18.11.2020 - 16:39 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Nikolaus kommt mit Pferdegespann vorbei

Da gibt es mit Sicherheit glänzende Kinderaugen: Ganz romantisch mit den zwei süddeutschen Kaltblütern "Max" und "Gustl" kommt der Nikolaus heuer in der Pfalzgrafenstadt an vielen Häusern vorbei.

Mit den süddeutschen Kaltblütern "Max" und "Gustl" von Otto Peugler wird der Nikolaus (Heinrich Rewitzer) am Namensfest des Heilligen heuer durch die Stadt ziehen und nicht nur Kinderaugen zum Glänzen bringen.
von Elisabeth DobmayerProfil

Rund um den 6. Dezember besuchen normalerweise Nikolaus und sein Helfer Knecht Ruprecht die Familien zuhause und schauen im Goldenen Buch nach, wie sich die Mädchen und Buben im zurückliegenden Jahr betragen haben. Tagelang sind die Kinder deswegen aufgeregt und erwarten dann am Abend des Nikolaustags den Himmelsboten mit dem weißen Rauschebart.

Um Kindern in schwierigen Corona-Zeiten wenigsten ein bisschen Normalität zu geben, wird es in Vohenstrauß am Sonntag, 6. Dezember, einen Nikolaus geben. Wenn es die Beschränkungen in diesem Zeitraum zulassen, wird sich der Nikolaus (Heinrich Rewitzer) am Nikolaustag mit der Kutsche auf den Weg machen und in vielen Straßen vorbeischauen, um Kinder und Eltern zu erfreuen. Nachdem die Martinsaktion mit Bernd Koller als heiliger Martin so gut von der Bevölkerung angenommen wurde, wurde spontan die Idee geboren, die Kinder mit einem durch die Stadt fahrenden Nikolaus zu überraschen. Otto Peugler wird das Gespann mit seinen Kaltblutpferden „Max“ und Gustl“ sicher durch die Straßenzüge lenken.

„Er war von der Idee sofort begeistert und sagte mir noch am Martinstag zu“, freute sich Bernd Koller, der noch immer von den strahlenden Kinderaugen fasziniert ist, die er bei seinem Ritt durch die Stadt erleben konnte. Viele Kinder stimmten mit ihren Eltern ein Martinslied an, um auch ihn zu überraschen. „Die Kinder konnten im kleinen Kreis zuhause den Martinsgedanken hochleben lassen und sich auf das eigentliche Brauchtum besinnen, ganz in aller Ruhe, ohne Hektik und Menschenmassen.“ Genau das wollte er erreichen, sagte Koller.

Martinszug mal etwas anders

Vohenstrauß

Mit den Pferden durch die Straßen zu ziehen kommt bei den Leuten offenbar an. Selbst das aktuelle Maskentragen ist für Nikolaus und seinen Krampus kein Problem, denn sie tragen ihre Maske gern. Koller und Rewitzer sind überzeugt, dass sie die Fahrt durchziehen können. „Wir kommen ja niemandem zu nah.“ Die Abstands- und Hygieneregeln sind für uns absolut Pflicht. Die Familien sind erneut aufgerufen, ähnlich wie am Martinstag, ihre Häuser wieder mit Lichtern zu schmücken und so im Freien auf den hohen Besuch zu warten, der dann langsam vorbeifährt. Geschmückte Fenster und Vorgärten könnten ja entsprechend eines Adventskalenders zum Nikolaustag gestaltet werden.

Auf gefüllte Nikolausstiefel oder Päckchen bräuchten die Kinder ebenfalls nicht verzichten, denn während der Nikolaus mit den Pferden vorbeitrabt, könnte ein Elternteil diese vorher bereits gepackte Überraschung an der Haustüre abstellen. So werde den Kindern, die bestimmt ganz fasziniert auf den heiligen Mann schauen, suggeriert werden, der Nikolaus habe die süße Gabe im Vorbeifahren dort eigenhändig abgestellt. Es sei einfach einmal ein anderer Nikolausbesuch als gewohnt, aber er brauche deshalb ja nicht ganz gestrichen werden, sind sich die beiden Männer sicher.

Noch dazu hat Rewitzer seit vielen Jahrzehnten Erfahrung als Nikolaus. Ungern würde er heuer darauf verzichten. „Die Kinder warten doch auf den rauschebärtigen Nikolaus mit der Mitra und dem Bischofsstab.“ Der Nikolaustag gehöre einfach zu unserem Brauchtum dazu. Unbedingt in die Nikolaus-Route wollen die Initiatoren die Strecke um das Walter-Siegert-Caritasheim mit einbeziehen, damit auch die Senioren den Nikolaus erleben und ihm zuwinken dürfen. Dann heißt es auch da wieder wie es der deutsche Schriftsteller Theodor Storm bekannterweise niederschrieb: "Von drauß' vom Walde komm ich her; Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!"

Info:

Folgende Route ist für die Nikolaus-Gespann-Fahrt geplant:

Beginnen wird die Rundfahrt um 17 Uhr in der Fiedlbühlstraße in Altenstadt. Danach geht es weiter über den Lohweg und die Retzstraße. Es folgen das Baugebiet In der Leiten und danach das Baugebiet Sommerwiesen. Von da aus zieht der Nikolaus über den Braunetsriether Weg und die Pragergasse. Danach wird der Marktplatz hin zur Pfarrgasse überquert. Nach der Wittschauer Straße geht es zur Don-Bosco-Straße vorbei am Caritasheim zur August-Sperl-Straße. Anschließend fährt das himmlische Gespann weiter durch die Königsberger- und Breslauer Straße. Über den Amselweg und die Kößlmühlstraße kommt der Nikolaus zum Fasanenweg und von da geht es über das Baugebiet Breite Wiesen zum Imkerweg und zur Neumühlstraße, bevor die Truppe wieder am Ziel am Stall von Otto Peugler angelangt sind. (dob)

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