16.02.2020 - 11:08 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Simultankirchen-Radweg soll "Mehrwert der Region" steigern

Den Simultankirchen-Radweg gibt es seit fünf Jahren. Jetzt kommen die Verantwortlichen zum ersten Schleifentreffen der Route 9 zusammen. Fazit: Es gibt noch viel zu tun.

Die Verantwortlichen der Schleife 9 auf dem Gebiet der Großgemeinde und des Flosser Amts treffen sich im evangelischen Gemeindehaus Vohenstrauß zu einem Austausch über den Simultankirchen-Radweg. Im Jahr 2024 steht das 900-jährige Jubiläum der Kirchenweihe der Simultankirche Altenstadt an.
von Elisabeth DobmayerProfil

Seit fünf Jahren führt ein Simultankirchen-Radweg, verbunden durch zehn verschiedene Schleifen, quer durch die Oberpfalz. Auf rund 400 Kilometern verläuft das Radwegnetz durch herrliche Landschaften in den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Neustadt/WN, Tirschenreuth und der Stadt Weiden und verbindet 50 Kirchen und historische Orte, die zum Teil noch heute simultan genutzt werden. Darunter die Simultankirche in Altenstadt, die als Urpfarrei für Vohenstrauß gilt und im Jahr 2024 die 900-jährige Kirchenweihe feiern kann. Um diesen Radweg besser bekannt zu machen und das Simultaneum als ein hohes Gut der Region in Wert zu setzen, dafür gründete sich der Förderverein Simultankirchen in der Oberpfalz, deren Vorsitzender Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler aus Rothenstadt ist. Nun kamen die Verantwortlichen zum ersten Schleifentreffen der Region (Schleife 9) im evangelischen Gemeindehaus zusammen, um die zurückliegenden Jahre Revue passieren zu lassen und um die Profilierung dieses Projekts voranzutreiben.

Routen-Koordinatorin Michaela Wolfinger von der katholischen Pfarrgemeinde und Stadtpfarrer Dieter Schinke sowie der zweite Bürgermeister und stellvertretende Vertrauensmann im evangelischen Kirchenvorstand, Uli Münchmeier, reflektierten die guten ökumenischen Beziehungen der beiden Gemeinden, die sie bei gemeinsamen Gottesdiensten, Radtouren oder bei der jährlichen Ökumene-Fahrt unterstreichen. Ebenfalls zu diesem Treffen kam der Flosser Pfarrer Wilfried Römischer mit Werner Bock aus der evangelischen Kirchengemeinde. Sie berichteten von einer „Schleifenradtour“ mit den Konfirmanden und Präparanden, die sie mit Geocaching, einer Art Schnitzeljagd, aufwerteten, was bei den Teilnehmern sehr gut angekommen sei.

Der Förderverein Simultankirchen erhielt bereits die Zusage über 85.000 Euro Fördermittel aus dem EU-Leader-Programm, die in das Projekt „Qualitätsentwicklung Simultankirchen-Radweg“ und insbesondere in die Beschilderung des Radwegs fließen. Diese sei in der dritten und letzten Phase, informierte Projektleiter Peter Kratzer vom Kompetenzzentrum Fundraising der Landeskirchenstelle Ansbach. Kratzer bezeichnete das Projekt als seine "eigene Spielwiese im Alltag“. Damit die grün-weißen Wegweiser mit dem Simultankirchenlogo aufgestellt werden können, müssen auch erhebliche Eigenmittel aufgebracht werden. Die Kosten aller geplanten Maßnahmen werden knapp über 150.000 Euro liegen, sagte Kratzer auch in Vertretung des erkrankten Vorsitzenden.

Die beiden evangelischen Dekanate Weiden und Sulzbach-Rosenberg beteiligen sich, ebenso wie die Bistümer Regensburg und Eichstätt sowie der Bezirk, die Landkreise und die kreisfreie Stadt Weiden sowie die Kommunen. Rund 9000 Euro hat der Verein selbst zu schultern. Allein die aufwändige Beschilderung verschlinge knapp 40.000 Euro. Dazu kommen die 50 Informationstafeln mit rund 23.000 Euro. Entlang der Strecke soll zudem ein „Möblierungspaket“ mit Tischen und Bänken sowie Fahrradständer für einen bedenkenlosen Aufenthalt sorgen. Dafür sind mehr als 24.000 Euro vorgesehen. Zusätzlich wollen die Aktiven vom Förderverein eine Radkarte (4000 Euro) erstellen lassen und damit auch eine inhaltliche Profilierung der zehn Routen angehen. Kratzer will weitere Gruppen und Mitarbeiter erschließen, die sich in die Treffen vor Ort einbringen könnten.

Geplant sei eine Vernetzung mit weiteren touristischen Webseiten und Dienstleistern, Marketing und Projektmanagement (22.500 Euro), informierte Susanne Götte, die sich als Öffentlichkeitsreferentin in die Maßnahme einbringt. Touristische Angebote der Gemeinden und Landkreise könnten bei der Umsetzung des Projekts einfließen. Der Simultankirchen-Radweg soll als immaterielles und materielles Kulturerbe des Simultaneums und der Simultankirchen in der Bevölkerung bekannt und als Alleinstellungsmerkmal der Region wahrgenommen werden, forderte Kratzer. „Der Simultankirchen-Radweg steigert den Mehrwert der Region“, war sich der Redner sicher. Immerhin erhielt der Radweg im Herbst 2016 bereits den Ehrenamtspreis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Im November 2017 belegte er den 13. Platz beim deutschlandweiten Engagementpreis – bei immerhin 650 Mitbewerbern.

Der Simultankirchen-Radweg steigert den Mehrwert der Region

Projektleiter Peter Kratzer vom Kompetenzzentrum Fundraising der Landeskirchenstelle Ansbach

Projektleiter Peter Kratzer vom Kompetenzzentrum Fundraising der Landeskirchenstelle Ansbach

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