für die Vorschulkinder kein Problem. So wissen sie genau, welche Toilette sie benutzen dürfen. Die Handtücher werden täglich gewechselt.
Info:

Überforderte Familien

Die Erzieherinnen wissen, dass einige Eltern in diesen Wochen an ihre Grenzen gestoßen sind. Erzieherin Monika Zintl spricht den Schutzauftrag der Einrichtung an: "Natürlich ahnen wir, in welchen Familien es zu größeren Problemen kommen könnte." Die Lage innerhalb von Problemfamilien habe sich vermutlich durch die Beschränkungen verschärft. "Aber die Situation für uns, in solchen Fällen eingreifen zu können, ist immer ein schwieriges Thema, auch ohne Corona."

Haushalt, Kinderbetreuung, Homeoffice und Homeschooling hätten einige Mütter oder auch Väter bestimmt überfordert. "Da waren manche besonders in der Anfangszeit ziemlich platt", meint Zintl. Den Erziehern sei es daher wichtig gewesen, den Kontakt zu ihren Schützlingen nie ganz abreißen zu lassen. Kindergartenleiterin Luise Dietl: "Wir haben immer wieder mal angerufen und mit Eltern und Kindern gesprochen. Außerdem haben wir jeden Donnerstag eine kleine Taschenpost vorbeigebracht."

Nach den ersten Tagen kann ich nur sagen, dass bisher alles super funktioniert.

Kindergartenleiterin Luise Dietl

Kindergartenleiterin Luise Dietl

Mit der Kindergarten-App hält die Kindertagesstätte Don Bosco Kontakt zu den Eltern

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