18.09.2020 - 10:44 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Schmierereien am "Meilenstein der Zeit" in Vohenstrauß

Manchen Zeitgenossen ist nichts heilig. Jetzt wurde der Sandstein am Fuße der Friedrichsburg verunstaltet. Der Bürgermeister erwägt Anzeige.

Der "Meilenstein der Zeit" in der Grünanlage beim Aufgang zur Friedrichsburg wurde von einem unbekannten Täter mit weißer Farbe beschmiert. Wer Beobachtungen gemacht hat, kann sich bei Bürgermeister Andreas Wutzlhofer melden.
von Elisabeth DobmayerProfil

Gut drei Jahre lang kam das Kunstwerk „Meilenstein der Zeit“ in der Grünanlage am Aufgang zu Füßen der Friedrichsburg ohne Schmierereien oder Beschädigungen aus. In der Nacht zu Mittwoch hat sich nun ein kreativer Künstler oder Täter daran vergriffen und das rote Sandsteinwerk mit weißer Farbe beschmiert. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer zeigte sich entrüstet, als er die Tat entdeckte. Als er das Bild in seinem Status postet, meldet sich umgehend stellvertretende Landrätin Margit Kirzinger aus Waidhaus, die auf das verschmierte Denkmal bereits am Mittwoch beim Vorbeifahren aufmerksam wurde. Noch im August vor drei Jahren versammelten sich etliche Ehrengäste bei diesem Stein, um ihn zu enthüllen.

Grund für diesen kleinen Festakt war dem 700. Geburtstag Kaiser Karl IV. (1316 bis 1378) geschuldet, denn zu diesem Anlass veranstalteten der Freistaat und die tschechische Republik eine gemeinsame Landesausstellung. Dazu hatte der Verein "Via Carolina" ein Begleitprogramm für den Bereich Oberpfälzer Wald organisiert. Vohenstrauß hatte sich zur Teilnahme des Meilenstein-Projekts verpflichtet und ebenso der Wanderausstellung "Goldene Straße" zugestimmt, die am 26. Juli 2016 im Schloss Friedrichsburg eröffnet wurde. Die Goldene Straße habe in den vergangenen Jahren durch die Initiative des tschechischen Vereins Terra Tachovia eine Bereicherung erfahren, erinnert sich Bürgermeister Wutzlhofer. Von Stríbro (Mies) bis nach Bärnau wurden damals 19 "Meilensteine der Zeit" errichtet. Tschechische Bildhauer hatten diese Kunstwerke, die geschichtlichen Persönlichkeiten gewidmet sind und die eng mit der bayerisch-böhmischen Geschichte verbunden sind, gestaltet.

Wer Beobachtungen zu den Schmierereien gemacht hat, kann sich bei Bürgermeister Andreas Wutzlhofer melden. Eigentlich wollte er die Tat bei der Polizei anzeigen. Allerdings ließ Außendienstleiter Karl Frey Mitarbeiter der Firma Schön ausprobieren, ob es durch eine aufwendige Reinigung gelingt, die Farbe zu entfernen.

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