(dob) Werke eines Malers, einer Fotografin und einer Skulpturschaffenden vereinen sich zu einer ungewöhnlichen Symbiose. Zur Vernissage am Freitag waren viele Gäste gekommen. Ursula Besendörfer (Skulpturen) und Werner Winkler (Malereien) aus Grub bei Moosbach sowie Fotografin Tatjana Sirovina aus München haben ihre Werke zu diesem kleinen Jubiläum zur Verfügung gestellt.
Reinhard Hartwig, der mit seiner Ehefrau Petra öfter im "Tal der Ruhe" spazieren geht, wurde auf das künstlerische Paar aufmerksam, das in Grub ein altes Bauernhaus liebevoll renovierte. "Welche lieben Leute müssen das sein, die dieses Haus so künstlerisch wunderbar hergerichtet haben?", haben sich die Hartwigs schon öfter gefragt.
Die freundschaftlichen Verbindungen der Bosnierin Sirovina zu Dr. Sinisa Markovic gehen bis in die Kinder- und Jugendzeit zurück, denn beide stammen aus der gleichen bosnischen Provinz. In einem Gespräch in der Weißbiergaststätte Behringer zwischen dem Arzt und Bürgermeister Andreas Wutzlhofer wurde die Idee geboren, Sirovinas Fotografien nach Vohenstrauß zu holen.
Besendörfer verhilft Alabaster, Speckstein und Buntsandstein sowohl realistisch als auch abstrakt zu neuer Form. Besucher könnten sich an diesen kunstvollen Skulpturen erfreuen. Sirovina lichtet mit ihren Fotografien einerseits ganz objektiv die Lebenswirklichkeit ab, erschafft andererseits aber auch subjektive Realitäten. Dabei ist ihr die Ästhetik ihrer Bilder sehr wichtig.
Im südöstlichen Turm im zweiten Stock baute die Künstlerin zwei Fotocollagen auf, zu denen Hartwig eine kleine Geschichte erzählte, die von Liebe, Glück und Frieden handelte. Vor 40 Jahren sammelte die Bosnierin bereits Postkarten mit diesen Bildmotiven, die sogar den Krieg überstanden. Die Bilder nahm sie später mit nach München. Dort fertigte sie ähnliche Aufnahmen an und stellte sie den früheren gegenüber, die sich ungemein gleichen, obwohl mehr als 40 Jahre zwischen dem Pendant sind.
Winkler schafft überwiegend mediterrane Landschaftsimpressionen und geistlich orientierten Pilgerdarstellungen mit unterschiedlichen Farbkompositionen, die dem Betrachter viel Raum für Interpretationen lassen. Hartwig, der den Künstler erst wenige Tage zuvor persönlich kennengelernt hatte, berichtete von einem tollen Gespräch zwischen Künstler und Betrachter.
Die Vernissage sei wie geschaffen, den Staub des Alltags von der Seele zu schaffen, fand Hartwig. Wenn den Besuchern ein Werk ganz besonders ins Auge sticht, sollten sie es kaufen, dann hätten sie diesen Effekt auch zu Hause, rührte der Laudator die Werbetrommel. Ansonsten konnten die Gäste die Seele baumeln lassen und den Abend genießen.
Dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer erinnerte an den Erbauer des Schlosses, Pfalzgraf Friedrich, der in Verbindung für pompös, prachtvoll und auf Pump stehe. Schließlich übernahm Winkler selbst das Wort. Vor fünf Jahren sei er auf der Suche nach Beschäftigung gewesen, nachdem er bereits 30 Umzüge hinter sich hatte und fand in Grub eine Oase mit einem alten Bauernhaus. Sein Hobby sei es, solche Objekte zu renovieren, die er dann immer wieder verkaufe.
Nach einer Nacht mit dem Wohnmobil am Friedhof mit absoluter Ruhe habe eine Flasche Wein dazu beigetragen, dass die Entscheidung für Grub ausgefallen ist. "Das habe ich bis heute nicht bereut." Er habe dort so viele nette Menschen kennengelernt, die dazu beitragen, dass er doch einige Zeit bleiben wird. Probleme hat er lediglich mit dem Oberpfälzer Dialekt, der mal tschechisch und mal sächsisch klinge.
Kunst hilft den Trott des Alltags zu entkommen, Schönes zu erleben und mir selbst etwas Gutes zu tun
















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