19.11.2018 - 16:00 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Nach Rücktritt: Vohenstraußer Juso-Vorsitzender hat viel Wut im Bauch

Ortsvereinsvorsitzender Markus Kick kehrt der Vohenstraußer SPD den Rücken. Juso-Vorsitzender Manuel Dippold kritisiert das scharf. Ihn stören Art und Weise und die Begründung.

Manuel Dippold.
von Dominik Konrad Kontakt Profil

Der Vohenstraußer Juso-Chef Manuel Dippold kommt am Freitagabend mit viel Wut im Bauch nach Hause. Ortsvorsitzender Markus Kick hatte in der SPD-Sitzung vor etwa 15 Genossen völlig überraschend das Handtuch geworfen. Es ist bereits der zweite Rücktritt eines Ortsvorsitzenden innerhalb eines Jahres. Im Frühjahr hatte Daniel Marx das Amt vor Ablauf der Zeit aufgegeben. „Jeder hätte verstanden, wenn er gesagt hätte, ich würde in ein, zwei Monaten zurücktreten. Und jetzt stehen wir halt da und sind der Ortsverein, der innerhalb eines Jahres zwei Vorsitzende verloren hat“, sagt Dippold. Aufgewühlt setzt er sich am Freitagabend vor den Bildschirm und tippt eine Pressemitteilung: „Nach nur sechs (!) Monaten im Amt das Handtuch zu werfen und außerdem aus der Partei auszutreten, ist beschämend. Ein Verhalten wie dieses ist gleichermaßen entlarvend und unbedacht.“ Dippold stört sich vor allem an Kicks Kritik am „Linksrucks“ der SPD. Bei diesem Thema ist er mit dem ehemaligen Ortsvorsitzenden aber ohnehin nie warm geworden: „Bei diesen Begründungen stellt sich uns natürlich die Frage, ob er sich bei Eintritt das Grundsatzprogramm der SPD durchgelesen hat“, schreibt Dippold im Namen der Jusos. „Denn dies „enthält handfeste Positionen, klare Orientierungen und nachprüfbare Handlungsaufträge“, sowie das Prinzip des Demokratischen Sozialismus als Ziel der SPD.“

SPD-Stadtrat Heinrich Rewitzer übernimmt nun kommissarisch das Amt von Kick. Im nächsten Jahr soll es bei der Vohenstraußer SPD Neuwahlen geben. Erneut brauchen die Genossen einen Vorsitzenden. „Dann wird es wahrscheinlich wieder an mir hängenbleiben“, sagt Rewitzer. Auch Gabi Eichl hatte im September den Vohenstraußer Genossen den Rücken gekehrt. Sie kann sich über den Schritt von Kick laut eigener Aussage aber nicht freuen. Auch für sie hatte die Bundespolitik den Ausschlag gegeben. „Ich leide unter dem Niedergang der SPD, sicher. Ich habe den Schritt von Kick zwar nicht erwartet, ich kann ihn aber verstehen.“ Rewitzer meint, auch er versteht die Beweggründe von Kick. Aber eigentlich mache den Vorsitz des Ortsvereins ja die Kommunalpolitik aus. In Vohenstrauß sei die Landes- und Bundespolitik nicht so wichtig. „Ich war natürlich nicht begeistert von der Vorgehensweise und habe ihm auch noch einmal eine deutliche E-Mail geschrieben. Das war das einzige, was mir nicht gefallen hat. Er hat sich am Freitag dann wirklich für den Stil entschuldigt. Ich glaube, ihm war nicht bewusst, was er da angestoßen hat, und das glaube ich ihm auch.

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