09.11.2018 - 12:05 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Sorge um Ganztagsschule

Der Förderverein der Grund- und Mittelschule hat 48 Mitglieder. Sie setzen sich vor allem für die Schüler beider Bildungseinrichtungen ein und machen sich für die unterschiedlichsten Unterstützungen stark.

Renate Kellner und Michaela Wührl (vorne, von rechts) führen wieder den Förderverein der Grund- und Mittelschule an.
von Elisabeth DobmayerProfil

Der Förderverein der Grund- und Mittelschule zählt aktuell 48 Mitglieder, die sich vor allem für die Schüler beider Bildungseinrichtungen einsetzen und sich für die unterschiedlichsten Unterstützungen stark machen. Während im vergangenen Schuljahr die Pfalzgraf-Friedrich-Mittelschule bei der Anschaffung neuer Musikinstrumente finanzielle Hilfe erhielt, war es in der Grundschule das Zirkusprojekt, bei dem mit einem Zuschuss unter die Arme gegriffen wurde. Der Verein steht gut da und ist auch nicht darauf angewiesen, unbedingt irgendwelche Aktionen anzustoßen die Geld in die Kasse bringen, freute sich Renate Kellner bei der Jahreshauptversammlung in der Mittelschulmensa. „Es macht Spaß mit allen zusammenzuarbeiten“, versicherte sie. Otto Janner lieferte zudem interessante und zuverlässige Zahlen die diese Ausführungen der Vorsitzenden bestätigten. Richard Pruy und Wolfgang Kiesbauer kontrollierten die 211 Buchungsvorgänge und bestätigten eine „sehr gewissenhafte und übersichtlich aufgeführte Kassenführung“.

Bei den Neuwahlen wurde Renate Kellner wieder zur Vorsitzenden und Michaela Wührl zur Stellvertreterin gewählt. Die schriftlichen Angelegenheiten erledigt Anita Wüst aus Oberbernrieth und die Kassenführung bleibt in den bewährten Händen von Otto Janner. Die Kassenprüfung übernehmen Richard Pruy und Wolfgang Kiesbauer. Zusätzlich gehören die beiden Schulleiter Margit Walter und Alfons Raab sowie die beiden Elternbeiratsvorsitzenden Michael Gösl (Grundschule) und Anja Schaller (Mittelschule) Kraft ihres Amtes zum Gremium. Zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier unterstrich, dass die Kommune gerne die Schulen unterstütze und ausstatte. Der Förderverein könne den Schulen Extra-Wünsche erfüllen oder Zuschüsse für Klassenfahrten für sozial Schwächere gewähren. Die Zusammenarbeit mit der Stadt laufe hervorragend, immerhin sitzen mit Alfons Raab und Dorit Schmid zwei Vertreter der Bildungseinrichtungen im Stadtrat. Renate Kellner will im Dezember wieder eine Elternspende anstoßen, gab sie bekannt, was einstimmig begrüßt wurde.

Immer weniger Schüler für gebundene Ganztagsschulen:

Raab führte seine Sorge über die Fortführung der Ganztagsbeschulung an. In Vohenstrauß sei er schon stolz darauf, dass diese Unterrichtsform noch zufriedenstellend laufe. Andernorts gehen die Ganztagsschulen rapide zurück. Derzeit werden an der Mittelschule sechs Klassen ganztags geführt. Angewiesen sei man insbesondere auf die Grundschule. An den ländlichen Außenorten seien oft mehrere Generationen für die Kinderbetreuung vorhanden und nur Einzelne besuchen die Ganztagsklassen. Der Rückgang sei deutlich sichtbar. „Nicht, dass wir dann dastehen und niemand besucht mehr die Mensa die extra für viel Geld gebaut wurde“, deutete Raab an. Bei einzelnen Schülern oder Eltern werde immer wieder das Essen angeführt, das nicht jedem gleich gut mundet. Schmid hakte ebenfalls zu diesem Thema ein. Natürlich wolle man das Ganztagssystem an der Grundschule Aufrecht erhalten, allerdings handle es sich bei dieser Schulform noch um jüngere Kinder denen ein ganzer Schultag einfach schlichtweg zu anstrengend sei. Im vergangenen Jahr waren lediglich 3 Kinder in der ersten Klasse gemeldet und in der zweiten Jahrgangsstufe 7. „Das ist dem Alter der Kinder geschuldet.“ Man wolle versuchen bei der Infoveranstaltung wieder Eltern ins Boot zu holen, aber man müsse der Tatsache realistisch ins Auge schauen, „dass der Bedarf an gebundenen Ganztagsschulen einfach nicht gegeben ist“. Münchmeier berichtete, dass der Hort im Evangelischen Gottfried-Sperl-Kindergarten mit 45 Kindern total ausgebucht sei, die überwiegend aus dem Grundschulbereich kommen. Mittelschüler werden zwischenzeitlich nicht mehr angenommen, da bereits eine Warteliste mit über 15 Kindern besteht. Eltern schätzen im Hort den betreuten Freitagnachmittag und die Ferienzeit, die es an der Schule eben nicht gebe. Noch dazu handle es sich bei den Hortkindern meistens um jene Kinder, die bereits während der Kindergartenzeit diese Einrichtung besuchten. Von den Räumlichkeiten her, können aber nicht mehr als 45 Kinder aufgenommen werden, sagte Münchmeier. „Absagen an die Eltern sind immer bitter.“

Situation an den Schulen:

Einen Einblick in die derzeitige Schulsituation gaben Mittelschulleiter Alfons Raab und Grundschulkonrektorin Dorit Schmid. Im laufenden Schuljahr besuchen 325 Schüler in 17 Klassen die Mittelschule. Die Zahlen sind leicht rückläufig, da auch die Grundschule als „Zulieferer“ weniger Kinder verzeichnen. Von den 44 Lehrern an der Schule sind 34 weiblich. Die Lehrkräfte Dagmar Heine und Hans Ebnet wurden in den Ruhestand verabschiedet. Fünf „Qualifizierer“ für Realschule und Gymnasium erteilen an der Mittelschule 27 Stunden und helfen über den Lehrermangel hinweg, um den Unterricht regulär abhalten zu können. Wegen der Teilzeitbeschäftigungen in großer Zahl, nahm Raab das vielgescholtene Kultusministerium ein Bezug auf den Lehrermangel etwas in Schutz. „Jeder Lehrer kann die Stundenzahl wählen, wie er gerade lustig ist.“ Die Pfalzgraf-Friedrich-Mittelschule ist nach wie vor größte Schule im Landkreis und mit einer Jugendsozialarbeiterin und einer Berufseinstiegsbegleiterin mit wertvollen Kräften ausgestattet. Problemfälle mit Schülern nahmen in diesem Schuljahr etwas ab, berichtete Raab. „Mit bestimmten Maßnahmen im vergangenen Jahr wurde es etwas ruhiger“, so sein Gefühl. Mit der Ausstattung an der Bildungseinrichtung sei er sehr zufrieden. „Uns werden fast zu 100 Prozent alle Wünsche erfüllt“, sagte Raab in Richtung Münchmeier. Leider verzögere sich die Glasfaserversorgung etwas, denn keine Firma gab ein Angebot ab, so dass der federführende Landkreis ein zweites Mal ausschreiben muss, berichtete Münchmeier in diesem Zusammenhang. In der Grundschule zeichnete Dorit Schmid folgendes Bild: 11 Klassen besuchen 256 Schüler. Ärgerlich bezeichnete sie die Tatsache, dass in den Ferien noch überraschend acht Anmeldung die Schule erreichten, die Klassen aber nicht mehr anders eingeteilt werden konnten. Im Schnitt errechnen sich 22,7 Kinder pro Klasse. 30 Lehrer, einschließlich des Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes, unterrichten an der Schule, die seit 1. August 2018 als Modus-Schule geführt wird. Nach dem Abschneiden der Evaluation wurde dem Antrag stattgegeben, da die schulische Arbeit überzeugte. Der Modus-Status berechtigt eine Schule Weiterentwicklungsmaßnahmen zu erproben, insbesondere in den Arbeitsfeldern Unterrichtsentwicklung, Personalentwicklung und Personalführung sowie inner- und außerschulische Partnerschaften. Den Schulen mit Modus-Status ist es gestattet, von den Schulordnungen abzuweichen, soweit sichergestellt ist, dass die Lehrplanziele erreicht und den Schülerinnen und Schülern keine Nachteile bei Abschlüssen oder beim Erwerb schulischer Berechtigungen entstehen. Als erstes Projekt werde die Demokratisierung an der Grundschule gestartet. „Wir binden die Kinder demokratisch mit ein in die Arbeit der Schule.“ 11 Klassenleitungen, 6 Religionslehrer, 4 Fachlehrer, 1 Förderlehrerin und Rektorin Margit Walter ohne Klassenführung sind an der Grundschule. Die Grundschule Vohenstrauß wurde der neuen Seminarleiterin Bianca Ederer als Stammschule zugeteilt, informierte Schmid. In der kommenden Woche startet die Schule mit der Leseprojektwoche mit Eröffnung der Schülerbücherei, einem Elternabend und einer Autorenlesung mit Ringelhoff und Bollermann für jede Jahrgangsstufe. Für die Unterstützung durch den Förderverein mit den Leseschlangen, Kissen und Bücherregalen in der Schulbibliothek bedankte sich die Konrektorin ganz besonders. Im nächsten Jahr findet im Juni ein großer Verkehrs- und Sicherheitstag an der Grundschule statt und ebenso wird im nächsten Jahr wieder ein Schulfest gefeiert. Zudem soll die Aktion „Verein macht Schule“ eine Neuauflage finden.

Nicht, dass wir dann dastehen, und niemand besucht mehr die Mensa die extra für viel Geld gebaut wurde.

Mittelschulrektor Alfons Raab

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