07.02.2020 - 14:01 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Noch mehr Bauplätze

Wegen des anhaltenden Interesses ist die Stadt Vohenstrauß bestrebt, weitere geeignete Grundstücke anzubieten. „Es vergeht fast kein Tag, wo nicht jemand im Rathaus anfragt“, sagt Bürgermeister Andreas Wutzlhofer.

Wo der Straßenzug "Zwischen den Städten" auf die Retzstraße trifft, plant die Stadt auf ihrem eigenen Grundstück ein kleines Baugebiet mit drei bis vier Parzellen.
von Josef ForsterProfil

Von einer ungebrochenen Nachfrage nach Bauplätzen berichtete Bürgermeister Andreas Wutzlhofer in der Stadtratssitzung am Donnerstag. Ein Grundstück auf Höhe der Kreuzung Retzstraße/Zwischen den Städten, das die Stadt ursprünglich für einen Kindergartenneubau erworben hatte, soll dreigeteilt und zu Bauplätzen umgewidmet werden. Weil es bereits vier Interessenten gebe, werde zugleich eine Aufteilung in vier Parzellen geprüft.

Entgegen einer privaten Bauvoranfrage sei die Stadt beim Landratsamt jedoch gescheitert. Begründet würde dies mit dem Fehlen konkreter Standorte und dem Aussehen der Wohngebäude. Außerdem liege ein kleiner Teil des geplanten Gebiets außerhalb des Flächennutzungsplans. Der Stadtrat schloss sich als Lösung dem Vorschlag Wutzlhofers zur Aufstellung eines Bebauungsplans samt der Änderung des Flächennutzungsplans an. Mit der Planung beauftragte das Gremium Landschaftsarchitekt Andreas Thammer aus Schönsee.

In der Adventszeit konnten sich alle Bürger im Rathaus über den Neubau eines Edeka-Supermarkts beim Arbeitsamt informieren. Wutzlhofer berichtete jedoch von einer geringen Resonanz ohne Bedenken und Anregungen. Andererseits hätten sich 16 öffentliche Träger zu Wort gemeldet. Das Bayernwerk etwa weise auf Leitungen und eine Trafostation hin, welche sich im Grundstück befänden. Die Handelskammer sehe keine negativen Folgen für andere Märkte und Geschäfte, zumal die Verkaufsfläche um zehn Prozent abnehme.

Das Landratsamt fordere ein Schallgutachten, während die Regierung der Oberpfalz das Projekt für Vohenstrauß als Mittelzentrum als geeignet beurteilte und der Standort auch städtebaulich passe. Der regionale Planungsverband sehe die Maßnahme im Einklang mit dem städtebaulichen Entwicklungskonzept. Bernhard Kleber (Freie Wähler) würde es begrüßen, wenn die rund 2000 Quadratmeter große Dachfläche für Sonnenstrom genutzt würde.

Nach der jüngsten Absage bei der Turnhallensanierung befürchtete Wutzlhofer jedoch auch hier statitische Probleme. Die Anregung würde er dennoch gerne an den involvierten Architekten weitergegeben. Nachdem der Bebauungsplan aufgrund des einstimmigen Stadtratsbeschlusses mit der Veröffentlichung am Freitag Rechtskraft erlangte, kündigte der Bürgermeister den Beginn der Abrissarbeiten für Montag, 10. Februar, an.

Der im Stadtrat genehmigte Neubau einer Gemeinschaftspraxis für Allgemein- und Innere Medizin beim Aldi-Supermarkt machte einen weiteren Stadtratsbeschluss notwendig, Weil die zur Bebauung vorgesehene Wiese an einer Straße liegt, für die es bislang keinen Namen gab. Dabei handelt es sich um die im Zuge des Autobahnbaus neu entstandene Ersatzstraße für die einstige B 14 beidseits der Kreuzung mit dem Neuwirtshauser Weg. Die städtische Verwaltung schlug dem Stadtrat für das Teilstück zwischen dem Kreisverkehr bis auf Höhe der SpVgg-Tennisplätze die Bezeichnungen „Am Festplatz“ oder „An der Stadthalle“ vor. Ohne Ausnahme entschieden sich die Ratsmitglieder für den neuen Straßennamen „Am Festplatz“. „Da wissen die meisten, wo das ist“, begrüßte Bürgermeister Wutzlhofer die Entscheidung.

Am Ende brachte Alfons Raab (CSU) den geplanten Neubau eines Netto-Supermarkts zur Sprache. Wutzlhofer antwortete, dass zwar noch nicht viel zu sehen sei, doch intern sei das Vorhaben schon recht weit. Sogar wesentlich weiter, als der Neubau des Edeka-Supermarkts beim Arbeitsamt. Der Bürgermeister wusste von einer neuen Stromversorgung, die bereits verlegt sei. Nur die Baugenehmigung fehle noch. Auch ein Abriss wäre bereits möglich, was Wutzlhofer jedoch als „ungeschickt“ kommentierte.

Der Supermarkt bliebe bis zum Erhalt einer Baugenehmigung geöffnet, was auch in einer fehlenden Überbrückungslösung begründet wäre. Denn anders als beim Edeka-Supermarkt mit einem Ausweichen ins ehemalige „Comet“-Gebäude verzichte der Netto-Supermarkt während der Bauzeit auf eine Ersatzlösung in Vohenstrauß.

Die im Zuge des Autobahnbaus neu entstandene Umgehungsstraße auf Höhe des Aldi-Supermarkts tauft der Stadtrat in der Sitzung am Donnerstagabend in "Am Festplatz" um.
Haushaltsbilanz 2019:

Kämmerer Rainer Dötsch übernahm das Resümee zum Haushalt des vergangenen Jahres. Vor knapp einem Jahr verabschiedete der Stadtrat das Zahlenwerk in einem Umfang von 22,3 Millionen Euro. „Nun sind daraus 24,8 Millionen Euro geworden“, verkündete der Kämmerer. Konkret nannte Dötsch eine Abschlusssumme von rund 17,8 Millionen Euro für den Verwaltungs- und rund 7 Millionen Euro für den Vermögenshaushalt. Damit erreiche der Haushalt des Jahres 2019 „in etwa das Niveau des Jahres 2017“. Die Mehreinnahmen von rund 1,3 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt resultierten größtenteils aus zusätzlichen Steuereinnahmen. Damit sah Dötsch „eine große Stärkung des Vermögenshaushalt“, der um 1,23 Millionen Euro höher ausfalle, als eingeplant.

Bei den Ausgaben wäre bis auf einen Betrag von 270 000 Euro alles erledigt, wobei der Kämmerer die Summe der Investitionen bei 3,8 Millionen Euro sah. Als prägnanten Posten hob er jene rund 2 Millionen Euro hervor, welche als Haushaltsreste vorgesehen waren. Dies „schone“ nun das aktuelle Haushaltsjahr. Fast die Hälfte davon wäre für die katholische Kindertagesstätte „Don Bosco“ schon fest eingeplant. Durch 560 000 Euro für Kreditrückzahlungen sei der Schuldenstand zum Jahreswechsel - wie beabsichtigt - auf 609 610 Euro gesunken.

Die Abrechnungen bei Trinkwasser und Kanal zeigten geringe Überschüsse, was noch heuer den Gebührenzahlern wieder zugute komme. Noch bessere Zahlen listete Dötsch mit 123 Prozent für die städtischen Sonnenstromanlagen aus. Einzig bem städtischen Friedhof verzeichnete der Kämmerer ein Defizit von 60 788 Euro „trotz Anhebung der Gebühren“. Dies schuldete er neben einem „hohen Anteil an internen Verrechnungen, die in 2019 verstärkt anfielen“ der Sanierung des Friedhofgebäudes. Von der Jahresrechnung nahm der Stadtrat abschließend Kenntnis und beauftragte ohne jegliche Wortmeldung geschlossen den örtlichen Rechnungsprüfungsausschuss mit der Auswertung.

Weitere Themen:

Am Beginn der Stadtratssitzung rückte zunächst Josef Haberkorn (CSU) in den Mittelpunkt, dem Bürgermeister Andreas Wutzlhofer mit Sekt zum Geburtstag gratulierte. Benjamin Janker aus Waldau und Konrad Schatz aus Zeßmannsrieth wurden als Kommandanten der Feuerwehr Waldau ab 1. März 2020 durch alle Stadträte bestätigt.Seit 2015 liebäugele die Stadt mit einer Beteiligung an der Firma Zeno GmbH. Wutzlhofer erklärte, dass die Fraktionssprecher zum Jahresbeginn erneut angeschoben hätten. Ohne jegliche Wortmeldung beantragte das Gremium einstimmig den Eintritt als Gesellschafter mit einem Anteil von 5000 Euro. Zugleich bekunde die Stadt ihr Interesse an einem Sitz im Aufsichtsrat.

Als einzige Mitteilung erinnerte der Bürgermeister an die Fahrt an die französische Atlantikküste am 18. und 19. April in die Partnerstadt Moncoutant und bat um baldige Anmeldung.

Die ausstehende Antwort auf Josef Haberkorns Anfrage zum Zustand des Stadtwaldes interessierte Ulrike Kießling (Freie Wähler). Dies sei nicht vergessen und werde für das Frühjahr eingeplant, um alle bisherigen Stadträte noch informieren zu können, antwortete Wutzlhofer. Ergänzend kündigte er für April die Erfordernis von zwei Stadtratssitzungen an.

Von einer Reservierung mehrerer Bauplätze durch ein- und dieselben Bewerber berichtete Gabi Eichl (Freie Wähler), was sie auf die starke Nachfrage zurückführte. Sie regte deshalb an, hierfür Geld zu verlangen. Der Bürgermeister bestätigte ihr ein entsprechendes Vorgehen bei den Parzellen im neuen Abschnitt des Baugebiets „Sommerwiesen“. Ergänzend berichtete das Stadtoberhaupt zur aktuellen Situation im zweiten Bauabschnitt, wobei 26 der 28 Parzellen bereits verkauft seien.

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