Seine Hobbys sind Rosen in allen Farben. Heinrich Zelezny verbringt mit der Königin der Blumen viel Zeit. Längst ist deren Pflege seine Passion. Im Mietshaus von Andreas Bauer am Fasanenweg darf er sich im Garten seiner Leidenschaft widmen. Aber auch Kakteen gehören zu seinem liebgewonnenen Umfeld. Größer könnte der botanische Gegensatz wohl nicht sein.
Nur wenige Wochen nach seiner Ehefrau Herta hat er nun 90. Geburtstag gefeiert. Gerne unternimmt der vitale und tatkräftige Senior noch Autofahrten in die nähere Umgebung bis nach Weiden. Als junger Bursche fuhr mit seinem Rad bis nach Karlsruhe. In Unterreichenstein im Kreis Bergreichenstein kam Zelezny zur Welt. Nach der Volksschule lernte er in der heimatlichen Glasfabrik Lötz-Witwe die Kunst des Glasschleifens. Mit 16 Jahren musste er in den Krieg ziehen, am 1. Mai 1945 geriet Zelezny in amerikanische Gefangenschaft. Vier Monate später kehrte er in seine Heimat und in seinen Beruf zurück. Zwei Jahre danach wurde der junge Mann in eine Prager Glasfabrik zwangsverpflichtet.
1948 flüchtete Zelezny mit seiner Braut Herta Schlechta und deren Eltern in die Bundesrepublik. Durch das Durchgangslager in Furth im Wald kamen sie nach Bayern und von dort nach Karlsruhe. Mit anderen Glasmacherfamilien wurden sie schließlich in Amberg und später in Neustadt/WN heimisch.
Am 27. Mai 1950, inzwischen war das junge Paar in Vohenstrauß gelandet, führte Zelezny seine Liebe vor den Traualtar in der katholischen Stadtpfarrkirche. Noch im gleichen Jahr begann er in der Glasfabrik Füger & Taube für den Lebensunterhalt zu sorgen. 1952 kam Tochter Vera auf die Welt und das Glück der kleinen Familie war perfekt. 1972 wechselte Zelezny nach Nürnberg und arbeitete bis zur Rente am Rangierbahnhof. Die Enkel Markus und Claudia schenkten ihren Großeltern die Urenkel Andrea, Benedikt sowie das Zwillingspärchen Maximilian und Anna.
Nachdem die Zeleznys vor 16 Jahren in die Nähe ihrer Tochter Vera von der städtischen Baugenossenschaft, in der sie zuvor 49 Jahre ihres Lebens verbrachten, an den Fasanenweg gezogen sind, haben sie stets jemand um sich, wenn Hilfe im Alltag gebraucht wird. Ein schwerer Schicksalsschlag war vor zehn Jahren, als sie ihren Schwiegersohn Edwin Koller zum Grab geleiten mussten, als er nach schwerer Krankheit im Alter von 57 Jahren starb. Nun hoffen die beiden betagten Senioren noch auf recht viele gemeinsame Jahre. Das wünschten auch Dekan Alexander Hösl und Bürgermeister Andreas Wutzlhofer von ganzem Herzen.
Vohenstrauß
03.07.2018 - 13:26 Uhr
König der Rosen

Heinrich Zelezny (vorne rechts) ist mit seinen 90 Jahren richtig lebensfroh und erfreut sich an vielen schönen Dingen. Die Urenkel Anna und Maximilian gratulierten ihrem Uropa ganz herzlich zum Ehrentag. Tochter Vera (hinten) schloss sich mit ihrem Lebenspartner den Glückwünschen von Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (links) und Dekan Alexander Hösl (rechts) an.
dob
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