21.08.2019 - 13:03 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Gegen Willen der Stadt: Circus Afrika hängt Plakate auf

Wie angekündigt, hat der Circus Afrika seine Plakate vor dem Gastspiel in Altenstadt bei Vohenstrauß am Dienstag aufgestellt. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer will das nicht und hat nun deshalb den Rat eines Rechtsanwalts eingeholt.

Jede Menge Plakate weisen seit Dienstagnachmittag in Vohenstrauß und wie hier vor dem Sportplatz in Altenstadt bei Vohenstrauß auf das Gastspiel des Circus Afrika hin. Die Stadt hatte die Genehmigung dazu am Montag zurückgenommen. Der Zirkus plakatierte trotzdem.
von Christine Walbert Kontakt Profil

Nachdem am Montagnachmittag in der ehemaligen Kreisstadt noch kein einziges Plakat zu sehen war, ging es dann am Dienstag recht schnell. Entlang der Hauptstraße bis hinauf zum Kreisverkehr taucht der Circus Afrika an Lichtmasten, Zäunen und sonstigen Befestigungen auf - und das in stattlicher Anzahl. Auch im geplanten Gastspiel-Ort Altenstadt sind Werbetafeln zu sehen. Der Bürgermeister verfolgte die Entwicklung seit Montag sehr genau und machte sich auch höchstpersönlich auf den Weg, um die Plakate per Kamera zu erfassen.

"Wir werden jetzt einen offiziellen Widerrufsbescheid erstellen und dem Circus Afrika zustellen", erklärt der Rathauschef am Dienstag auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. Begründen wird er diesen Bescheid mit gravierenden Verstößen gegen die Auflagen der Ausnahmegenehmigung. Wutzlhofer hatte die Plakatierungsgenehmigung, die Dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer dem Zirkus am Freitag erteilt hatte, am Montag per E-Mail widerrufen.

Beruft sich Zirkusdirektor Hardy Weisheit auf die Ausnahmegenehmigung, dann hätte er laut Wutzlhofer nur 10 Plakate im Stadtgebiet und 20 in den Ortsteilen aufstellen dürfen. "Diese Zahl wurde in der Stadt nicht eingehalten. Und auch die vorgegebene Größe der Plakate wurde teilweise wesentlich überschritten", meint der Bürgermeister.

Ein weiterer Grund für den Widerrufsbescheid sei die Tatsache, dass manche der Zirkus-Hinweisschilder in Kreuzungen oder Straßeneinmündungen die Sicht der Verkehrsteilnehmer behindern. Nicht rechtmäßig sei es auch, die Plakate an Lichtmasten oder Verkehrsschildern festzumachen.

"Wir setzen dem Zirkus eine Frist, in der er die angebrachten Plakate beseitigen muss. Lässt er die Frist verstreichen, behalten wir uns vor, eine kostenpflichtige Ersatzvornahme durchzuführen." Das heißt: Die Stadt montiert die Werbung ab, die Kosten dafür trägt der Zirkus. Am Dienstagnachmittag war im Rathaus ein Anwaltsschreiben eingetroffen, in dem der Circus Afrika seinerseits Widerspruch gegen die Rücknahme der Plakatierungsgenehmigung einlegt und dem Bürgermeister indirekt Sabotage vorwirft. Zirkuschef Hardy Weisheit hatte am Montag unmissverständlich erklärt, dass er die Plakatierungsaktion durchziehen werde, weil er die Gebühr für die Genehmigung bezahlt habe und ihm bereits Kosten entstanden seien.

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