27.09.2020 - 14:09 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Vohenstrauß: Diskussion um neues Haus im Seltmann-Park

Im ehemaligen Seltmann-Park soll ein Zweifamilienhaus mit Nebengebäuden entstehen. Bernd Koller vermutet, dass sich der Eigentümer selbst das Wasser für den im Areal liegenden See abgräbt.

Inmitten der alten Baumbestände im ehemaligen Seltmann Park will der Eigentümer ein Zweifamilienhaus mit Einliegerwohnung und Nebengebäuden, Garagen und einen Geräteraum errichten. Das gefällt nicht jedem Stadtrat. Bernd Koller stimmt dann auch gegen den Antrag.
von Elisabeth DobmayerProfil

An der Johann-Seltmann-Straße 4 soll ein Zweifamilienhaus mit Einliegerwohnung sowie Nebengebäude mit Garagen und Geräteraum entstehen. Erst eine halbe Stunde vor Sitzungsbeginn wurde dieser Bauantrag bei der Stadt für die Bauausschuss-Sitzung abgegeben. Ein Antrag auf Vorbescheid lag für dieses Vorhaben bereits vor, der aber wieder zurückgenommen wurde, bevor jetzt der endgültige Bauantrag eingereicht worden war.

Kritische Stimme bereits beim Vorbescheid

Das Haus soll in Nähe des Reitstalls und der Weiheranlage im ehemaligen Seltmann-Park entstehen. Der Bauherr sagte bereits zu, keinen Altbestand der Bäume beseitigen und der Unteren Naturschutzbehörde ein Ausgleichskonzept für dieses Grundstück anbieten zu wollen, da es dazu bereits kritische Stimmen beim Vorbescheid gab.

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Vohenstrauß

Bernd Koller (SPD) fand, dass sich der Bauherr mit dem Vorhaben selbst das wertvolle Quellwasser abgrabe. „Irgendwann bekommt der Weiher dann kein Wasser mehr“, befürchtete Koller. Damit müsse sich nachfolgend das Landratsamt auseinandersetzen, sagte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Die Zufahrt für dieses Grundstück erfolge über ein Fahrtrecht eines weiteren Besitzers des Areals hin zur Johann-Seltmann-Straße, gab Wutzlhofer Koller auf Nachfrage zur Auskunft. Koller stimmte dann auch als einziger Stadtrat gegen diesen Bauantrag, der im Außenbereich liegt.

Neue Nutzung für "Carpe Diem"

Als unbedenklich sah das Gremium den Bauantrag über die Nutzungsänderung einer Teilfläche des Erdgeschosses im ehemaligen Café „Carpe Diem“ an der Friedrichstraße 24 an. Dort soll ein Kosmetik- und Beautybereich mit Schulungsräumen entstehen. „Wichtig ist, dass der Leerstand beseitigt wird“, warf Bernhard Kleber (Freie Wähler) ein. Dem pflichtet auch Wutzlhofer bei.

Dem Antrag auf isolierte Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans „Vohenstrauß-Sommerwiesen“ für das Errichten einer Stützmauer (Höhe 94 Zentimeter) mit Gartenzaun im Veilchenring 1, erteilten alle Räte eine klare Absage. Das Vorhaben widerspreche den gültigen Festsetzungen. Geländeauffüllungen sind nur bis zu einem halben Meter zulässig und eine Stützmauer gar nicht erlaubt. Kleintiere sollen sich ja von Grundstück zu Grundstück bewegen können. Das wäre in diesem Fall nicht mehr möglich, informierte Wutzlhofer. Außerdem dürften auch die nachbarschaftlichen Interessen nicht aus dem Blick verloren werden und deswegen werde man auf die Festsetzungen beharren.

Auf der Tagesordnung standen noch zusätzlich aufgenommenen Bauanträge. Ein Biotop in Böhmischbruck verlegt der Landkreis Neustadt nach Etzgersrieth. Wegen eines Grundstückstausches beim Ausbau der Kreisstraße NEW 35 sei dies nun notwendig geworden. Die Stadt brauche hier aber nur zuzustimmen. In Nähe Zeßmannsrieth 16 ist die Aufschotterung für einen Lkw-Wendekreis geplant. Dazu gab es bereits einen Vorbescheid. Daraufhin wurde die von der Baubehörde des Landkreises geforderte und abgeänderte Form des Wendekreises in die Planung aufgenommen, die nun das gemeindliche Einvernehmen erhielt.

Im Vorfeld genehmigte Anträge

Wutzlhofer gab noch die durch die Verwaltung im Vorfeld bereits behandelten Bauanträge bekannt: In Nähe der Waldthurner Straße in Altenstadt gab es grünes Licht zur Weiterleitung an die Baubehörde des Landratsamtes für den Bauantrag über die Errichtung einer Kompostliegehalle. In dem Stallgebäude werde mit Stroh eingestreut, das nur zweimal pro Jahr ausgewechselt werde, ähnlich eines früheren Tieflaufstalls.

Für den Lerchenweg 6 erteilte der Rathauschef das Einvernehmen für einen Tekturantrag über die Erweiterung eines Einfamilienwohnhauses durch einen zweigeschossigen Anbau in Holzrahmenbauweise. Die Entscheidung liegt nun beim Landratsamt. Die Genehmigung lasse auf sich warten, weil noch eine benötigte Unterlage vom Bauherrn ausstehe. Für die Altenstadter Straße 10 wurde ein Bauantrag über das Anbringen von beleuchteten Werbeanlagen eingereicht. „Man mag es nicht glauben, aber das Kuriose daran ist, die Werbeanlage an der Wand hätte dem Bebauungsplan entsprochen, aber weil sie auf das Vordach kommen soll, braucht es nun eine Befreiung“, berichtete der Sitzungsleiter.

Bernhard Kleber (Freie Wähler) wollte wissen, ob es stimme, dass das ins Auge gefasste Baugebiet in Roggenstein nicht zustande komme. Wutzlhofer informierte, dass die vier Parzellen vom Landratsamt nicht genehmigt worden wären, da man für das gesamte Areal einen Bebauungsplan aufstellen müsste. Die Problematik der Entwässerung und Erschließung hätten fürchterlich teure Bauplätze nach sich gezogen. „Viel teurer als in Vohenstrauß.“ Absolut nicht sichergestellt hätten auch die Erschließungsarbeiten über Privatgrundstücke werden können mit nachfolgenden Grunddienstbarkeiten. Deswegen sei dieses Vorhaben auch nicht weiter verfolgt worden. Die Stadt versuche weiter, im Ortsteil ein kleines Baugebiet mit vier bis acht Bauplätzen zu erschließen.

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