Vohenstrauß
10.07.2019 - 14:12 Uhr

Pilger auf Wallfahrt "Zum gegeißelten Heiland"

Die Wieskirche in Moosbach im idyllischen Gruberbachtal ist jedes Jahr Ziel der Vohenstraußer Pilger. Dekan Hösl erzählt in seiner Predigt eine Schmunzelgeschichte.

Jedes Jahr machen sich Pilger auf die sieben Kilometer lange Strecke, um betend von der Stadtpfarrkirche in Vohenstrauß zur Wieskirche nach Moosbach zu ziehen. Vorbei an Neuwirtshaus geht es in Richtung Penzachwald. Bild: dob
Jedes Jahr machen sich Pilger auf die sieben Kilometer lange Strecke, um betend von der Stadtpfarrkirche in Vohenstrauß zur Wieskirche nach Moosbach zu ziehen. Vorbei an Neuwirtshaus geht es in Richtung Penzachwald.

Es ist eine uralte Tradition, dass sich jedes Jahr Pilger aus Vohenstrauß auf den sieben Kilometer langen Weg nach Moosbach zur Wieskirche machen und bei der Pfarrwallfahrt ihre Anliegen vorbringen. Mit Pastoralreferent Maximilian Pravida wanderten die Fußwallfahrer betend von der Stadtpfarrkirche aus über das Penzachwaldgebiet in Richtung Michlbachtal. In der Wieskirche warteten bereits einige Gläubige mit dem Rosenkranzgebet auf die Pilger. Dekan Alexander Hösl hieß die Wallfahrer zum Gottesdienst willkommen. Von der Begegnung Jesu mit dem Zöllner Matthäus war im Evangelium die Rede: „Jesus sucht und beruft Menschen nicht unbedingt dort, wo wir es vermuten.“ Überhaupt sind die Wege Gottes mit den Menschen oft rätselhaft und nicht leicht zu verstehen, führte der Geistliche aus. Aber gerade das unbedingte Vertrauen auf Gott auch in den Zeiten des Kreuztragens führe zum Heil.

„Wie viel Schmerz und Leid entstehen im Zwischenmenschlichen durch Unbarmherzigkeit, Hartherzigkeit, durch mangelnde Herzlichkeit?“, hinterfragte Dekan Hösl. „Gott hat ein Herz für die Menschen – Jesus selbst ist dieses Herz. An ihm sollen wir uns orientieren, wenn wir seinen Ruf zur Nachfolge ernst nehmen.“ Dabei werde es immer darauf angekommen, ob wir dieses von Jesus überlieferte Gottesbild in unserem Leben als Fundament gewählt haben. Eine Geschichte könne uns da weiterhelfen, meinte der Geistliche: "Ein Junge hatte Bonbons genascht, und seine Mutter hatte ihn erwischt. Da sie eine fromme Frau war und ihn religiös erzogen hatte, verwickelte sie ihren Sohn in folgendes Gespräch: 'Aber Junge, weißt du denn nicht, dass der liebe Gott dich immer sieht und alles beobachtet, was du tust?' – 'Sicher, Mama, das weiß ich.' 'Dann ist dir auch klar, dass er dich eben in der Küche gesehen hat.' – 'Natürlich hat er mir zugesehen!' 'Und was hat er wohl gesagt, als er sehen musste, wie du genascht hast?' – 'Nun er hat gesagt: Mein Lieber, du und ich sind gerade allein hier in der Küche, nimm ruhig zwei Bonbons.' Die Schmunzelgeschichte veranschaulicht, wie wichtig das Gottesbild des Einzelnen ist, ob es sich als Leben tragend, Leben fördernd oder als Leben behindernd oder gar zerstörend auswirkt", sagte der Vohenstraußer Stadtpfarrer bei seiner Predigt in der Wieskirche.

 
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