12.07.2018 - 11:19 Uhr
VohenstraußOberpfalz

"Urnenkreisverkehr" im städtischen Friedhof

Urnengräber werden immer beliebter. Deshalb gibt es in Vohenstrauß bald 100 weitere. Für die Nutzung hat die Stadt aber auch neue Regeln aufgestellt.

100 neue Urnengräber werden derzeit in Vohenstrauß gebaut. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (links) und Außendienstleiter Karl Frey (rechts) stellen die Grabanlage vor. Zugelassen werden sollen nur mehr verrottbare Urnen.
von Elisabeth DobmayerProfil

Der Bestattungstrend geht auch in unserer Region immer mehr hin zu Urnengräbern. Aus diesem Grund lässt die Stadt derzeit auf dem Friedhof weitere Urnengräber bauen. „Es werden 100 weitere Urnengrabstellen auf unserem Areal geschaffen“, sagt Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Er spricht sogar von einem „Urnenfeldkreisverkehr“ mit einem Durchmesser von knapp 13 Metern. Für diese neuen Gräber muss demnächst aber die Friedhofssatzung geändert werden, da die Verantwortlichen überlegen, künftig nur verrottbare Urnen zuzulassen.

Denn dadurch würde sich auch die Dauer der Grabfürsorgepflicht reduzieren, die in Vohenstrauß in Erdbestattungsgräbern bei 15 Jahren liegt. Wenn die Gräber nach fünf Jahren aufgegeben würden, könnte die Grabstelle an andere Besitzer vermietet werden. Früher waren die Gräber eine Art Statussymbol. Heute sind Familien meist kleiner, mobiler und oft auch nicht mehr vor Ort, um die Zeit für die Grabpflege zu übernehmen. Deshalb werden pflegefreie Angebote wie Urnengräber immer beliebter. „Außerdem ist es auch eine Preisfrage“, meinen Wutzlhofer und Außendienstleiter Karl Frey.

„Feuerbestattungen sind billiger als traditionelle Erdbestattungen.“ Die Kreisanlage mit gesägten und gestockten Granitpflastersteinen passt sich in das freie Gelände ein. Die Urnengräber werden von der Mitte nach Außen vergeben, um die Ordnung zu bewahren. Diese Regelung muss von der Stadt vorgegeben werden.

Zwischen den Grabstellen sollen Kiesflächen zur Begehung angelegt und die Grabstellen selbst mit Humus gefüllt und bis zur Belegung begrünt werden. Im Bestattungsfall werden dann 80 Zentimeter tiefe Erdlöcher gebohrt, in die die Urnen versenkt werden. Inmitten der Urnenanlage könnte sich Wutzlhofer ein Kreuz oder einen Engel vorstellen. Wie die Urnengrabbesitzer ihre Grabstelle dann anlegen, können sie selbst entscheiden. Ob die Grabstelle mit einer Platte verschlossen oder mit Blumen gepflegt werden soll ist zum Beispiel eine Entscheidung der Besitzer. Der Bau der Urnengräber kostet rund 20.000 Euro. Diese Kosten fließen in die neue Friedhofskalkulation ein. Auf dem Friedhofsgelände hat sich zudem gestalterisch viel getan. Wutzlhofer und Frey sind voll des Lobes über die städtische Mitarbeiterin Sabine Dworzak die sich in den Anbau der jahreszeitlichen Blumengestaltung einbringt. „Sie hat freie Hand und darf ganz nach ihrem eigenen Können die Beete arrangieren“, beobachtet der Stadtchef freudig. Der bunt leuchtende und üppig blühende Eingangsbereich im Friedhof zieht viele Blicke auf sich.

Der Blumenschmuck im Friedhof zieht Blicke auf sich. Sabine Dworzak vom städtischen Bauhof erhält von allen Seiten viel zustimmendes Lob.

Urnengräber

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