09.11.2018 - 12:23 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Naturschutzbehörde stoppt Sondergebiet

Die Stadt Vohenstrauß stellt die Bauleitplanung für die Lagernutzung am Schafhofweg ein. Der Eingriff in die Natur wäre an dieser Stelle zu groß.

Das geplante Sondergebiet für Lagernutzung am Schafhofweg (Richtung Pleystein) kommt nicht zu stande. Die Umweltbehörde und Umweltschutz legten ihr Veto ein.
von Christine Walbert Kontakt Profil

Eingestellt wird das Bauleitverfahren hinsichtlich des geplanten Sondergebiets für Lagernutzung "Am Schafhofweg". Geschäftsleiter Alfons Sier machte den Stadträten am Donnerstag in der Sitzung klar, dass die Stellungnahmen dazu von Bund Naturschutz und der Unteren Naturschutzbehörde eine weitere Planung unmöglich gemacht hätten. So würde dieses Sondergebiet laut Unterer Naturschutzbehörde einen erheblichen Eingriff in Lanschaftsbild und Naturhaushalt darstellen, der nicht ausgleichbar sei. Nun will sich die Stadt auf die Suche nach alternativen Standorten für ein derartiges Sondergebiet machen.

Einmal im Jahr stellt Bauamtsleiter Johann Balk im Stadtrat die Jahresbilanz der "Wasserwerk-Photovoltaikanlage" der Stadt vor. Balk erläuterte am Donnerstag die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung 2017. Er meinte, dass grundsätzlich im Vergleich zum Vorjahr keine großen Veränderungen ersichtlich seien. Die Bilanzsumme beträgt etwas über 5,1 Millionen Euro, das Jahresergebnis ein Minus von 4713 Euro. Balk erklärte, dass bezogen auf den Wasserverkauf von 382 553 Kubikmeter der Jahresverlust der Wasserversorgung etwa 2,9 Cent pro Kubikmeter beträgt.

Stadt zahlt keine Steuern

Im Vergleich zum Vorjahr habe sich zwar eine Verbesserung ergeben, das Prinzip der Kostendeckung sei jedoch nicht erfüllt worden. Der Stadtrat habe im September bereits eine Gebührenerhöhung beschlossen. Die Photovoltaikanlagen brachten 2017 laut Buchführung einen Gewinn von 6414 Euro. Der prognostizierte Ertrag sei um etwa 12,85 Prozent überschritten worden. Balk: "Es handelte sich um ein relativ gutes Ertragsjahr." Durch den Jahresverlust "Wasserwerk-Photovoltaikanlage" von 4174 Euro erhöhe sich der steuerliche Verlustvortrag auf 943 941 Euro. Der Bauamtsleiter betonte: "Wir sind sehr weit davon entfernt, Steuern zahlen zu müssen."

Einen Schritt weiter ist die Stadt in Sachen "Gewerbe- und Industriegebiet Vohenstrauß Ost". Für den zweiten Bauabschnitt steht nun das Bauleitplanverfahren an. Diplomingenieur Andreas Thammer vom Landschaftsarchitekturbüro Thammer aus Schönsee stellte den Stadträten am Donnerstag die Pläne vor. Er ging dabei auf das Hauptproblem ein: Es mussten die forstwirtschaftlichen und naturschutzrechtlichen Belange geprüft werden. Nach etlichen Gesprächen mit beiden Behörden konnte Thammer nun einen Planentwurf vorlegen, sowohl für die Flächennutzungsplanänderung als auch für den Bebauungsplan.

Thomas Eiber (CSU) fragte nach den angebotenenen Größen der Gewerbeparzellen. Der Landschaftsarchitekt erklärte, dass sowohl sehr große Unternehmen als auch kleine Handwerksbetriebe in diesem neuen Bauabschnitt fündig werden könnten. Die Flächen würden je nach Bedarf eingeteilt. Eiber wollte auch wissen, ob gleich Glasfaserkabel eingebaut würden. Thammer und auch Bauamtsleiter Balk meinten, dass dies vom Anbieter abhängig sei. Wie schon im Baugebiet Sommerwiesen wolle man aber versuchen, mit Leerrohren, die bis zu den einzelnen Grundstücken hin reichen, diese Option offenzuhalten.

Der Motorradclub Vohenstrauß wird am 2. und 3. März 2019 in der Dreifachturnhalle wieder eine Ausstellung organisieren. Sämtliche Räte hatten keine Einwände gegen eine Benutzung der Halle. Allerdings wird die Nutzungsgebühr von bisher 300 auf 370 Euro erhöht, weil schon die Kosten für die Hallenaufsicht 362 Euro betragen.

Kein einziger Anbieter

Keine guten Neuigkeiten gab es hinsichtlich der Anbindung der Grund- und Mittelschule an Glasfaser. Eine Vorabanfrage beim Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Weiden hatte ergeben, dass die Kosten für die Anbindung beider Schulen etwa 76 000 Euro betragen. Die Stadt hat sich dann bemüht, eine gemeinsame Ausschreibung mit dem Landkreis zu erreichen. Insgesamt wurde die Anbindung von 11 Schulen ausgeschrieben. Kämmerer Rainer Dötsch musste die Stadträte aber enttäuschen: Kein einziges Angebot wurde abgegeben. Nun prüft das Landratsamt, wann eine erneute Ausschreibung erfolgen wird.

Das Sondergebiet für Lagernutzung am Schafhofweg wird nicht weiter verfolgt. Die Stadt macht sich nun auf die Suche nach einem anderen Standort.

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