(dob) Es geht um reines Gold, allerdings nur in der Größe von einem Millimeter. Versteckt in einem Eimer Sand, der erst einmal ausgewaschen werden will. Die Regeln bei den Meisterschaften im Goldwaschen sind streng festgelegt. Ein Eimer Sand enthält eine vorher für den Goldwäscher unbekannte Anzahl von Goldkörnern. Wer am schnellsten die meisten findet, kommt eine Runde weiter. „Hoffentlich ergeht es mir nicht wie den Fußballern der Nationalmannschaft“, bangt Ochantel.
Eine gute Lehrstunde war die 32. Internationale Deutsche Meisterschaft im Goldwaschen im fränkischen Goldkronach im Juni. Insgesamt gab es Nuggets im Wert von über 1000 Euro zu gewinnen. Jeweils 20 Teilnehmer stiegen in die etwa 30 Zentimeter hoch mit Wasser gefüllten Metallbecken. Ochantel wusch in einer guten Zeit von unter drei Minuten den Eimer aus und fand von den insgesamt 7 versteckten Mininuggets immerhin 5 Stück. Es folgte der zweite Durchgang. In dieser Runde kämpften auch die erfahrenen Goldwäscher aus Tschechien, Slowakei, Polen, Österreich, Niederland und der Schweiz.
Höchste Konzentration war angesagt. Dann kam das Startkommando: „Get your place! Are you ready? Go!“ Doch die Startnummer eins brachte Ochantel kein Glück. „Die Konkurrenz war einfach schneller und fand mehr Goldflitter.“ Anschließend wurde zum ersten Mal die neue Kategorie „Tripan“ im Goldwaschen eingeführt. Dabei galt es nacheinander mit der traditionellen Klondike-Pfanne, dann mit der flachen Pfanne und anschließend mit der Batea zu waschen. „Die Batea sieht aus wie ein metallener Chinesenhut“, erklärt der passionierte Goldwäscher. „Sie wird als traditionelle Goldwaschpfanne bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in der Slowakei zum Einsatz kommen.“
In Hodruša in der slowakischen Hohen Tatra startet am 6. August die Weltmeisterschaft im Goldwaschen. Und auf die bereitet sich Ochantel akribisch vor. „Da gilt es, vorher noch ausgiebig zu üben“, versicherte er. Sand in die Schüssel, im Wasser kreisen, schütteln, den feinen Sand abschwemmen, schütteln, abschwemmen. Dann vorsichtig Sand aus dem Eimer dazu schütten, wieder kreisen, schütteln, abschwemmen. Es sind immer die gleichen Abläufe. Am Schluss soll dann das schwere glitzernde Gold übrig bleiben. „Man braucht nur vorsichtig mit dem Finger darauf tippen, dann bleibt das Gold am Finger.“ Sollte das Gold unter dem Fingernagel verschwinden, kann die Meisterschaft schon verloren sein.
„Den Finger auf das mit Wasser gefüllten Röhrchen, die Phiole, drücken, einmal umdrehen, gut verschließen und dann das Stopp-Zeichen geben“, beschreibt Ochantel den Vorgang weiter. „Wenn dich das erste Körnchen Gold anfunkelt, dann packt dich das Goldfieber immer wieder.“ Im Garten seines Eigenheims am Amselweg steht seit einigen Wochen ein Trainingsbecken. Eigentlich ist es nur eine große Holzwanne, zu einem Drittel mit Wasser gefüllt. Aber sie bietet ausreichend Möglichkeiten mit den verschiedenen Goldwaschpfannen zu üben.
„Bleibt nur zu hoffen, dass die Mannschaftshemden in den Farben Schwarz, Rot und Gold rechtzeitig zugeschickt werden“, hofft der Vohenstraußer. „Der erste Druck enthielt eine falsche Farbe.“ In wenigen Tagen wird es auf die 670 Kilometer lange Anfahrt über Prag und Bratislava in die Hohe Tatra gehen. Es braucht ein gutes Auge, viel Fingerspitzengefühl und Flexibilität. Die Goldwäscher sind eine eingeschworene Familie. Doch auf die Suche nach dem meisten Gold begibt sich jeder auf eigene Faust und nach eigenem Rhythmus. Die Faszination ist jedenfalls mehr als Goldwaschen und die Ruhe in der Natur nur ein Aspekt von vielen.
„Beim Training haben in der vergangenen Woche auch die Mädchen und Jungen eines Kindergeburtstags zugesehen und durften dann natürlich selbst Hand an die Goldwaschschüssel legen“, berichtete Ochantel, der seine Faszination gerne weitergibt. Beim Kinderbürgerfest im Max-Reger-Park in Weiden, beim Naturerlebnistag in Selb, beim Ferienprogramm in Waldsassen oder mit dem OWV bei Erbendorf zeigt Ochantel gerne den richtigen Schwung mit der Waschschüssel. Auch für die Landesgartenschau in Würzburg stellte er sein Equipment und das Gold zur Verfügung.




















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