21.05.2019 - 16:30 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Post für Europa

Der Trend zum Brief hält auch im Altlandkreis an. Wie bereits zur vergangenen Landtagswahl ist die Zahl der Briefwähler wieder gestiegen. Eine Gemeinde überrascht jedoch.

Viele Stimmberechtigte im Altlandkreis machen von der Möglichkeit der vorzeitigen Stimmabgabe Gebrauch. Allerdings deutet sich bereits eine geringere Wahlbeteiligung als bei der Landtagswahl im Oktober 2018 an.
von Dominik Konrad Kontakt Profil

Den ganzen Vormittag ist im Tännesberger Rathaus ein Kommen und Gehen. Laut Auskunft der Verwaltungsgemeinschaft nehmen viele die Möglichkeit wahr, persönlich an der Pfreimder Straße ihre Unterlagen für die Briefwahl abzuholen. "Wenn es zeitlich möglich ist, bekommen die Bürger ihre Unterlagen gleich überreicht", erläutert eine Mitarbeiterin. Montagmittag betrug die Zahl der Briefwähler in Tännesberg 257, in Leuchtenberg 238, bei 1269 beziehungsweise 1015 Wahlberechtigten. Vor fünf Jahren waren es am Ende der Wahl 194 beziehungsweise 178. Eine deutliche Steigerung also. Die Wahlbriefe liegen schon bereit: Sie beinhalten Stimmzettel, Anleitung sowie den roten und blauen Umschlag. Geht eine vom Wähler ausgefüllte Wahlbenachrichtigung ein, druckt ein Vertreter der Verwaltung den Wahlschein aus, auf dem der Briefwähler seine Identität bestätigt. Der Schein kommt zu den Unterlagen, die somit vollständig sind und versendet werden können – Wenn der Wähler sie nicht persönlich in Empfang nimmt.

Am Wahlsonntag kann vor 18 Uhr bereits überprüft werden, ob der Wahlschein im Wahlbrief ist und die Identität des Wählers stimmt. Das blaue Kuvert mit dem Stimmzettel kommt dann in eine Urne. So kann keiner mehr einen Zusammenhang zwischen Wähler und Stimme ziehen. Erst nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr werden auch die Briefwahlstimmen ausgezählt.

In Pleystein waren es laut Geschäftsleiter Günter Gschwindler zu Beginn der Woche rund 500 Briefwähler, bei genau 1999 Wahlberechtigten. Er vermutet, die Zahl der Wähler wird noch um rund 10 Prozent auf 550 Briefwähler steigen. „Die meisten haben inzwischen beantragt. Der Run auf die Unterlagen ist in den letzten Tagen erfahrungsgemäß nicht mehr so groß“, sagt er. Bei der vergangenen Europawahl 2014 hatten am Ende nur 421 Bürger der Rosenquarzstadt die Möglichkeit zur Briefwahl genutzt. In Georgenberg waren es am Montag etwa 230 Briefwähler, bei 1083 Wahlberechtigten. 2014 gab es 184 Briefwähler in der Gemeinde.

In Waidhaus, Pleystein und Vohenstrauß überschritt der Anteil der Briefwähler an allen Wahlberechtigten am Montag bereits rund 25 Prozent. Ein Wert, den keine Kommune im Jahr 2014 erreicht hat. Während in Pleystein die Zahl der Briefwähler bereits 2014 im Verhältnis zu den anderen Kommunen im Altlandkreis hoch war (rund 20 Prozent), hat Waldthurn vor Vohenstrauß und Waidhaus die größte Steigerung der Briefwähler: Am Montag waren es in der Gemeinde von Bürgermeister Josef Beimler bereits 350 Briefwähler, bei 1588 Wahlberechtigten. Ein Anteil von rund 22 Prozent. 2014 waren es laut Auskunft der Verwaltung noch 207 Briefwähler gewesen. Die Steigerung ist somit fast eine Verdopplung. In der Pfalzgrafenstadt stieg die Zahl von 1063 auf 1596 (Montag) bei 6028 Wahlberechtigten. In Waidhaus von 290 auf 450 Briefwähler (Montag) bei 1798 Wahlberechtigten.

Auch Eslarn folgt mit einer Steigerung von 314 auf 496 (Montag) Briefwählern bei 2207 Wahlberechtigten dem allgemeinen Trend. Das war in Anbetracht der Entwicklung bei der vergangenen Landtagswahl im Oktober 2018 nicht abzusehen. Damals erhöhte sich die Zahl der Briefwähler im Vergleich zu 2013 nur leicht von rund 750 auf rund 800 Briefwähler.

Überraschend gering ist die Steigerung dagegen in Moosbach: Der Markt hat mit 1997 Wahlberechtigten nur zwei weniger als Pleystein, hinkt bei der Zahl der Briefwähler aber deutlich hinterher: Nur 306 hatten die Unterlagen am Montag beantragt, ein Anteil von rund 15 Prozent und der deutlich niedrigste Wert. 2014 wollten sich 221 Wähler den Gang zur Urne sparen.

Die Zahlen zur Briefwahl lassen auch einen vorsichtigen ersten Schluss auf die Wahlbeteiligung zu: War die Briefwahlbeteiligung in Pleystein im Oktober 2018 zur Landtagswahl bei 820 gelegen, so beträgt sie zur Europawahl rund 550. Die Wahlbeteiligung lag zur Landtagswahl bayernweit bei 72,3 Prozent. Zur Europawahl 2014 deutschlandweit bei 47,9 Prozent. Anders als zur Landtagswahl werden wohl auch wieder nur rund die Hälfte der Wahlberechtigten im Altlandkreis am Sonntag um 18 Uhr ihre Stimmen abgegeben haben.

Die´Briefwähler zur Landtagswahl 2018

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