22.11.2019 - 15:10 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Unbekannte entsorgen Abfall illegal

Seit Jahren werfen Unbekannte in Vohenstrauß ihren Abfall an Stellen, an denen Anwohner ihren Sperrmüll deponieren. In Eslarn findet ein Landwirt Sperrmüll auf einer Grünfläche. Die Müllentsorgung springt ein.

So sieht es nach dem Sperrmüll im Sägmühlweg in der Nähe der Zollhäuser aus, und das zweimal im Jahr.
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

Wenn Dagmar Schmidt ihre Tochter im Segmühlweg besucht, kommt sie auch an den Zollhäusern vorbei. Was dort zu Sperrmüll-Zeiten abgehe, sei "eine Schande für Vohenstrauß": Ravioli-Dosen, Jim-Beam-Flaschen oder Puppen liegen verstreut am Straßenrand, "ein riesen Saustall". Dieser "Kleinkram" stamme nicht von den Anwohnern, sondern von Leuten aus anderen Siedlungen, vermutet Schmidt.

Entsorgen muss den Müll die dortige Hausverwaltung auf eigene Kosten, sagt Claudia Prößl, Pressesprecherin des Landratsamts Neustadt an der Waldnaab. Die Abfallberatung des Landkreises habe bereits im Frühjahr mit der damaligen Hausverwaltung das weitere Vorgehen bei den Sperrmüll-Sammlungen abgesprochen. Künftig müsse der Sperrmüll im Hof der Mehrfamilienhäuser bereitgestellt werden. Dadurch wolle man vermeiden, dass Außenstehende ihre Abfälle dort abladen.

Landkreis entsorgt Abfall

Generell gilt: Bleiben Gegenstände zurück, die von der Sperrmüllsammlung ausgeschlossen sind, entsorgt der Landkreis diese Abfälle, vorausgesetzt der Abfall liegt auf öffentlichem Grund. Wenn es dem Landratsamt gelingt, den Verursacher ausfindig zu machen, müsse er mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren rechnen. Das Bußgeld könne sich je nach Größe der Ablagerung bis zu mehreren hundert Euro betragen.

Zweimal jährlich fahren Abfallunternehmen die Gemeinden des Landkreises an und entsorgen den Sperrmüll. Bleibt etwas liegen, holt der beauftragte Unternehmer die Gegenstände nachträglich ab. Wenn sonstiger Restmüll zurückbleibt – wie am Segmühlweg geschehen – seien die Zusatzkosten so gering, dass sie "so gut wie keine Auswirkungen auf die Abfallgebühren" haben, sagt Prößl.

Wenig Müll landet "in der Prärie"

In Eslarn deponierten kürzlich Unbekannte auf einem landwirtschaftlich genutzten Wiesengelände rund 150 Meter neben der Moosbacher Straße einen Computer, eine blecherne Spüle, einen Kinderwagen, Reisetaschen, eine Holztruhe und zahlreiches Kleinzeug. Wenn der Geschädigte "glaubhaft" darstellen könne, dass er den Abfall nicht selbst abgelagert habe, werde das Landratsamt diesen entsorgen, erklärt Prößl auf Nachfrage – auch wenn der Müll dann auf privatem Grund liege.

Ein Unbekannter lagerte auf einer landwirtschaftlich genutzten Wiese in der Nähe der Moosbacher Straße Sperrmüll.

Zwar gebe es auch Fälle wie in Eslarn. Diese seien jedoch eine Ausnahme. Die Kosten, die im Landkreis für das Einsammeln des Sperrmülls anfallen, sind in den Gesamtkosten für die Abfallentsorgung enthalten. Das sei "bürgerfreundlich": Aufwand und Zusatzkosten entfielen. Dadurch werde der Einzelne auch weniger dazu verleitet, seinen Abfall "wild" abzulagern. Weniger Müll lande "in der Prärie". Generell sei dieses Modell "bürgerfreundlich", auch weil die Bürger den Sperrmüll nicht persönlich anmelden müssen, wie das etwa in Weiden der Fall sei, erklärt Prößl. In der kreisfreien Stadt muss jeder einzelne seinen Sperrmüll gebührenpflichtig anmelden. Die Kosten variieren je nach Menge.

Aber auch das "Modell Weiden" habe einen Vorteil: Dort gebe es weniger "Sperrmülltourismus". Dieser sei im Landkreis insofern problematisch, weil viele Bürger ihren Sperrmüll bereits vor dem offiziellen Termin "für auswärtige Sammler bereitstellen". Dies täten sie mit guter Absicht, aber es komme eben auch vor, dass diese Sammler den Sperrmüll einsammeln und an anderer Stelle wieder aussortieren. Dort ließen sie ihn dann oftmals einfach liegen, wie etwa kürzlich in Eslarn geschehen.

Besondere Problemzonen gibt es nicht

Besonders stark betroffene Gebiete gebe es im Landkreis nicht. Orte in Grenznähe stächen ebenso wenig hervor wie etwa Grafenwöhr oder Eschenbach. "Das hat nichts mit Nationalitäten zu tun", betont Prößl.

Allerdings gebe es einige Plätze, an denen sich die Sammler aufhalten und Abfälle zurücklassen. Dabei handle es sich manchmal auch um "Händlerringe aus Osteuropa", sagt Prößl. Die Abfallberatung des Landratsamts kenne viele dieser Stellen und spreche die Leute direkt an. Dann weise sie sie darauf hin, dass sie sich gesetzeswidrig verhalten. Auch wolle die Polizei die Plätze künftig regelmäßig kontrollieren und gegebenenfalls Bußgelder verhängen. Bleibt dennoch Sperrmüll liegen, beauftragt das Landratsamt ein Abfuhrunternehmen, damit dieses den Müll entsorgt.

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