13.09.2021 - 10:39 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Öffentliche Toilette am Bocklradweg in Vohenstrauß abgelehnt

Die Stadtratsfraktionen der CSU und der SPD stellen bei der Stadt Vohenstrauß jeweils einen Antrag. In beiden Fällen geht es um das Thema Toiletten. Während die CSU ihr Ansinnen durchbringt, geht die SPD leer aus.

Das leerstehende WC-Gebäude auf dem ehemaligen Bahngelände am Bocklradweg war Thema in der jüngsten Stadtratssitzung in Vohenstrauß. Die SPD stellte den Antrag, das Gebäude für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.
von Christine Walbert Kontakt Profil

Die SPD-Fraktion hatte im Juli beantragt zu prüfen, ob und zu welchen Bedingungen das leerstehende WC-Gebäude auf dem ehemaligen Bahngelände am Bocklradweg für die Öffentlichkeit nutzbar gemacht werden kann. Im Antrag wird weiter gefordert, sofern das Vorhaben realisierbar ist, das Gebäude zu renovieren, der Öffentlichkeit zugänglich zu halten und durch die Stadt zu reinigen und zu warten. Das WC-Häuschen sollte barrierefrei und gegebenenfalls als Unisex-Lösung gestaltet werden. außerdem wäre ein allgemein zugänglicher Wickelplatz vorzusehen.

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer erklärte in der Stadtratssitzung am Donnerstag, dass die Verwaltung darauf hinweist, dass in dem Grundstück, auf dem sich dieses Gebäude befinde, gutachtlich erhebliche Schadstoffbelastungen nachgewiesen worden seien. Das gesamte Areal stehe zudem unter Denkmalschutz und befinde sich nicht im Eigentum der Stadt. In der Diskussion meinte Martin Gleixner für die Freien Wähler, dass seine Fraktion es besser fände, wenn die Radfahrer nach wie vor die Gastronomie in der Stadt nutzen. Das gewünschte Projekt würde die Leute eher von der Stadt weghalten und sei mit großem Aufwand verbunden. Auch der Bürgermeister trug seine Bedenken vor: "Ich finde die Idee zwar nicht verkehrt, an dieser Stelle aber unangebracht." Das Gebäude befinde sich in marodem Zustand, und das Gelände sei schadstoffbelastet.

Geschäftsleiter Thomas Herrmann schlug vor, sich stattdessen mit dem deutschlandweiten Konzept "Die nette Toilette" auseinanderzusetzen: Die Stadt unterstützt die Gastronomen finanziell bei der Pflege der Toiletten. Die Gäste dürfen das WC benutzen, ohne im Lokal etwas essen oder trinken zu müssen. Der Gastronom kann dadurch trotzdem Neukunden gewinnen. Die Bürger erhalten ein flächendeckendes Netz an frei zugänglichen Toiletten, die sauber, gepflegt und bis spät in die Nacht geöffnet sind. Über Flyer und Plakate werden die Standorte für die netten Toiletten kommuniziert. Die Smartphone-App führt die Interessenten direkt zur nächstliegenden netten Toilette.

SPD-Sprecher Bernd Koller meinte, man könne die Toilette am Bahnhofsareal sehr gut mit einer E-Bike-Ladestation kombinieren. Es bestehe an dieser Stelle trotz aller Widrigkeiten Handlungsbedarf. Die Altlasten seien beim Neubau des Netto-Markts auch kein Hindernis gewesen. Mit dem neuen Angebot könne man verhindern, dass die Radfahrer ihre "Geschäfte" in Wäldern entlang der Strecke verrichten. Nur Koller, seine SPD-Kollegin Karin Gesierich und Volker Wappmann (FDP/UW) stimmten am Ende für den Antrag, damit war er mit großer Mehrheit abgelehnt.

Aufwertung des Freibads

Im Juli ging bei der Stadt ein Antrag ein, in dem die CSU-Stadtratsfraktion darum bittet, im Funktionstrakt am Eingang des Freibads eine behindertengerechte Toilette und eine Wickelgelegenheit zu schaffen. CSU-Sprecher Thomas Eiber erklärte in der Sitzung, dass die Fraktion Ende Juni zusammen mit Außendienstleiteer Karl Frey und Bademeister Raphael Fritz das Freibad besichtigt habe. Neben anderen Maßnahmen, die in die Haushaltsplanungen mit aufgenommen werden sollten, verweisen die Antragsteller auf das Fehlen einer behindertengerechten Toilette. Eiber: "Damit könnte man das Freibad nochmal etwas aufwerten." Martin Gleixner ergänzte, dass man im Zuge dieser Maßnahme auch Parkplätze und Wege im Freibad barrierefrei gestalten sollte. Der Bauhof könnte Vorarbeiten hierzu in den Wintermonaten leisten, meinte der Außendienstleiter. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Hausmüll in etlichen Abfalleimern

Bei den Anfragen der Stadtratsmitglieder kamen die oft überquellenden Abfalleimer an bestimmten Plätzen in der Stadt zur Sprache. Bernd Koller nannte zum Beispiel das Areal an der Stadthalle und am Generationenpark. Dort würde ein Abfalleimer seit etlichen Tagen randvoll sein. Koller schlug vor, die Behälter am Freitag und Montag zu leeren. Wutzlhofer entgegnete vehement, dass dies nicht stimme. Alle Papierkörbe würden alle zwei bis drei Tage geleert. "Das Problem ist, dass da Hausmüll reingeworfen wird." Die Hälfte des Inhalts sei Hausmüll, wetterte auch der Außendienstleiter. Ein weiteres, ärgerliches Problem sei laut Wutzlhofer, dass in die Kartonagen-Container ganze Schachteln geworfen würden, die dann den Weg für weiteres Material versperren. "Die Leute sind einfach zu bequem und schoppen ganze Schachteln rein. Das sollte klein geschnippelt werden. Wir haben nicht das Personal, da ständig hinterher zu räumen. Es fehlt aber nicht an Entsorgungsmöglichkeiten."

Partnerschaften ruhen derzeit

Volker Wappmann (FDP/UW) wollte von Bürgermeister Andreas Wutzlhofer wissen, wie es derzeit mit den Städtepartnerschaften laufe. Der Rathauschef erklärte, dass aktuell sämtliche Verbindungen wegen der Coronapandemie noch ruhen würden. Mit der französischen Partnerstadt Moncoutant sei ursprünglich ein Treffen geplant gewesen, "aber wir haben zur Zeit leider keinen Kontakt", so Wutzlhofer. Er wolle den Stadträten in der momentane Lage keine stundenlange Busfahrt ins 1200 Kilometer entfernte Moncoutant zumuten. Auch das Stadtfest in Stříbro werde wohl nicht stattfinden.

Neuer Spielplatz kommt sehr gut an

Sehr gut angenommen werde laut Karin Gesierich (SPD) der neue Spielplatz im Baugebiet Sommerwiesen. Anna Balk (CSU) ergänzte bei dem Thema, dass der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald e.V. drei Obstbäume spenden werde, die im Herbst am Spielplatz gepflanzt werden.

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