10.09.2021 - 11:11 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Fluchtrutsche künftig ein Hingucker im Kindergarten Roggenstein

Erste Pläne von der Generalsanierung und Erweiterung des städtischen Kindergartens Anton Ferazin in Roggenstein durften die Vohenstraußer Stadträte am Donnerstag begutachten. Der Architekt überraschte mit einer neuen Kostenschätzung.

Architekt Manfred Schwemmer stellte am Donnerstag erste Pläne für die Generalsanierung des Städtischen Kindergartens Anton Ferazin in Roggenstein vor. Die Besonderheit der Seite hin zum Garten: Es wird eine Fluchtrutsche gebaut, die die Kinder auch täglich zum Spielen nutzen dürfen.
von Christine Walbert Kontakt Profil

Im Vorfeld der geplanten Generalsanierung und Erweiterung des Roggensteiner Kindergartens Anton Ferazin wollten die Stadträte frühzeitig in die Pläne eingeweiht werden, um auch eigene Anregungen beisteuern zu können. Am Donnerstagabend präsentierte der beauftragte Architekt Manfred Schwemmer, der in Vohenstrauß bereits die Sanierung der Dreifachturnhalle übernommen hatte, erste Entwürfe. Nach den ersten Kostenschätzungen in der Mai-Sitzung werden die Mitglieder des Stadtrats die neue Kalkulation gern vernommen haben: Schwemmer rechnet nicht mehr mit über einer Million Euro. Er will mit 700 000 Euro auskommen.

Schwemmer erläuterte anhand des Plans das Raumprogramm, das nun nach den Vorgaben des Jugendamts nicht mehr auf 16 Krippenkinder ausgerichtet ist. In Roggenstein sind es nun 12 Kinderkrippenplätze und 8 Schlafplätze. "Das Raumprogramm hat sich dadurch fast halbiert und funktioniert nun sehr gut", erklärte der Architekt. Die vorhandende Bausubstanz werde so weit wie möglich erhalten. Allerdings sei nach wie vor ein kleiner Anbau nötig, um beispielsweise für die sanitären Anlagen mehr Platz zu schaffen und einen Elternwarteraum eingliedern zu können. In der neuen Krippe werden acht Kinderbetten, ein Ruheraum und ein Sanitärbereich eingeplant. Die derzeitige Privatwohnung werde in das untere Stockwerk verlegt. Dadurch könne für die Kinder ein zusätzlicher, großer Raum geschaffen werden.

Beim Thema Fluchtwege hat sich Schwemmer etwas Besonderes einfallen lassen: Auf der Gartenseite besteht ein Balkon, von dem aus eine geschlossene Fluchtrutsche angebaut wird. "Diese Rutsche sollen die Kinder aber täglich nutzen", betont der Planer. Das passe sehr gut zum dem pädagogischen Konzept des Bewegungskindergartens. Die bestehende Stahltreppe werde aus Gründen der Verkehrssicherheit rundherum mit einer Verglasung ausgestattet. Ein wichtiger Punkt seit der Coronapandemie: Die Einrichtung erhält eine zentrale Lüftungsanlage.

In dem vorgelegten Projektablaufplan ist der August 2022 als Termin für den Baubeginn genannt. Schwemmer: "Ich würde gerne drei bis vier Wochen früher starten." Das hänge aber von den nächsten Schritten ab. Als eine Art Vorab-Arbeit muss die Privatwohnung einer Mieterin in das Untergeschoss verlegt werden. Der Architekt betonte, dass es sich um erste Entwürfe handle. Auch der bisherige Farbton der Außenfassade werde höchstwahrscheinlich verändert. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer dankte Schwemmer für die detaillierten Informationen vorab und meinte, dass der Stadtrat bei dem Projekt weiterhin auf dem Laufenden gehalten werde.

Künftig zentrale Wahlplakatwände

Im Mai 2021 hatten die Freien Wähler Vohenstrauß für den anstehenden sowie für die nächsten Wahlkämpfe beantragt, zentrale Plakatwände für Wahlsichtwerbung aufzustellen. Gewünscht seien maximal zwei Plakatwände für das Stadtgebiet sowie pro Ortsteil maximal eine dieser Wände. Wahlplakatierung, die nicht an diesen Tafeln stattfindet, sollte nach dem Willen der Freien Wähler untersagt werden. Wutzlhofer schlug vor, zunächst nur einen Grundsatzbeschluss zu fassen. Über Anzahl und Standorte der Wände sollte in einer der nächsten Sitzungen beraten werden. Geschäftsleiter Thomas Herrmann erläuterte dem Gremium die rechtlichen Voraussetzungen hinsichtlich der Straßenverkehrsordnung und auch die geschätzten Kosten von rund 3000 Euro pro Wand. Er führte auch mögliche Grünanlagen in der Großgemeinde auf, die sich eigenen würden.

Dritter Bürgermeister Alfons Raab (CSU) gab zu Bedenken: "Ich finde den Antrag begrüßenswert, um den Wildwuchs der Plakatierung einzudämmen. Aber es handelt sich hier um Steuergelder. Und ich weiß nicht, wie das bei den Bürgern ankommt, wenn wir da vielleicht 30 000 Euro ausgeben." Wutzlhofer entgegnete: "Ich glaube nicht, dass sich die Leute daran stoßen, wenn diese Plakatflut dadurch aufgehalten werden kann." Ulrike Kießling (Freie Wähler) schlug vor, die Vorrichtungen dann auch für Eigenwerbung von Großveranstaltungen der Stadt zu nutzen. Zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier stellte sofort klar: "Die Plakatwände werden aber nach den Wahlen immer wieder abmontiert und dann nur zu besonderen Gelegenheiten wieder aufgestellt." Am Ende gab es bei der Abstimmung nur eine Gegenstimme. Damit war der Antrag der Freien Wähler grundsätzlich angenommen.

Neuer Kämmerer vorgestellt

Erstmals bei einer Sitzung anwesend war der Nachfolger von Kämmerer Rainer Dötsch. Der 25-jährige Jonas Feslmeier aus Kaimling saß direkt neben Dötsch und stellte sich dem Stadtrat kurz vor. Nach seinem Studium in Herrsching wurde der junge Diplom-Finanzwirt im Jahr 2018 an das Finanzamt in Coburg versetzt. Seit April 2020 ist er Beamter auf Lebenszeit. Im Frühjahr 2021 bewarb er sich um die Stelle des Stadtkämmerers. Feslmeier bedankte sich vor dem Gremium für das Vertrauen. Er hoffe auf gute Zusammenarbeit. Wutzlhofer ergänzte, dass der neue Mann in den nächsten Wochen und Monaten von Dötsch "in das Heiligtum der Kämmerei" eingeführt werde.

Diskussion über Sanierung des Roggensteiner Kindergartens

Vohenstrauß
Die Stadt Vohenstrauß will bei künftigen Wahlen zentrale Plakatwände in der Stadt und in den Ortsteilen aufstellen. Als ein möglicher Standort wird die Grünfläche an der Waidhauser Straße (gegenüber des Ärtzehauses) aufgeführt.

 

 

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