10.05.2021 - 12:12 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Stadtrat Vohenstrauß will Kita ausbauen und sanieren

Die Nachfrage nach Krippenplätzen steigt. Im Stadtteil Roggenstein soll deshalb die Kindertagesstätte binnen weniger Monate den aktuellen Standards angepasst werden. Das Thema wurde im Stadtrat Vohenstrauß ausgiebig diskutiert.

Mit einem Anbau auf der jetzigen Zufahrt liebäugelt die Stadtverwaltung bei der Kindertagesstätte in Roggenstein zur Schaffung von weiteren Krippenplätzen.
von Josef ForsterProfil

Einstimmig schloss sich das Gremium dem von der Stadtverwaltung vorbereitenden Vorhaben zum Ausbau der Kindertagesstätte an; zumal Architekt Manfred Schwemmer mit zahlreichen Details ergänzte. Kämmerer Rainer Dötsch führte in das Thema ein: „Die Zahl der zur Verfügung stehenden Krippenplätze wird auf kurz oder lang nicht ausreichen, so dass im Laufe des Jahres alle belegt sein werden.“

Eine Hochrechnung des Kreisjugendamts Neustadt/WN gehe darüber hinaus von der Notwendigkeit von sogar 8,57 Krippengruppen aus, „die vorgehalten werden müssten“. Nach seinem Kenntnisstand plädierte Dötsch zumindest für eine Erfüllung dieser Vorgabe in einem Umfang von 75 Prozent. Zusätzlich brachte er den „Überhang“ bei den Zuzügen gegenüber den Wegzügen zur Sprache. Unter Hinweis auf die verschärften rechtlichen Grundlagen hätten „bereits mehrere Gespräche von Kindergartenleiterin, Bürgermeister, Kreisjugendamt, Architekten und Verwaltung stattgefunden“.

Eine staatliche Förderung sei zwar wahrscheinlich, doch „kann über die Höhe derzeit keine seriöse Aussage getroffen werden“. Doch selbst wenn es keine „optimale Förderung“ gebe, meinte Dötsch: „Wir brauchen nichtsdestotrotz diese Einrichtung“ und stellte ein „Minimum an Fördermitteln zwischen 35 und 50 Prozent“ in Aussicht. Natürlich würde der Ausbau auch weiteres Personal erfordern. Für die Inbetriebnahme sei bereits der 1. September 2022 ins Auge gefasst. Zwölf neue Plätze in einer Kinderkrippengruppe sollen bis dahin entstehen, mitsamt einer Generalsanierung des bestehenden Kindergartens.

Möglichst flexibles Raumprogramm

Architekt Manfred Schwemmer sprach eingangs die Besonderheit des Hanggrundstücks und den Hintergrund als ehemaliges Schulgebäude an. Der Experte riet deshalb davon ab, den zweigeschossigen Bau zu verlängern, „sondern optisch anders aufzulösen“. Damit ließe sich beim Raumprogramm möglichst flexibel auf veränderte Vorgaben der Regierung reagieren. Weiter existieren solle dabei gleichfalls der Zugang zur Musikschule.

Seine Prüfung habe bereits ergeben, die Kinder in einen Neubau gehen zu lassen: „Ein Umbau wäre wesentlich teurer, durch vielfache Maßnahmen.“ Aber auch im Bestand könne in den bisherigen Räumen dadurch „sehr viel erhalten werden“. Doch damit sei es nicht getan: „Um eine Generalsanierung der Einrichtung werden wir nicht umhinkönnen.“ Die Materialien seien am Ende, wobei der Architekt die Elektroinstallation und die Heizung mit ihrem in der Straße liegendem Heizöltank konkret erwähnte.

Im Zuge der Maßnahme sollten Kinderkrippe und -garten „ein Haus“ werden. Den dafür notwendigen Aufzug sah Schwemmer in einer finanziellen Größenordnung, ähnlich wie für seine Planung bei der Pfalzgraf-Friedrich-Turnhalle. Konkreter könne er noch nicht werden, weil die Details in Gesprächen mit der Kindergartenleitung für die Zukunft anstünden. Für die Generalsanierung veranschlagte er Ausgaben zwischen 300 000 und 400 000 Euro. Den neuen Anbau schätzte er auf knapp 800 000 Euro, was Schwemmer als „ganz günstig“ bezeichnete. Weitere 300 000 Euro brachte er für die Planungskosten zur Sprache.

Eine kostengünstigere Lösung sah Martin Gleixner durch ein Zurückgreifen auf die vorhandenen Gebäudlichkeiten, etwa bei Einbindung der vorhandenen Wohnungen. Deshalb wollte der Stadtrat wissen, weshalb dies nicht in Erwägung gezogen worden sei. Kämmerer Dötsch riet davon ab: „Ohne größeren Anbau wird es ohnehin nicht gehen.“ Bernd Koller regte an, die vorhandene Bausubstanz zumindest mit vorzubereiten, „wenn noch mehr Kinder kommen“. Solch einer Zukunftsvision erteilte der Bürgermeister eine klare Abfuhr: „Das ist ein Blick in die Glaskugel.“ Momentan gehe es um ein „Raumprogramm mit den wirklich guten Vorzügen, die mit einem Neubau verbunden sind. Ich wage zu behaupten, dass es mit einem Umbau in einem Wohnhaus, Jahrgang 1959, nicht getan ist. Ich tendiere ganz klar zu einem Neubau.“

Zur Altarweihe in der Tännesberger Kirche St. Jodok reist Bischof Rudolf Voderholzer an

Tännesberg

Schwemmer sah zumindest einen Kompromiss, weil die Haustechnik „in gewisser Weise automatisch mit angepasst“ werde und „Sinn würde es schon machen“. Doch auch er beurteilte eine Einbindung des Altbaus als problematisch: „Mit dem neuen Raumprogramm dort sind wir beileibe nicht zurecht gekommen.“ Zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier entgegnete auf Kollers Ansinnen: "Wir brauchen wesentlich mehr und größere Räume und eine größere Fläche, was der Altbau nicht hergibt.“ Er wunderte sich aber über die geplante Zugangssituation, da ihm bislang nur die Notwendigkeit einer Trennung bekannt gewesen wäre. Dies konnte nicht abschließend geklärt werden, da es sich lediglich um einen Entwurf handle. Eventuell werde auch noch die Abtrennung der Freiflächen erforderlich. Was die Bauzeiten betrifft, sah der Architekt zuerst den Neubau, dann könne der Kindergarten dorthin umziehen. Miteinander gehe gar nichts, weil das Ganze ja nicht in einem halben Jahr durchgeführt wäre.

Bei Heinrich Rewitzer klangen die „Alarmglocken wegen der Generalsanierung“. Der SPD-Stadtrat sah darin die Gefahr, „dass es in die Höhe schießt“. Der Architekt antwortete: „Ich gehe davon aus - Stand März - dass wir im Großen und Ganzen damit hinkommen.“ Er verwies Schwemmer auf die Pfalzgraf-Friedrich-Turnhalle, wo sich die Kosten von 2,8 auf lediglich 3 Millionen Euro erhöht hätten. Zudem sei der Rohbau von der Statik her „gut“ und es gebe Zuschussmöglichkeiten bei einer Generalsanierung.

Stadträtin Martha Bauer vermisste eine Kostenanalyse für die Grünflächen, was ohne konkrete Antwort blieb. Der Architekt konnte jetzt noch nichts dazu sagen, zumal sich dort ein Wasserspeicher befinde, gestand jedoch: „Da kann schon noch Einiges kommen.“

Antworten auf Anfragen

Reine Formsache war danach die geschlossene Bestätigung der neu gewählten Kommandanten Stefan Urbaneck und Michael Gösl in Reihen der Feuerwehr Roggenstein.

In seiner einzigen Mitteilung informierte Wutzlhofer die Stadträte zu seinen Recherchen auf eine Anfrage in der Märzsitzung. Der Waldthurner Bürgermeister Josef Beimler habe nun wissen lassen, dass der Markt Waldthurn keinen Anschluss an die von der Stadt Vohenstrauß geplanten Ausbaupläne auf dem Fahrenberg beabsichtige.

Den Fortgang des integrierten landschaftlichen Entwicklungskonzepts interessierte Ulrike Kießling. Wutzlhofer sprach von einem „Ergebnis in dieser Woche“. Nun gebe es ein finales Konzept im Entwurf und als nächsten Schritt würden die Verantwortlichen - wie etwa der Landkreis - dazu Stellung beziehen.

Heinrich Rewitzer monierte für das Basketballfeld im Generationenpark das Fehlen beider Körbe seit nunmehr zwei Jahre. Bauhofchef Karl Frey begründete dies mit dem unsachgemäßen Gebrauch durch die Jugendlichen: „Da hängen die allweil dran, spielen Fußball dort und es gibt allweil Probleme damit.“ Bernd Koller hielt dagegen: „Der Park besteht seit 2004. Da ist es klar, dass sich etwas verbraucht. Ich finde, die gehören wieder hin.“ Dies sah auch der Bürgermeister so und versprach die Wiederherstellung des einstigen Zustands.

Martha Bauer und Barbara Wutzlhofer brachten die fehlende Bepflanzung des Grüngürtels rund um die riesige Sonnenstrom-Landschaft bei Altenstadt auf den Tisch. Der Genehmigungsbescheid sehe eine Errichtung zeitgleich mit der Anlage vor - spätestens ein Jahr nach der Inbetriebnahme, wobei der Anschluss im Dezember erfolgt sei, erklärte der Bürgermeister dazu.

Für die Inbetriebnahme der neuen Bücherstelle vor dem Rathaus interessierte sich Karin Gesierich. Es sei noch keine Freigabe vom Landratsamt erfolgt, sagte Wutzlhofer und sicherte eine erneute Nachfrage zu.

„Ein Umbau wäre wesentlich teurer, durch vielfache Maßnahmen.“

Architekt Manfred Schwemmer.

 

 

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