10.12.2020 - 13:38 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Patrozinium in Vohenstrauß: Erinnerung an junges Mädchen am Rand der Welt

Für die Gottesdienstbesucher ist es in Corona-Zeiten nicht ganz einfach. Maske und Abstand sind ungewöhnlich. Trotzdem feierten die Gläubigen voller Freude das Patrozinium der Stadtpfarrkirche.

Dekan Alexander Hösl ging im Patroziniumsgottesdienst auf die Auserwählung Mariens als Mutter Gottes ein.
von Elisabeth DobmayerProfil

Das Patrozinium Maria Immaculata unterbricht in der Adventszeit die Kirchenfarbe Lila und stellt ein Hochfest in der katholischen Kirche dar. Dieses Fest wird in der Stadtpfarrkirche in Vohenstrauß alljährlich würdig begangen. Dekan Alexander Hösl feierte das Fest am Dienstagabend mit den Kirchenbesuchern.

"Immer wieder werden in der Politik oder auch in der Kirche Menschen gesucht, die sich in Ämter wählen lassen." Wählen und gewählt werden, verlange immer nach Antworten, so der Geistliche. „In Maria haben wir ein ermutigendes Vorbild, das Antwort gibt auf diese Erwählung, wie das heutige Evangelium erzählte: Am Anfang hören wir von Marias Erschrecken vor der ungewohnten Aufmerksamkeit, die sie erfährt." Erschrecken vor dem Gruß Gottes, der sie, ein junges Mädchen am Rand der Welt unter Millionen anderen, heraushebt und sie von einem Moment zum anderen in den Mittelpunkt der Welt stellt. "Der Auftrag an sie: den zur Welt zu bringen, auf den alle warten: den Befreier, Heiler, Versöhner, Erlöser, der den Armen und Geringen hilft, der den Tod überwindet und am Ende alle Tränen trocknet.“

Doch Maria blieb nicht bei dem stehen, was sie für möglich hielt, sie öffnete sich neuen Möglichkeiten, ließ zu, dass ihr Leben aus der gewohnten Spur geriet. "Sie vertraute sich ganz Gottes Plan an", sagte Hösl. Und mit ihrer Antwort, mit ihrem Ja habe bis dahin noch nie Dagewesenes seinen Anfang genommen. "Gott wollte Mensch werden durch sie. Marias Ja war kein leichtfertig dahingesagtes Ja." Als unverheiratetes junges Mädchen habe sie um die möglichen Konsequenzen gewusst. „Mit ihrem Ja sagte sie: Ich bin bereit, mich auf dieses Leben einzulassen. Meine Ängste, Sorgen und Bedenken sind nicht weg, aber ich vertraue dir, Gott. Ich nehme dieses Leben und damit auch das werdende Leben in mir an. Und dieses Ja hat sie durch getragen bis unter das Kreuz Jesu, als Gott und die Welt für sie dunkel wurde.“

Mit dem Fest Maria Erwählung – wie dieses Fest seit dem II. Vatikanischen Konzil auch genannt wird – hebe die Kirche hervor, dass Gott Maria von allem Anfang an, also von ihrer Empfängnis an, erwählt habe, die Mutter Jesu zu werden. Deshalb feiert die Kirche sie als Urbild der Menschheit. „Sie ist damit für uns eine der bedeutendsten Schlüsselpersonen im Glauben geworden“, bekräftigte Dekan Hösl.

Am Ende richtete er ganz persönliche Worte an die Gottesdienstbesucher: „Vergelt´s Gott möchte ich auch allen sagen, die sich in irgendeiner Sache in unserer Kirche, Gemeinde und Gesellschaft im Ehrenamt einbringen und so die Sache Jesu in unsere Welt tragen.“ Den Gottesdienst gestaltete die Frauen-Schola des Kirchenchors unter Leitung von Claudia Gruber mit.

Erinnerung an ein stimmungsvolles Adventskonzert

Vohenstrauß
Dekan Alexander Hösl ging im Patroziniumsgottesdienst auf die Auserwählung Mariens als Mutter Gottes ein.
Dekan Alexander Hösl ging im Patroziniumsgottesdienst auf die Auserwählung Mariens als Mutter Gottes ein.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.