13.06.2018 - 11:52 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Spezialkräfte im Einsatz

Die Feuerwehren müssen für alle Notfälle gerüstet sein. Dazu gehören auch spezielle Trainingseinheiten mit Chemikalienschutzanzügen.

Ähnlich wie man sich Marsmänner vorstellt, müssen sich die eingesetzten Feuerwehrleute bei einem Unfall mit gefährlichen Stoffen schützen.
von Elisabeth DobmayerProfil

Die Chemikalienschutzausbildung ist eine Zusatzausbildung für Atemschutzgeräteträger in jenen Feuerwehren, die über diese spezielle Schutzausrüstung verfügen. Die Ausbilder Günter Sommer, Albert Burger und Matthias Neumann haben am vergangenen Wochenende in Vohenstrauß den Probanden unterschiedliche Prüfungsaufgaben gestellt. Angenommen wurde, dass ein Gefahrguttransporter bei einem Unfall beschädigt und eine unbekannte Flüssigkeit am Heck des Lastkraftwagens austritt.

Die Angaben erhielten die Feuerwehrmänner am Feuerwehrgerätehaus von Albert Burger. Um diesen Befehl umsetzen zu können wurden am ersten Lehrgangstag der Aufbau, die Schutzfunktionen und die Einsatzgrundsätze des Chemikalienschutzanzuges in der Theorie gelehrt, gefolgt von einer ersten Gewöhnungsübung mit den Vollschutzanzügen, die nicht ganz einfach ist. Der Träger wird komplett von der Umwelt isoliert, so dass dieser in radiologisch, chemisch oder bakteriologisch kontaminierter Umgebung arbeiten kann.

Der zweite Tag begann mit einer Orientierungs- und Verständigungsübung. Bei einem realistisch aufgebauten Einsatzszenario stellten die Teilnehmer das erlangte theoretische Wissen unter Beweis. Zwei Mann erkundeten den Unfallbereich, suchten nach Hinweisen welches Gefahrgut der LKW geladen hatte und ein weiterer Trupp prüfte mit verschiedenen Messinstrumenten die Luft auf etwaige Schadstoffe. Umgehend begannen beide Trupps mit dem Abdichten und der Sicherung der leckgeschlagenen Fässer. Ein dritter Trupp stand als Sicherungsgruppe mit den Chemikalienschutzanzügen bereit. In leichteren Schutzanzügen stellten sich weitere Prüflinge zur Verfügung, um die mit giftigen Stoffen kontaminierten CSA-Trupps abzuduschen und die Anzüge fachgerecht zu entsorgen. Dazu wurde ein eigener Dekontaminationsplatz auf dem Areal des Feuerwehrgeländes aufgebaut.

Laut Albert Burger kann ein eingesetzter Trupp rund 20 Minuten arbeiten, danach ist die Atemluft in den Sauerstoff-Flaschen verbraucht und die Einsatzkräfte müssen durch einen neuen Trupp ausgetauscht werden. Am Nachmittag endete der praktische Teil mit einem Notfalltraining mit dem Chemikalienschutzanzug. Beim Lehrgangsabschluss übergaben der zuständige Kreisbrandinspektor für Atemschutz des Landkreises Neustadt/WN, Martin Weig und Kreisbrandmeister Christian Demleitner die Zeugnisse an die Teilnehmer der Feuerwehren Waidhaus und Vohenstrauß. Folgende Lehrgangsteilnehmer absolvierten den anspruchsvollen Kurs: Jonas Schmid, Maximilian Mack und Florian Mack (Waidhaus); Daniel Daubenmerkl und Stefan Gösl (Altenstadt bei Vohenstrauß); Julian Schön und Reinhard Lehner (Vohenstrauß).


Ähnlich wie man sich Marsmänner vorstellt, müssen sich die eingesetzten Feuerwehrleute bei einem Unfall mit gefährlichen Stoffen schützen.

Ähnlich wie man sich Marsmänner vorstellt, müssen sich die eingesetzten Feuerwehrleute bei einem Unfall mit gefährlichen Stoffen schützen.

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